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Interview

Interview mit Grinister (10.09.2001)

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Obwohl ich von der neuen Grinister-CD nicht so hundertprozentig angetan war, habe ich ein Interview mit deren Sänger Aki Häkkinnen per E-Mail geführt. Aki erwies sich während des Interviews als ehrlicher und offener Interviewpartner, der auch kritische Fragen beantwortete und mir im Gegenzug auch den einen oder anderen verbalen Tiefhaken verpasste, vor allem was meine Kenntnis der finnischen Metalszene angeht. Ausserdem schien er mit meinen doch eher bescheidenen Englischkenntnissen keine Probleme zu haben, was mir die Sache doch etwas erleichterte. Bezüglich Rechtsradikalismus wirkte er mir allerdings etwas blauäugig, aber lest selbst.

HH: Hallo Aki, als erstes würde ich es begrüssen, wenn du dich und deine Band unseren Lesern vorstellen würdest.

Aki: Ja klar. Mein Name ist Aki Häkkinnen und bin der verbale Peiniger in einer Band namens Grinister. Unsere Band besteht aus fünf Mitgliedern, deren Schwerpunkte in verschiedenen Gebieten liegen. Janne Räsänen ist das Rückgrat unseres Line Ups und er bedient die Groove Boxen, auch bekannt als Drums. Vesa Rönty ist einer unserer zwei Gitarristen und er hat seinen ganz eigenen Stil zu spielen. Die meisten Effekte kreiert er mit seinem Gitarren Equipment. Juhandi Lahdenperä spielt die zweite Gitarre und er ist sehr talentiert darin, eigene Riffs zu spielen. Marko Lavander ist unser Neuzugang und er bringt die Tieftöne zum vibrieren, indem er den Bass malträtiert.

Unsere Musik ist mit wenigen Worten schwer zu beschreiben, weil es so viele, verschiedene Elemente vereint. Der einfachste Weg den Sound zu beschreiben ist Crossover-Metal. Die Texte sind irgendwie verdreht (Anm. des Red.: oder pervers?), meistens aus dem wirklichen Leben genommen und kombiniert mit einer sehr energievollen Form der Musik. Unsere Liveshows sind ausserordentlich energiegeladen und wir gehen nicht nur raus und reissen unseren Set runter. Wir gehen raus um unsere physische und mentale Kraft voll zu entfalten. Es ist alles wegen dem Blut, dem Schweiss und den Tränen.

HH: Oha, du benutzt das böse Wort "Crossover"... ;-) Nach dem ersten grossen Crossoverhype Mitte der Neunziger, die Bands wie Clawfinger und Rage Against The Machine hervorbrachte, mutierte Crossover mehr und mehr zum Schimpfwort. Jetzt nennt man das modisch New Metal oder Neo Metal... wie auch immer. Trennt ihr euch absichtlich von der Nu Metal-Szene?

Aki: Das machen wir in der Tat, weil Nu-Metal ursprünglich über Bands wie Fear Factory, Korn, Deftones... etc. definiert wurde und die Bezeichnung inzwischen zu einem Schimpfwort wie "crossover" mutiert. Nu-Metal wird nun benutzt, um Bands wie Limp Bizkit, Linkin Park und Papa Roach... zu definieren. Ich denke aber, dass wir mehr Hardcore sind, während die anderen mehr Richtung Pop gehen. So gesehen ist Crossover für mich schon ok.

HH: Stimmt, euer Sound ist um einiges aggressiver und hat nicht diesen Poptouch. Ist Nu Metal der Poser Metal der Neunziger und des neuen Jahrhunderts?

Aki: Hehe... nun: ja, es könnte der Glam Rock des Jahrtausends sein. Ich denke aber, dass Slipknot es mit ihrer Erscheinung und ihrem Hype richtig gemacht haben. So wie Kiss oder W.A.S.P. es zu ihrer Zeit gemacht haben.

HH: Hey, Slipknot sind cool! Die neue Scheibe Iowa tritt mächtig Arsch, aber ich weiss schon, was du meinst. ;-) Hast du Iowa schon gehört? Song #6 "The Heretic Anthem" killt! Äh, aber wir sollten uns eigentlich über euere CD und euere Musik unterhalten.

Aki: Ja, ich hab das Album schon vor einiger Zeit gehört und bin froh, dass ihr Sound noch aggressiver als auf dem Debüt ausgefallen ist. Das neue Album klingt besser, aber das alte hatte die besseren Songs. Allerdings wächst es von Hördurchgang zu Hördurchgang. Möglicherweise plättet es das alte irgendwann!

