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Infernal Poetry - Paraphiliac

Infernal Poetry - Paraphiliac
Stil: Progressive Death Metal
VÖ: 14. Januar 2013
Zeit: 37:46
Label: Bakerteam Records
Homepage: www.infernalpoetry.com

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Fast vier Jahre haben die Sickos von Infernal Poetry gebraucht, um endlich ein neues Langeisen auf den Markt zu werfen. Vier Jahre, während denen bei mir deutliche Entzugserscheinungen bezüglich der kranken Mucke der Italiener aufkamen. Ist das aktuelle Album nun die Art Droge geworden, nach der mich so sehr dürstete?

Nun, im Großen und Ganzen schon. Nicht mehr ganz so extrem abgefahren wie noch 2009, aber dennoch unverkennbar "Schizo Death Metal", so präsentieren sich die fünf Psychotiker aus Ancona mit ihrem Einstand bei Bakerteam Records. Deutlich leichter nachvollziehbar als auf Nervous System Failure, aber immer noch weit jenseits des Mainstreams, bieten die Prog-Deather fordernde Musik, die ständig Unerwartetes bietet, vertrackte Arrangements, leicht hysterische Stimmungsschwankungen, aber auch recht eingängige Passagen und bei aller Abgefahrenheit meist problemlos nachvollziehbare Songstrukturen. Altersmilde oder ein beginnender mentaler Heilungsprozess? Wer weiß das schon so genau, wahrscheinlich nicht mal die Musiker selbst. Eigentlich kann es dem Rezensenten auch egal sein, was zählt ist das Ergebnis und das ist definitiv gut ausgefallen, auch wenn mir das Vorgänger-Album mit seinem noch ein Level höher angesiedelten musikalischen Wahnsinn noch ein klein wenig besser gefallen hat. Liegt aber möglicherweise auch an meinem langsam fortschreitenden geistigen Verfall...

Technisch haben die Italiener noch eine Schippe zugelegt. Die Produktion kracht ganz gewaltig, Tranquilizer hat der Mixer da sicher keine eingeworfen. So bekommt jedes Instrument den Platz, den es benötigt, um seine Nerven zerfetzende Wirkung entfalten zu können. Ganz besonders gilt das für die Gitarren, welche den Löwenanteil an der erzeugten Stimmung ausmachen, aber auch die Stimme von Goldkehlchen Paolo darf ihr Scherflein dazu beitragen. Das äußerst variable, sehr vielschichtige Drumming gefällt mir noch einen Tacken besser als vor vier Jahren. Dafür gehört das Artwork eher in die Kategorie "ganz okay" und auch bei der Spieldauer ist ein kleiner Rückschritt zu verzeichnen, allerdings doch nicht so gravierend, dass man darob aus der Haut fahren müsste.

Infernal Poetry geben sich auch 2012 alle Mühe, abgedrehte Mucke mit einem gehörigen Augenzwinkern zu fabrizieren und kommen dabei dem Niveau des Vorgängers recht nahe. In Bahnen gelenkter Wahnsinn eben und damit vielleicht sogar die Chance, die Fanbasis etwas zu erweitern. Genug Verrückte sollte es ja geben da draußen...

Hannes

5 von 6 Punkten

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