7 Headbänga online
27.10.2020 Thundermother
30.10.2020 Tuxedoo
31.10.2020 Halloween im Backstage
04.11.2020 Velvet Viper
07.11.2020 Mallevs Maleficarvm
07.11.2020 Herzblut
Reviews (10186)
Navigation
Artikel des Tages
RSS RSS
Atom Atom
In eigener Sache

Valid XHTML 1.0 Transitional

Valid CSS!

Valid RSS

Valid Atom 1.0

 

Festival-Bericht

Earthshaker Fest

mit Fear Factory, Primal Fear, Helloween, In Flames, 16 Hell Ventiler, The Traceelords, Disbelief, Mnemic, Psychopunch, Dream Evil, Leaves´ Eyes, Justice, Dew-Scented, Mantas, Rose Tattoo, Sodom, Destruction & U.D.O.

Autohof Geiselwind, Geiselwind 23.& 24.07.2004

(Fotogalerien: Earthshaker2004 )

Sommer, Hitze, Sonnenschein - Metalherz was willst du mehr? Ja klar, Festivals natürlich! Die dürfen natürlich nicht fehlen. Als Gegenpol zu dem eine halbe Weltreise entfernten Wacken, dem fast schon überlaufenen Bang Your Head und dem mehr als stressigem Summerbreeze entwickelt sich im fränkischen Hinterland etwas ganz Neues. Im verschlafenen Geiselwind - sonst nur bekannt für einen Vergnügungspark mit Streichelzoo - fand dieses Jahr die zweite Auflage des Earthshaker Festes statt: idyllisch gelegen, zwischen einem Fernfahrertreff mit Metzgerei und Restaurant, Mac Donalds und Burger King sowie zweier 24/7 Tanken. Fast schon ein kulinarisches Paradies was Open Airs angeht...
Nachdem auf einem recht natürlich anmutenden Acker das Zelt aufgeschlagen war, ging's ab aufs Gelände. Ein geteerter, zur Bühne hin leicht abfallender Platz und die üblichen Stände rings um ließen dann auch schnell dieses ganz spezielle Festival Gefühl aufkommen. Also schnell die Stimme geölt, die Ohren geputzt und ab geht's: Eine Bühne, Zwei Tage, 18 Bands - wir sind bereit!

Freitag, 23.07.2004

Den lustigen Reigen durften am Freitag Nachmittag dann die Punk'n'Roller 16 Hell Ventiler eröffnen. Erfahrungsgemäß hat der Opener eines Festivals immer einen schweren Stand und auch hier wurde keine Ausnahme gemacht. Der überwiegende Teil der noch spärlichen Besucher zog es erstmal vor das Gelände zu erkunden und interessierte sich keinen Deut für die mal straighte, mal recht zerfahrene Mucke. An sich recht nette Pausenmusik, für ein Metal Open Air aber leider gänzlich ungeeignet, da über weite Strecken einfach zu belanglos.
(JR)

Als nächstes betraten The Traceelords die Bretter, die die Welt bedeuten. Mit Refuse To Kiss Ass haben die Mannen um Ex-Sodom Gitarrist Andy Brings ja ein ziemlich geiles Stück Rock'n'Roll auf die Menschheit losgelassen und waren mit dem Vorsatz nach Geiselwind gekommen, mal so richtig die Sau raus zu lassen. Andys Gesangskünste konnte man dann bereits beim Soundcheck bewundern, wo er zum Mikrotest mal schnell ein "Take Me Tonight" vom Stapel ließ und so das ein oder andere amüsierte Grinsen erntete. Nach diesem Ausflug in die deutsche Popwelt präsentierten die Pottler ein buntes Potpourri aus alten und (mehrheitlich) neuen Songs. Andy spornte dabei das Publikum mit Hilfe seines losen Mundwerkes immer wieder zum Mitmachen an und unternahm - während der Basser für die Vocals zuständig war - einen kurzen Spaziergang zum Mischturm, salutierte und marschierte ein Solo spielend wieder zurück auf die Bühne. Die gute Laune der Band war ansteckend und so wurde der Auftritt von Traceelords zu einer kleinen und feinen Party. Der Grundstein zu einem geilen Wochenende war gelegt.
(JR)