Nu-Metal hat auch viel Publicity bekommen und hat auch Bands wie z. B. Machine Head auf ihrem Burning Red-Album beeinflusst. Aber natürlich ist es natürlich und gut, dass sich Bands entwickeln und nicht immer nur den selben Song spielen. Denk nur mal an AC/DC... Hey!

HH: AC/DC haben das Recht den selben Song immer wieder zu spielen! AC/DC ist Gott und ein Gott hat das Recht zu machen, was er will! ;-)

Aki: Hehe, stimmt!

HH: Zurück zu euerem Album. Song #2 "The Marks You Leave" erinnert mich in den melodischen Momenten und beim Riffing irgendwie ein bisserl an Helmet. Ist das Absicht?

Aki: Wow! Wir hören Helmet schon ziemlich lange und es könnte durchaus sein, dass sie uns unterbewusst beeinflussen. Ich habe während des Albums aber eigentlich nie an Helmet gedacht, aber jetzt, wo du es sagst, könnte da schon was dran sein (ich denke da an Wilma's Rainbow von dem Album Betty). Wir haben es vor sechs Jahren mal gecovert. Hmmm, interessant.

HH: Richtig, den gleichen Song hatte ich auch im Sinn. Ich höre mir euere CD seit zwei Wochen fast täglich an und jedesmal musste ich überlegen, wo ich das schon mal gehört habe. Kennst du das Gefühl, wenn du weißt etwas zu kennen und du kannst dich nicht erinnern? *argh*

Aki: Hehe... sehr ärgerlich!
Eine Sache, die ich an dieser dynamischen Musik liebe ist, dass du dich in Liveshows vollständig verausgaben kannst. Es geht nicht um harmonische Gitarrensoli und zu zeigen, wie perfekt man spielen kann. Es geht nur um Blut, Schweiss und Tränen. Ich hasse Bands, die nur auf die Bühne kommen und ein bisserl mit ihren Füssen wippen. Du musst deine Musik mit all deinen Emotionen rüberbringen und dazu deinen kompletten Körper einsetzen. Etwas Schmerz hält dich nur wach und in Alarmbereitschaft... ausserdem befriedigt es die Zuschauer, wenn sie Feedback für ihre Kohle bekommen.

HH: Das ist auch der Grund, warum ich Hardcore- und Punk-Shows bevorzuge. Hast du schon mal Sick Of It All live gesehen? Das ist die ultimative Liveband und Scratch The Surface ist eines meiner Alltime-faves. Stampin' Ground sind auch grossartig und Agnostic Front bringen jeden Club zum kochen.

Aki: Ich hatte bisher noch nicht die Chance SOIA live zu sehen, aber ich hoffe, ich kann sie mal sehen. Mich begeisterte seinerzeit Biohazard's Urban Discipline und es ist für mich immer noch ein grossartiges Album. Wir haben auch einen starken Punk/HC-Background, so dass ich zu 100 % zustimmen kann, dass die Teilnahme an so einer Show einfach nur Spass macht. Die Leute stehen nicht einfach nur rum und das mag ich.

HH: Dann verpass mal keine Gelegenheit SOIA live zu sehen. Beim Full Force gab es den grössten Circle Pit, den ich jemals gesehen hab. Ich mittendrin und danach mit gequetschter Rippe - grossartig! ;-)
Euere Musik erinnert mich übrigens stark an Bands wie Slipknot, Mudvayne und Pantera. Seht ihr euch von diesen Bands beeinflusst. Ein Problem, dass ich mit euerer Musik habe ist, dass ich immer das Gefühl habe, die Musik schon von anderen Bands gehört zu haben.

Aki: Natürlich haben diese Bands unseren Sound beeinflusst. Ich würde Scheisse erzählen, wenn ich behaupten würde, dass nichts unsere Musik beeinflusst. Jedoch besteht die Band aus fünf verschiedenen Individuen, die ihre eigenen Einflüsse einbringen. Zum Beispiel ist unser Drummer ein absoluter Rock'n'Roll Fanatiker und hört sich eigentlich überhaupt keinen Metal an... aber die einzige Musikform zu der er trommeln würde ist Metal. All diese Einflüsse ergeben zuletzt den Grinister-sound. Der Grinister-sound entwickelt und entfaltet sich die ganze Zeit.

