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Anvil - Juggernaut Of Justice

Anvil - Juggernaut Of Justice
Stil: Power Thrash Metal
VÖ: 17. Juni 2011
Zeit: 44:36
Label: Steamhammer
Homepage: www.anvilmetal.com

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Ein paar generelle Fragen zum Anfang: ist es heutzutage schwieriger als früher für eine Metal-Band, ein Album unter's Volk zu bringen, bei dem sich die Anhängerschaft sogleich einig ist: das wird ein Klassiker? Wenn ja, liegt das an der festzustellenden Bandschwemme? Der Unüberschaubarkeit des Marktes, auf dem wie überall in der heutigen Zeit der Durchschnitt das Zepter schwingt? Was wird dem Titel Klassiker (neben Goethe und Schiller) überhaupt gerecht? Muss ein solcher in den 80ern produziert worden sein oder lassen sich beispielsweise Alben wie Heaven Shall Burns Antigone, Marilyn Mansons Antichrist Superstar, Ministrys Psalm 69 oder Pearl Jams Ten als Klassiker bezeichnen? Letztlich wird wohl die subjektive Perspektive entscheidend sein. Derjenige, der gerade 18 wurde als Nirvanas Nevermind MTV überflutete, wird die Scheibe als Klassiker betiteln; derjenige, der die ersten metallischen Gehversuche zu As I Lay Dyings Frail Words Collaps machte, wird den gleichen Titel hierfür in Anspruch nehmen. Doch was meines Erachtens Fakt scheint, ist die Schwierigkeit, die Heroen der 80er haben im neuen Jahrtausend solche Platten zu machen, die bei der Anhängerschaft genauso wie die alten Scheiben Klassikerstatus innehaben. Und: das liegt meines Erachtens oft nicht an der Klasse der jeweiligen Alben neueren Datums. Babylon von W.A.S.P. sehe ich ähnlich stark wie damals The Last Command, The Puppet Master von King Diamond liegt auf einem Level mit Them und (mal unter uns): ist Brave New World nicht bereits genauso ein Klassiker wie Piece Of Mind und ähnlich genial? Auf was will der Rezensent hinaus: hätten Anvil Juggernaut Of Justice Mitte der 80er aufgenommen, wäre dieses Album heute ein All-Time-Classic, wie man so schön sagt. Da leg ich mich fest. Doch stellt sich mir die Frage, zusammen mit all den anderen, die anfangs in die Runde geworfen wurden und mir beim Hören der Platte durch den Kopf gingen, ob diese Platte, veröffentlicht 2011, später in einem Klassiker-Atemzug mit Metal On Metal und Forged In Fire genannt wird. Verdient hätte sie es.

Denn: Steve "Lips" Kudlow, Robb Reiner und Glenn Five ist mit eben jenem Juggernaut Of Justice eine Ansammlung von Heavy-Metal-Perlen gelungen, wie meines Erachtens bis dato noch nie in der Karriere der aus Toronto, Kanada stammenden Urgesteine. Top produziert animiert schon der an den Anfang gestellte Titeltrack den Hörer ausgelassen mitzubangen. Metal-Riffs en masse, ein schlichter, leicht mitgrölbarer Refrain und die irren Solieinlagen, die von jeher eines der Markenzeichen von Anvil waren. Oberstes Level, das im Speed-Bolzen "When All Hell Breaks Loose" locker gehalten wird. Mit solcher Mucke, auch beispielsweise vergegenwärtigt im rasanten "On Fire" oder dem wahnsinnigen, an älteres Songmaterial wie "Cocrete Jungle" erinnernden "The Ride" haben Anvil eine ganze Generation von Metal-Musikern beeinflusst, die später das erfunden haben, was sich Thrash nennt. Die Problematik lag bei Anvil meiner Meinung nach immer daran, dass sie zwar auf allen ihren Alben mindestens zwei oder drei Übersongs hatten, aber eben auch immer zwei, drei durchschnittliche Nummern. Letztere sucht man nun auf Juggernaut Of Justice vegebens. Ob wir vom gar alte Alice Cooper-Nummern der Marke "Prince Of Darkness" oder "Gail" herbeizitierenden, bedrohlich wirkenden "Conspiracy", vom mit Punkeinflüssen (etwa der UK Subs oder der Vibrators) spielenden "Not Afraid" oder vom absolut genialen "Turn It Up" sprechen, welches einer dieser Songs ist, bei dem man schon nach ein paar Sekunden die Faust gen Himmel reckt - alles Heavy Metal erster Klasse.
Klassiker kommt von Klasse und beide Begriffe dürfen in einem Atemzug mit Juggernaut Of Justice genannt werden. Bei der Verteilung der Höchstnote musste ich hier nicht mal überlegen.

Fuxx

6 von 6 Punkten

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