Bei knappen 30 Grad im Schatten ging es dann mit Disbelief erstmals an Eingemachte. Der Ersatz für Atrocity machte von Anfang an klar, dass es am heutigen Tag keine Gefangenen geben würde. Mit "Misery", "To The Sky" oder "Spreading The Rage" wurden Granaten vom Stapel gelassen, bei denen die Nackenmuskulatur erstmals richtig geölt wurde und der Titel Earthshaker verdient war - eigentlich fast schon pervers bei dem Wetter. Auch das Publikum nahm die Erhöhung der Schlagzahl dankend an und feierte die deutschen Deather richtig ab.
(JR)

Das Einzige, was zu diesem Zeitpunkt wirklich extrem nervte, war die zunehmende Anzahl an Wespen. Man konnte keinen Schritt tun, geschweige denn von seinem Bier trinken ohne einen dieser penetranten BVB Fans vor der Nase zu haben. Ein wahrer Traum für jeden Allergiker... Ein Shotgun Blast läutete die nächste Runde ein: die dänischen Hybridmetaller Mnemic setzten alles daran die Jungs von Disbelief alt aussehen zu lassen. Es wurde Gas gegeben und losgeknüppelt, als ob der Belzebub persönlich hinter ihnen her ist - eine Wahnsinnsleistung wenn man bedenkt, dass der Drummer eigentlich eine Armverletzung auskurieren soll. Mnemic präsentierten sich in Höchstform, konnten auf einen sehr guten Sound bauen und spielten neben Material des Debüts Mechanical Spin Phenomena auch einige neue Songs, die mächtig Appetit auf das im September erscheinende Album machten. Eine energiegeladene Show mit dem bis dato besten bzw. intensivsten Publikumskontakt setzte diesem Auftritt dann noch das i-Tüpfelchen auf.
(JR)

Eine großflächige Bühnendeko mit Motiven des Devil's Ground Langeisen kündigte den Auftritt von Primal Fear an. Zu einem bedrohlich imposanten Intro betraten die Jungs um Muskelpack Ralf Scheepers die Bühne bewiesen einmal mehr, dass Teutonenstahl noch immer schneidet. Ohne Wenn und Aber wurde die Ankündigung des charismatischen Fronters ("Wir haben 60 Minuten, fünf Alben und eine Menge Spaß...") umgesetzt und das Publikum feierte und bangte zu "Angel In Black", "Final Embrace" oder "Running In The Dust". Als besonderes Schmankerl fanden sich mit "The Healer" der Bombastsong überhaupt und mit "Metal Is Forever" die Hymne schlechthin auf der Setlist. Man könnte fast meinen, die Jungs komponieren ihre Lieder extra für die Open Air Saison. Die angekündigte Stunde ging viel zu schnell vorbei und so blieb die Erkenntnis, dass es sich zu Primal Fear furchtbar gut abrocken lässt. Geniale Show Jungs...
(JR)

Was sich den ganzen Tag über angekündigt hatte, schien nun ernst zu machen. In der anschließenden Umbaupause begannen sich am Horizont bedrohliche Wolkenberge aufzutürmen und so hoffte wohl nur noch der größte Optimist diesen Tag trocken zu überstehen. Trotz dieser ungemütlichen Aussichten (wir sind ja schließlich nicht aus Zucker) machten es sich ca. 3000 Leute vor der Bühne gemütlich und fieberten den Auftritt von Fear Factory entgegen, die ihren Platz mit Rose Tattoo tauschen mussten. Freundlicherweise wurde dies aber weit im Vorraus angekündigt. Und dann war es soweit: Zu den ersten Tönen von "Slave Labor" stürmten die Amis die Bühne und mit ihnen kam das Gewitter. Aber scheißegal... kaum einer ließ sich von dem Wolkenbruch abschrecken (wie schon gesagt - wir sind nicht aus Zucker), die Stimmung war am Kochen und die Jungs boten eine phänomenale Show, die mit genialen Lichteffekten untermalt wurde (manche Leute behaupten es wären Blitze gewesen). Zumindest bis zum dritten Lied... denn dann ging irgendwo in nächster Nähe ein Blitz nieder und dieser einzigartige Auftritt musste aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Scheißdreck! Aber es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn der Gig nicht bei nächsten Earthshaker nachgeholt wird.
(JR)