Ach übrigens, ich muss hier noch anmerken, dass die meisten Melodic Metal-Bands für mich auch gleich klingen... wie alle von diesen Hammerfall-Verschnitten.

HH: Das ist ein Argument, dem ich zu hundert Prozent anschliessen kann. Naja, es ist heute nicht leicht, von anderen Bands nicht beeinflusst zu sein.
Eine andere Frage, zur finnischen Szene. Als erstes wenn man Finnland hört, denkt man an Bands wie HIM und HIM stinken - meine Meinung. Ausserdem würden mir spontan noch Barcode einfallen, wenn man mich nach finnischen Bands fragt. Gibt es da noch eine Szene abseits von diesem Gothic Pop-Rock-Ding? (Anm. d. Red.: Eigentlich wollte ich ja fragen, wie es mit der Punk/HC/Crossover-Szene ausschaut. Naja, dumm gefragt, dumme Anwort...)

Aki: Wir haben eine grossartige Metalszene hier. Spontan fallen mir ein Children of Bodom, Nightwish, Amorphis, Sentenced, Stratovarius, Sonata Arctica, Impaled Nazarene und und und... Die Metalszene wächst und es kommen immer mehr grossartige Bands dazu. Ich bin auch glücklich sagen zu können, dass die Metalszene mehr und mehr zusammenwächst und auch verschiedene Stile kombiniert. Zum Beispiel können wir einen Gig zusammen mit Finntroll spielen.

HH: Naja, die meisten der genannten Bands gehen mir eigentlich am Arsch vorbei. Impaled sind aber schon cool (1999 carmageddon warriors... J) und Amorphis waren zumindest mal cool. In Deutschland wage ich mal zu behaupten, dass die Szene um einiges engstirniger ist. Warum denkst du, dass die finnische Szene hier viel toleranter ist. Äh, Finntroll ist das diese Folk-Metal-Band, die in Saami oder so ähnlich singt?

Aki: Finntroll singen schwedisch! =)

HH: *ups* *hüstel* Ok, dann glaub ich, kenn ich sie doch nicht! *räusper*

Aki: Die von dir erwähnte Goth-Pop-Szene ist eigentlich nur sehr klein und es gibt auch nicht soviel Bands wie HIM und 69 Eyes.

HH: Schlimm genug... Tut mir leid, aber ich hasse diese Tunten...

Aki: Hehe.. Nun, zuguterletzt haben HIM Publicity für Finnland gemacht. Ich bin kein Fan, aber wenn eine Band gross rauskommt, hilft das auch kleineren Bands (in einem kleinen Land wie Finnland).

HH: Na dann, auf mit HIM in die Charts.

Aki: Ich denke, finnische Metalbands begreifen, dass wir vom selben Teller naschen. Unsere Fans können ebensogut alle anderen Bands anhören. Natürlich wird es auch immer die geben, für die nur ein Genre existiert, wie z. B. extreme Black Metaller. Die Leute hören sich heutzutage alle möglichen Arten von Bands an und so soll es sein!

Crossover, Punk und die Hardcoreszene sind dagegen hier immer noch Underground und es gibt auch diese alternativen Bands, die uns ebenfalls beeinflusst haben. Nochmal: der einfachste Begriff unseren Sound zu beschreiben, ist Crossover, zumindest solang, bis mir was besseres einfällt! :-)

HH: Hm, also bei uns ist das eher nicht so. Hier gibt es die True Metal-Fanatiker, die Schlabberhosen-Kids, Black Metaller, Death/Thrasher, die Hardcoreszene und so weiter... Auf einer Hardcoreshow in Deutschland wirst du nicht viel langhaariges Gemüse rumlaufen sehen und umgekehrt treiben sich auf Metalshows nicht viele Hardcore-Kids rum.

Aki: Das ist eine Schande. Die Leute sollten sich zusammenschliessen und die Eier kraulen (Anm. d. Red. äh, halt, Übersetzungsfehler! Ich glaub er meint "zusammenschliessen und zusammenhalten"). Hardcore und Thrashmetal sind vom musikalischen ja gar nicht so weit voneinander entfernt, denk nur mal an The Haunted. Ich bin ja schon mal gespannt, welche Leute auf unserer Show auftauchen...

HH: Hast schon recht. Viele dieser New School Hardcore Bands klingen ohnehin mehr nach Death- oder Thrashmetal.

