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Konzert-Bericht

Die Happy & Eikostate

Freiheiz, München 27.12.2012

Also, liebe Freunde der gepflegten Sangeskultur, jede Kapelle, die es schafft, in der gleichen Besetzung (!) über Jahre Qualität zu liefern und dann noch vor nicht allzu langer Zeit ihr 1000. Konzert (!!!) zu begehen und dabei nicht auszusehen wie crazy mixed-up Zombies - denen gebührt Respekt. Eben jenen zollen wir allzu gerne, als Die Happy, unsere Lieblings-Hüpfburg-Betreiber aus dem Schwabenlande, auf ihrer sinnigerweise 1000 Shows And More betitelten Tournee auch bei uns vorbeischauen.

Ort der Austragung ist die Freiheizhalle, eine lauschige Location an der Donnersberger Bruckn, die für Geschehnisse dieser Größenordnung genau richtig ist. Wir traben pünktlich ein, wobei selbstverständlich die Kleiderordnung befolgt wird (was heißt: niemals ein Band-Shirt zu einem Konzert, weil das ist so wie Pink Floyd hören und Schuhmacher-Fan gewesen sein, cosi fan tutte, so machens alle, wir also nicht) - was im Verlauf noch wichtig wird. Wir kommen darauf zurück.

Jetzt gilt es aber erst einmal den Klängen von Eikostate zu lauschen, vier jungen Herren aus Barrrrrrssssselona, die klassischen melodischen Rock mit Einsprengseln von Rick Springfield oder manchmal auch Linkin Park kredenzen und dabei japanische Einflüsse verarbeiten (echt!). Der Sänger liest zwar seine kurze deutsche Ansage mühselig vom Zettel ab, aber das macht eigentlich Freude und gefällt. Mehr als nur hörbare 30 Minuten, die eine gute Einstimmung bieten. Fein.

So jetzt kurz raus zur Wasserstelle, und da lässt mich ein bärtiger Mensch in breitem Schwäbisch plötzlich hochleben: "Ah schau emal der had e Schbaaarkasse-T-Shirt an! De Schbaaarkasse-Mann!" Naja nicht so ganz, das "S" steht nicht für Sparkasse, aber ich gehe das mal mit und unterhalte mich mit dem Kollegen köstlich über seinen roten Bademantel, den er nach eigenen Worten höchstselbst gefertigt, mit einem Onkelz-Schriftzug versehen und beim 1000. Konzert getragen hat. Meiner Befragung in Sachen Lausitzring, Der W. und Gonzo entnimmt er, dass ich die Onkelz zwar nicht mag aber dennoch kenne, und somit bin ich für den Rest des Abends angesehen. So auch bei den beiden jungen Damen aus Österreich, die in sichtlich beschwingtem Zustand Unterschriften auf dem Körper sammeln. Nachdem die besten Stellen schon vergeben sind, zeichne ich jeweils die Unterarme mit Kal-El ab, was die natürlich nicht kapieren, aber macht nichts. Die eigentliche Frage ist doch, warum ich Blödmann nicht auf die gleiche Idee komme wie mein Nachfolger, der flugs den Bauch signiert. Ihr seht, ich übe noch.

So, genug soziales Getue, es geht zur Sache! Mit Verve und "Bang Boom Bang" steigen sie ins Set ein, Marta springt zuletzt auf die Bühne in einem roten Umhang-Shirt-Dingens und enger Hose. Jawoll, sehr gut. "Blood Cell Traffic Jam" kracht wie immer fröhlich rein, der Sound ist gut, und dass Frau Jandova eine wahres Wunder an guter Laune und Energie ist, darüber müssen wir uns ja nicht erneut auslassen. Die Menge goutiert das Spektakel wie stets mit Schmackes, sogar die mitreisenden Mädels in der ersten Reihe lassen sich zu kleineren Mosh-Aktionen hinreißen, und der bärtige Morgenmantel-Träger hüpft durchs Feld wie angestochen. "Goodbye" verzaubert durch eine wohlige Kombination aus feschem Rhythmus und dem selbstbewussten Text-Gehalt "Du hast keinen Bock mehr auf mich also hau ab!" Zwischendurch stellt Marta fest, dass sie alle älter werden ("der Textzettel hier ist zu klein und es ist zu dunkel!" - Gegenkommentar Thorsten: "Das ist eine große Schrift!"), bevor wir dann mit einem akustischen Einschub etwas zur Ruhe kommen. Aber das dauert nicht lange, die "Sascha bleib wo der Pfeffer-wächst"-Hymne "Love To Hate You" ist dankenswerterweise wieder im Programm und zündet genauso wie das immer wieder überraschend ruppige "Violent Dreams" und "Easy Come, Easy Go". Dazwischen erläutert Marta bestens gestimmt, dass Bayern und Tschechen ("ich komme ja aus dem Osten, da wurde kommandiert") doch einiges gemeinsam haben (Bier trinken, Knödel essen), und der "Big Boy" sorgt dafür, dass allgemeines Trampolin-Gefühl angesagt ist. Nachdem es mich dann irgendwie immer weiter vorspült, erhascht mich Martas Blick irgendwann frontal, was sie dann entsprechend honoriert: "Schaut mal! Wir sind hier, und Superman wollte auch dabei sein! Musst du nicht die Welt retten?" Ich erkläre ihr, nein heute nicht, heute bin ich extra für sie da, natürlich. Danach widmet sie mir das nächste Lied, es handele ja schließlich auch vom Fliegen, und wenn ich noch wüsste welches das war würde das natürlich helfen. Naja, bei "Rebel In You" und "Peaches" fliegen die üblichen Fetzen, und irgendwann ist nach dem Destiny's Child-Cover "Survivor" dann Schicht im Schacht. Aaaaaaber es fehlt ja noch so eine ganze Menge... und sie kommen wieder, und nach einem grandiosen "Not That Kind Of Girl" brettern sie dann wieder ihr all time aber so ganz ohne Zweifel man kann sich nicht satt hören bestes Lied - und Marta macht sich wieder einen Spaß daraus mir Flugbewegungen zuzuwerfen. Schön. Auch wenn ich nicht textsicher bin, es heißt insanity, nicht infinity!! Versammt.
Fazit: großer Spaß, für alle. Ihr seht, es geht auch Maiden-Shirt. Sogar besser. Vielleicht kommt nächstes Mal der Barry Allen. Mal schauen, ob sie dann noch schneller über die Bühne rennt.

Holgi

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