Riecht ihr die Rekordluft? Nach phänomenalen fünfeinhalb Stunden Fahrtzeit für 230 km und sechs Staus sind wir doch tatsächlich in Geiselwind angekommen. Den einen oder anderen Entspannungsdrink später machte ich mich auch flugs zusammen mit einem großen Pulk auf den Weg vor die Bühne. Merke: der große Pulk hat Recht. Immer. Vor dem Schauplatz angekommen, wurde noch letzte Hand für den Fear Factory-Auftritt angelegt. An sich ist die Band nicht meine erste Wahl, aber wenn man schon da ist, schaut man es sich halt auch an. Die gewaltigen Regenschauer während der Fahrt liessen aber schon erahnen, was wenige Minuten darauf zur nassen Realität wurde: pünktlich mit den ersten Takten von Fear Factory kamen Wassermassen biblischen Ausmasses vom Himmel hernieder. Ein Wahnsinn, wie nass man in dreissig Sekunden werden kann. Der Stimmung im Publikum tat das zwar keinen Abbruch, im Gegenteil, nass moshen ist eine Mordsgaudi (wenn einem die Leute, die einen umkegeln, auch wieder aufhelfen würden. Fuck You!). Wenn aber die Band samt Equipment nass wird, ist das in den meisten Fällen weniger gut. So war dann auch recht schnell Schicht im Schacht, was die über die Probleme uninformierte Menge (mich eingeschlossen) mit einem herzhaften "Fuck Factory" lautstark kommentierte. Zehn Minuten mit erhobenem Mittelfinger und der Hoffnung auf weitere Musik später machte ich mich dann schliesslich nass bis auf die Knochen auf den Weg zurück zum Auto. Merke: Auch wenn du im Auto schläfst, solltest du Kleidung zum wechseln mitbringen. Noch eine Nacht mit nassem Arsch auf einer Mülltüte und mein Ego ist vollständig gebrochen.
(Erinc)

An dieser Stelle gebührt den Organisatoren des Festivals ein dickes Lob, denn die schnelle und unkomplizierte Öffnung der VIP-Halle für alle Besucher hätte wohl nicht überall so reibungslos geklappt. So hatten alle ein Dach über den Kopf und konnten das Ende des Sturmes abwarten - einzig die Gedanken an die 500 Meter entfernt stehenden Zelte beförderten die eine oder andere Sorgenfalte auf die Gesichter.
Nach dem Abklingen des Unwetters, machten wir uns auf den Rückweg zu den Zelten. Die Sumpflandschaft am Eingang des Campinggeländes ließ nichts Gutes erhoffen und so entschlossen wir uns nach einen kurzen Blick in die völlig durchnässten Dackelgaragen im Auto zu nächtigen. Wie gemütlich doch so ein 3-er Golf sein kann...

Samstag, 24.07.2004

Das Unwetter des Vortages noch im Magen und mit immer noch nassen Schuhen ging's am Samstag Vormittag weiter - dabei hätte es uns viel schlimmer erwischen können, wenn man die Meldungen über walnussgroße Hagelkörner nur eine Ortschaft weiter so hört. Also noch mal Glück gehabt - puh. Zu Gunsten der am gestrigen Abend entfallenen Rose Tattoo wurde die Running Order des Samstages ein wenig abgeändert. Etwas weniger Spielzeit für jede Band und kürzere Umbaupausen sollten den nötigen Freiraum schaffen, um den Auftritt der australischen Rocklegende doch noch zu ermöglichen.