Aki: Was hörst du denn und warum magst du anderes nicht? (Anm. d. Red. HEY! Wer ist hier der Interviewer? *g*)

HH: Oh, ich bevorzuge Hardcore und Thrash. Ein paar Deathbands, ein bisserl Nu Metal, Crossover und ein paar Punkbands. Mir gefällt, was mir gefällt. Wenn Hammerfall mal einen Song spielen, der mir gefällt, dann hör ich ihn mir auch an. Ich mag nicht diese "ich hab mir meine Eier im Türstock eingezwickt"-Musik und ich hasse Keyboards. Aber ich liebe Madonna, das alte Zeug wie "Like a Virgin" oder "Material Girl". Madonna regelt! Und natürlich Bangles. "Eternal Flame" - das Original! Ok, hören wir an der Stelle besser auf, bevor es für mich zu peinlich wird.

Aki: Ich denke die Leute sollten etwas offener sein. Ich denke auch, dass wenn mehr verschiedene Bands zusammenspielen, alle davon profitieren und für alle neue Hörerschichten erschlossen werden. Es gibt keinen Grund, blöd zu sein und das nicht auszunutzen.

HH: Dem kann ich nur zu 100% zustimmen!

Aki: Die Leute sind überrascht, wenn sie unsere Show sehen, sie ist so böse, dass sogar diese Black Metal-Masken erröten. Unser Vorteil ist einfach, dass alle möglich Leute Grinister anhören!

HH: Ok, ok... Ich kann's eh schon kaum mehr erwarten, euch live zu sehen. Vergesst ja München nicht!

Aki: Wir werden überall spielen, wo man uns lässt und ich hoffe, man lässt uns oft!

HH: Denkst du eigentlich, dass Grinister eine politische Band ist?

Aki: Wir haben alle unsere eigenen Meinungen, aber kein kollektives politisches Statement. Jedoch sind wir sehr leidenschaftlich, was unsere Meinungen angeht und wir könnten eine politische Band sein, aber nur einem persönlichen Level. Unser Ziel ist es den Leuten zu zeigen, dass sie alles sein können, was sie sein wollen und du niemanden damit zufriedenstellen musst. Wir sehen aus wie wir wollen und wir machen die Art von Musik, die uns gefällt. Grinister stehen dafür, sich selbst treu zu sein, nicht mehr und nicht weniger. Es gibt genügend Leute, die nach der Pfeife von anderen Leuten tanzen, wir tun, was wir wollen. Das ist unsere Message an die Leute.

HH: Mmhmmm, dann lass mich mal anders fragen. Wenn ihr irgendwelche Nazisäcke auf euerer Show seht - wie würdet ihr reagieren? Würdet ihr überhaupt reagieren?
In dem Zusammenhang: www.good-night.de.lv

Aki: Nun, zuallererst muss ich sagen, dass Nazitum von uns nicht respektiert wird. Aber wie ich vorhin schon sagte: jeder ist frei das zu sein, was er sein will. Nazis sind gegen diese Idee, aber wenn wir über eine Gruppe urteilen, dann sind wir nicht besser als Rassisten, richtig? Die Welt ist voller Arschlöcher, aber wir können nicht jedes einzelne verprügeln, oder?

HH: Es geht hier nicht darum, über sie zu urteilen, oder sie zu verprügeln. Extreme sind immer schlecht, egal ob extrem links oder extrem rechts. So gesehen klingt das für mich etwas blauäugig. Vielleicht sind wir Deutschen aufgrund unserer Vergangenheit bei diesem Thema etwas empfindlicher.
(Anm. d. Red.: An dieser Stelle erscheint mir mein lieber Gesprächspartner leider wirklich etwas blauäugig. Das waren noch Zeiten, als Bands zu spielen aufhörten, als man Nazis im Publikum ausmachte...)

Aki: Naja, natürlich kann man die Vergangenheit nicht verdrängen, aber man sollte in die Zukunft blicken. Lasst die Vergangenheit Vergangenheit sein.

HH: Plant ihr dieses Jahr noch eine Europatour, speziell in Deutschland?

Aki: Wir hoffen es und wir haben auch schon einige Gigs in Deutschland diesen Herbst um für einige Bands zu spielen, die ihre Tour abgesagt haben. Wenn unser Album läuft, sehe ich keinen Grund, warum wir nicht auf Tour kommen sollten. Ich bin mir sicher, dass du uns spätestens nächstes Jahr auf einem der Sommerfestivals sehen wirst.