Als erste Band an diesem Tag standen dann Psychopunch auf dem Programm. Dem Schwedenvierer waren die kurzfristigen Änderungen wohl relativ egal und mit ihren frechen, leichtgängigen Rocksongs verbreiteten sie schnell gute Stimmung unter den Anwesenden. Obwohl etliche Zuschauer mehr als gestern bei 16 Hell Ventiler vor der Bühne standen, bewahrheitete es sich auch hier: die Openerrolle übernehmen zu müssen ist immer eine undankbare Aufgabe. Wie dem auch sei... die halbe Stunde Spielzeit wurde mit vielen schnellen gute Laune Songs voll gestopft und jeder der Anwesenden hatte einen Mordsspaß. Alles in Allem ein guter Auftakt für den zweiten Festivaltag.
(JR)

Das erste Highlight des Tages folgte dann schon am frühen Vormittag: Dream Evil! Nachdem The Book Of Heavy Metal in meinem CD Player auf Dauerrotation steht, war ich doch sehr gespannt, ob die Allstar Vereinigung um Frederik Nordström und Niklas Isfeldt live für eine ebenso gute Stimmung sorgen kann. Und scheinbar dachte nicht nur ich so, denn mit den ersten Tönen von TBOHM wurde es rappelvoll vor der Bühne und die Stimmbänder wurden auf Temperatur gebracht. In Kriegsbemalung und teilweise kostümiert knallte man der bangenden Menge "Into The Moonlyght", "The Crusaders Anthem", "M.O.M.", "Men Of Metal", "Chasing The Dragon" und einige mehr vor den Latz. Nicht einmal der erste kurze Regenschauer des Tages konnte die Stimmung vermiesen - einzig eine Handvoll Mädels ergriff die Flucht vor den vereinzelten Tropfen. Die Stimme von Niklas und die Soloeinlagen Frederiks' machten die knapp 40 Minuten Spielzeit zu einem Fest für Liebhaber klassischen Heavy Metals und waren eines der Highlights dieses Festivals.
(JR)

Wie nah Licht und Schatten zusammen liegen, wurde danach bei Leaves' Eyes deutlich. Sehr schnell zerstreute sich die Menge, die Minuten vorher noch gefeiert hatte und machte somit ihren Unmut über das belanglose Geträller von Madame Liv Kristine Espenaes Krull klar. Gut, ihr Set war nicht unbedingt optimal abgemischt, aber für eine gleich bleibende monotone Tonlage, in der Mehrzahl langatmige und austauschbare Lieder sowie einen Bühnenperformance, die sogar ein eingefrorener Pinguin mit Hüftarthrose toppen könnte, kann auch der Mann hinter dem Mischpult nichts. Bezeichnenderweise kam das einzige Mal so etwas wie Stimmung auf, als ihr Gatte als Gastsänger auftrat und "The Oceans Wrath" durch die PA gejagt wurde (hier sei mir allerdings die Frage erlaubt, warum zum Teufel noch mal Atrocity ihren Auftritt abgesagt haben, obwohl der Knabe anwesend war... kein Bock, oder was?). Als dann nach einem schlechten Scherzchen auch noch der Himmel seine Pforten öffnete und ein heftiger Regenschauer sich über Geiselwind ergoss, fühlte ich mich endgültig an einen gewissen gallischen Barden erinnert... für mich der schlechteste Auftritt des ganzen Wochenendes.
(JR)

Da der am Freitag ausgefallenen Rose Tattoo-Auftritt nachgeholt werden sollte, wurde das Samstagsprogramm um einiges gestrafft, um die Aussie-Rocker noch irgendwo dazwischen schieben zu können. Deswegen habe ich auch den Großteil des Justice-Gigs verpasst, da der Beginn nach vorne geschoben und die Spielzeit verkürzt wurde. Sehr schade eigentlich, da der kraftvolle Metal der Franken, die sich auch für das komplette Festival verantwortlich zeichnen, durchaus zu gefallen wusste. Das bestätigten auch die für die relativ frühe Uhrzeit riesigen Zuschauermengen, die die Lokalmatadoren und ihren gelungenen Thrash Metal bangend und jubelnd anstachelten. Justice scheinen in ihrer Heimat eine riesige Lobby zu haben. So viele Zuschauer gab's bei den anderen Bands des Abends, die ich gesehen hab, nicht. Der Sound war nahezu perfekt abgemischt und machte einen Druck, dass einem die Löffel wegflogen. Aber den Coverband-Status, den sie bis zu diesem Auftritt für mich innehatten, konnten sie für mich trotzdem nicht ganz ablegen: wie zur Hölle kommt man auf die Idee, einen seiner Songs "Live Undead" zu nennen? Und das im Jahre 16 nach South of Heaven? Tss, tss, tss.
(Erinc)

Nach Justice wurde es dann Zeit für die Nordlichter von Dew-Scented. Die schienen mit ihrem Death/Thrash aber nicht unbedingt den Geschmack der anwesenden Meute zu treffen, da sich die Reihen schlagartig um einiges lichteten. Die, die geblieben waren, kamen aber auch nicht so recht aus dem Arsch, bis auf einen Kerl, der vorne ein paar Leute umpflügte, war nicht allzu viel Bewegung zu verzeichnen. Davon ließen sich die Fünf aber relativ wenig beeindrucken und spielten einen Set, wie man ihn von ihnen fast schon gewohnt ist: schnell, laut, hart, präzise. Aber eben nach dem fünften Mal auch relativ unspektakulär. Nichtsdestotrotz immer noch um so einige Klassen besser und unterhaltsamer als das, was folgen sollte...
(Erinc)

...Mantas nämlich, die Band des gleichnamigen Venom-Gitarristen. Meine Fresse, was für ein Schrott. Warum verkaufen sich Legenden immer weit unter Wert und lassen erbärmlichen Müll auf die Menschheit los (wehe, jemand sagt jetzt Slayer!)? (Slayer - Red.) Im Falle dieser Band ist es "Moderner Thrash". Mit allen Zutaten, die für diesen Stil eminent wichtig sind. Ein keifender und hüpfender Sänger (am besten mit seltsamer Frisur), Riffs, die einem im Glauben lassen, dass eine Gitarre nur eine Saite hätte und Lyrics mit inflationärem Gebrauch der Wörter "Fuck" und "Shit". Alles das haben Mantas perfekt unter einen Hut gebracht. Das einzig Interessante an dieser Truppe ist vielleicht die 19-jährige Drummerin, die mehr als ordentlich auf die Felle drischt. Tja, leider macht das die Songs auch nicht besser. Immer, wenn man mal ein gutes Riff zu hören bekam, war es von einem der insgesamt fünf (!!!) Venom-Cover. Das ist mindestens ein genauso gutes Indiz für die "Qualität" der Band wie die Tatsache, dass die Leute bis fünf Meter vor der Absperrung auf dem Boden saßen und in der Gegend rumguckten. Oder dass die Frage kam, wer das neue Album denn schon hat, obwohl das Ding erst im September rauskommt. Tjaja, der einzige Lichtblick waren halt die Covers: "Welcome To Hell", "Black Metal", "In League With Satan", "Witching Hour" und "Warhead". Ansonsten ein königlicher Griff in's Braune.
(Erinc)

Wer nach diesem traumatischen Erlebnis auf guten alten Sodom-Thrash hoffte, wurde leider enttäuscht. Rose Tattoo gaben sich nämlich außerplanmäßig die Ehre. Sicherlich war der Platz zwischen lauter Thrashbands nicht gerade optimal, aber es ließ sich wahrscheinlich nicht anders hinbiegen. So lauschte ich knapp anderthalb Stunden purem Aussie-Rock'n'Roll, wobei für meinen Geschmack zwei Songs auch schon gereicht hätten. Ist halt nicht so ganz meine Welt. Aber um meinen Geschmack geht's bekanntlich nicht und so lieferten Rose Tattoo zumindest den perfekten Soundtrack zum Biertrinken, entspannen oder mit den Füssen wippen. Jede Menge Leute hatten jedenfalls jede Menge Spaß daran. Und das ist ja nie verkehrt.
(Erinc)