HH: Habt ihr dann wenigstens schon ein paar Daten für Herbst?

Aki: Wir haben nur wenige Gigs gebucht, weil wir gerade neue Songs für das zweite Album schreiben. Aber ich hab so das Gefühl im Urin, dass wir diesen Herbst etwas mehr machen. Wenn das Album grossartig einschlägt, werden wir auf Tour gehen und einige Köpfe zum schütteln bringen.

HH: Spielt ihr nur Tracks von euerer aktuellen CD oder gibt es schon einen Vorgeschmack auf das neue Album, oder Coverversionen?

Aki: Natürlich spielen wir überwiegend Songs vom aktuellen Album, aber auf manchen Shows spielen wir auch die eine oder andere Coverversion. Wir spielen auch zwei, nur auf Singles in Finnland veröffentlichte, Songs. Neue Songs werden wir in der näheren Zukunft in unser Liveset einbauen.

HH: Der Hidden Track auf euerer CD unterscheidet sich komplett von den anderen auf der CD. Ist er das Produkt einen spontanen Jamsession?

Aki: Nö, aber nachdem man das ganze Album durchgehört hat, ist es gut wieder etwas runtergebracht zu werden und es passte recht gut in seiner Simpelheit. Eigentlich hat Juhani diese Riffs für einen neuen Song kreiert. Sei nicht überrascht, wenn du die gleichen Riffs auf dem nächsten Album verzerrt hörst, mit anderen Instrumenten veredelt und ich mir dazu die Seele aus dem Leib schreie.

HH: Was sind deine aktuellen fünf Lieblings-CDs und deine drei Alben für die einsame Insel?

Aki: Uiui, kann ich hundert CDs in die Top 5 schreiben? Nicht, ok, gut, Top 5 im Moment... hängt etwas von meiner Gefühlslage ab:

1. Meshuggah - Destroy, Erase, Improve
2. Refused - Songs To Fan The Flames Of Discontent
3. Snot - Get Some
4. Slipknot - Slipknot
5. Soulfly - Soulfly

Auf die einsame Insel würde ich wahrscheinlich mitnehmen:

1. Meshuggah - Destroy, Erase, Improve (Ich liebe den Drummer... Ich würde gern die Zeit haben, mit Kokosnussschalen zu üben. (Anm. d. Red.: das hab ich leider nicht ganz gecheckt, was er da gemeint hat))
2. Slipknot - Slipknot (Ich kann einfach nicht genug davon bekommen... verdammte Bastarde)
3. Grinister - Unleashed (Das ist die wichtigste CD für mich... es stecken viele Erinnerungen drin)

HH: Oh, weil ich gerade die Bandinfo nochmal durchgelesen habe. Bist du straight edge (Aki "Str8 X" Hakkinnen...)? Wenn ja, wie wichtig ist das für dein Leben?

Aki: Ja, bin ich, aber nicht der traditionelle Typ, weil ich Fleisch esse. Ich rauche nicht, ich trinke nicht und nehme keine Drogen... (Anm. d. Red.: Schön, aber was ist mit rumhuren?) Drogen töten dich, wenn nicht deinen Körper, dann deinen Geist! Ich arbeite mit jungen Drogenabhängigen und muss diese Scheisse jeden Tag sehen. Ich hatte die Nase voll von den Überhängern und davon, Geld für nichts auszugeben... aufgrund all dessen beschloss ich, dass ich diese Scheisse nicht brauche. Diese Art zu leben bedeutet alles für mich, aber ich predige nicht, dass jeder es mir gleichtun sollte. Auf unseren Shows werde ich rasend ohne diese Chemikalien in mir... Der ganze Ärger und Hass kommt aus mir ganz natürlich!

HH: Ok, ich denke wir kommen schön langsam zum Ende. Danke für deine aufrichtigen und ehrlichen Antworten, auch bei kritischen Fragen. Hast du noch eine abschliessend Botschaft für unsere Leser und deine zukünftigen Fans?
Wenn ihr mal in München spielt, sollten wir ein Bier zusammen trinken, äh, ein Cola... ;-)

Aki: Klar hab ich noch eine Botschaft: nehmt keine Drogen... Drogen töten dich (wenn nicht deinen Körper, dann deinen Geist)! Keep on banging head and keep those pits alive!
Danke für das Interview!

HH: Ich habe zu danken!

Andreas

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