Dann aber wurde es endlich Zeit für Sodom, die kurzfristig für die wegen einer Verletzung ausgefallenen Dragonlord eingesprungen waren. Und, meine Damen und Herren, das war ein Fest! Schon vor dem Auftritt machten die Stahlhelm-Sodomaniacs klar, dass die drei aus dem Pott auf diesem Festival eine der beliebtesten und am meisten umjubelten Bands werden würden. Mit allerlei Klassikern und sogar einem neuen Song (wie auch immer der geheißen haben mag) im Gepäck sorgten Sodom vom ersten Takt an für ekstatisches Haargewirbel und den wohl größten Pit des Tages. Natürlich durfte da neben "The Saw is the Law" oder "Remember The Fallen" auch "Die stumme Ursel" samt realem Exemplar der Gattung nicht fehlen; deren "Haupteingang" aber wurde leider von einem allzu leidenschaftlichen Verehrer kurzerhand abgerissen. Glückspilz. Zu "Der Wachturm" holte man sogar Ex-Bandmitglied und Traceelords-Mastermind Andy Brings auf die Bretter. Sodom zu viert, das gab's noch nie. Als Zugabe dröhnte man noch "Ace Of Spades" und das "Stalinhagel"-Medley in die Welt hinaus. Ganz großes Kino! Bei Dragonlord wär's ums verrecken nicht so abgegangen.
(Erinc)

Nach einer sehr kurzen Umbaupause (Applaus) kamen die zweiten deutschen Thrashgötter im Bunde, Destruction, an die Reihe. Bei denen ging's aber nicht so zu wie bei Sodom, aus welchem Grund auch immer. An der Setlist kann's nicht gelegen haben, präsentierte man doch neben Songs von der aktuellen Platte Metal Discharge wie z.B. "The Ravenous Beast" auch unsterbliche Klassiker wie "Curse The Gods" oder "Bestial Invasion". Die recht geringe Mitmachbereitschaft fiel auch Schmier auf, der mit überkultigen Sprüchen wie "Kennt ihr noch 'nen Moshpit? So oldschool achtziger Jahre und so?" die Leute motivieren wollte; jedoch nicht unbedingt mit Erfolg beschenkt wurde. Nichtsdestotrotz ein kurzweiliges Set und ein unterhaltsamer Auftritt, gleichzeitig auch der letzte für mich an diesem Tag.
(Erinc)

Nach den vorangegangenen Thrashattacken war es an der Zeit die Geschwindigkeit ein wenig zu drosseln ohne dabei Langeweile aufkommen zu lassen. Diese Aufgabe durfte niemand geringerer als Kampfzwerg Udo U.D.O. Dirkschneider übernehmen. Sonnenbebrillt und in einem stilechten Flecktarnanzug (schläft der eigentlich in dem Ding?!?) kam er auf die Bühnen und stellte unter Beweis, warum er noch immer zu den ganz Großen in diesem Geschäft gehört. Wie ein Duracell Hase tobte er über die Bühne und schrie mit seiner Reibeisenstimme einen Song nach dem anderen ins Mikro. Dass er diesmal größtenteils auf die Accept Klassiker verzichtete tat der Stimmung keinen Abbruch. Die Menge bangte, Udo gröhlte und jeder hatte seinen Spaß. Nach 40 Minuten verließ der kleine große Mann des deutschen Metal die Bühne, kehrte aber nochmals zurück und brachte das, worauf sich im Geheimen jeder gefreut hatte. "Princess Of The Dark" und "Balls To The Wall" sorgten für mächtig Laune und rauhe Stimmbänder, die beim abschließenden "Heidiheidoheida..." noch mal richtig strapaziert wurden. Einzig Udo's nachfolgender Schrei danach kam etwas schräg aus der Kehle des Meisters. Alles in Allem eine kurzweilige Show des Altmeisters.
(JR)

Die einsetzende Dämmerung sorgte für die richtige Stimmung zum folgenden Helloween Gig und der hielt einige Überraschungen parat. Bereits im Vorfeld des Earthshaker Fests haben Weiki und Co. angekündigt eine Art Best-Of-Show spielen zu wollen - so richtig geglaubt hab ich es nicht. Das erste freudige Grinsen betrat dann schon beim ersten Lied mein Gesicht: "Starlight" hätte ich als Opener nun wirklich nicht erwartet. Auch das nachfolgende "Keeper Of The Seven Keys" war eine echte Überraschung, wenn auch ein wenig zu lang für einen Festivalauftritt. Die Songauswahl der Kürbisse war an diesem Abend generell sehr gut: "Perfect Gentleman", "Dr.Stein", "Eagle Fly Free" und ein paar Happen von den letzten beiden Scheiben. Einzig die 10-minütige Mitträllerorgie bei "Power" hätte nicht sein müssen. Dazu ist die Spielzeit bei so einem Auftritt echt zu kurz. Außerdem ging das "Erst-singt-die-linke-Seite-dann-die-rechte" dem Volk nach kürzester Zeit merkbar auf die Nüsse - interessiert hat's Meister Deris nicht. Egal, die Show und die Songauswahl war eine nicht zu hoffen gewagte Wucht, die nur einen Kritikpunkt offen ließ: Die alten Stücke sind einfach nichts für Andi Deris' Stimme. Aber es tat verdammt gut die alten Sachen mal wieder zu hören...
(JR)

Mit den letzten Tönen der Happy Metal Fraktion begann der letzte Umbau des Wochenendes. Nahezu jeder Besucher suchte sich ein Plätzchen vor der Bühne um auf die ungekrönten Könige des schwedischen Melodic Death zu warten... und zu warten... und zu warten. Die besagte Umstrukturierung der Bühne zog sich schon verdammt lange hin. Interessiert hat's letztlich keinen mehr, als die ersten Takte von "Pinball Map" erklangen und In Flames wie von der Tarantel gestochen loslegten. Ausser fliegendem Haar und empor gestreckten Händen war denn auch nichts mehr zu sehen. Sehr aktiv und mit einer überragenden Bühnenpräsenz bewiesen die Jungs mal wieder, warum sie mittlerweile zu den ganz Großen gehören. Verstärkt durch eine fette Pyroshow und mit einem genialen Sound servierten In Flames einen Hammersong nach dem anderen. Egal ob "Episode 666", "The Quiet Place", "Trigger", "Touch Of Red", "Colony", "Only For The Weak" oder das obligatorische "Behind Space" - die bangende Fraktion sog das Dargebotene gierig auf und die Band hatte einen diebischen Spaß daran. Für die Überraschung des Abends sorgte dann Anders, der lapidar erklärte, dass man kein Drumsolo spielen wolle und das deshalb jemand aus dem Publikum übernehmen soll. Die Ehre gebührte einen gewissen Joe, der ein knapp 2-minütiges Solo runterkesselte, das sich wirklich gewaschen hatte. Klasse Leistung, Hombre. Von der Bühne aus durfte er mit ansehen, wie der letzte In Flames Gig diesen Jahres zu Ende ging und mit "My Sweet Shadow" ein genialer Schlusspunkt unter ein geniales Wochenende gesetzt wurde...

Tja Leute, das war's. Die zweite Auflage des Earthshaker Festes ging vorüber und wir alle hoffen uns nächstes Jahr wieder in Geiselwind einfinden zu können. Dann aber ohne das ganze Wasser aus dem ersten Stock...

Bleiben eigentlich nur noch ein paar Worte zum Schluss:
Diese debile Evolutionsbremse, die der Meinung war Freitag Abend unter Drogen- und Alkoholeinfluss mit dem Auto über den Zeltplatz brettern zu müssen und dabei ein Zelt mitsamt Besatzung nieder zu mähen, sollte man an seinen Eiern aufhängen! Burn in Hell - Bastard! Hoffentlich siehst du deinen Schein erst am Sankt Nimmerleinstag wieder. Wir von Heavyhardes.de wünschen den beiden - zum Glück nicht lebensgefährlich - verletzten Mädels gute Besserung. Haltet die Ohren steif!
Es wäre unter Umständen eine gute Idee gewesen, den Zeltplatz zu mähen. Das hätte denjenigen, die auf Grünzeug und diverse Insekten allergisch reagieren sehr geholfen.
Für nächstes Mal wäre eine Waschgelegenheit auf dem Campinggelände nicht schlecht.
Handtrockner im Klo eignen sich hervorragend dazu klatschnasse Shirts vom Wasser zu befreien.
Das war's nun endgültig - Good Night...

Weitere Redakteurin: Ramona


© www.heavyhardes.de