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Leaves´ Eyes - Meredead

Leaves´ Eyes - Meredead
Stil: Gothic Folk Metal
VÖ: 22. April 2011
Zeit: 56:50
Label: Napalm Records
Homepage: www.leaveseyes.de

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Nach der starken letzten Vorstellung Njord und ihrem Solo-Outing Skintight kredenzt uns die holde Liv zusammen mit ihrem eher unholden Ehegatten Alex Krull hiermit das neueste, mittlerweile vierte Werk in Sachen gepflegte Gothik. Insgesamt ist es durchaus faszinierend zu beobachten, wie sich das Genre entwickelt: entweder man zieht das Ding weiter durch, weil man das halt darf (Nightwish), geht weiter in neue, kommerziellere, aber famose Richtungen (Within Temptation - man vergleiche unsere enthusiastischen Ausführungen zu deren letzter Monumentaltat The Unforgiving), oder man bewegt sich konsequent weiter weg von der Oper hin zur Folklore.

Denn genau das machen Leaves' Eyes auch hier wieder. Schon auf Njord gab es zwar immer noch Bombast und hohe Soundklippen, an denen die gute Liv bisweilen nicht ganz erfolgreich vorbeisegelt, aber was den Sound differenzierte, waren die folkloristischen Einsprengsel, und die werden auf Meredead immer größer geschrieben, was das Album absolut spannend und entdeckenswert macht. Nach einem etwas sperrigen Opener ("Spirit's Masquerade") geht es mit "Étain" dann symptomatisch zur Sache: getragener Anfang, norwegischer Gesang (ich tippe mal, es geht nicht um Fußball, sondern wieder mal eher um Mythen der Heimat), gerne auch choral gehalten, dann schweres Geschütz, untermalt von folkloristischen Geigeneinsätzen. Aber auch Donnerschlagwerk und dräuende Atmosphäre. Genial! Etwas straighter dann "Velvet Heart", wieder mit feinen Geigeneinsätzen, ein gradeausrockender Bombast-Kracher, der sofort Freude macht. Irgendwie ist das Ganze dieses Mal auch besser auf die Stimme der guten Dame eingestellt, das wirkt nicht mehr so, als ob sie immer am äußersten Rande agiert - gut so. "Krakevista" liefert ein feines norwegisches Traditional mit klaren Volksliedquellen, wo dann auch nicht nur die Akustik-Klampfe, sondern auch das (so informiert uns der Waschzettel) skandinavische Instrument Nyckelharpa erklingt (harpa, humppa, also diese Waldschrate aus dem Norden Europas sind schon spaßig, so viel steht fest).

Dass Meister Krull ein Faible für 80er-Pop hat, ist bekannt, und so findet sich auch hier wieder eine Coverversion: "To France" des Multiinstrumentalisten Mike Oldfield muss dran glauben. Gut umgesetzt, das Original ist ja durchaus auch gekonnt, aber nicht zwingend, warum das sein muss. Der erste Höhepunkt folgt auf dem Fuße, das wiederum in Landessprache und teilweise Altenglisch (meine Herren, ist das mit dem Beowulf lange her, ich versteh nix mehr) vorgetragene Titelstück "Meredead" bringt Choräle, Folklore, Akustik, monumentales Geballer und ätherische Schwere. Grandios, ganz großes Gothenkino. Auf dem zentral platzierten, epischen Langwerk "Sigrlinn" kredenzt man das Nämliche, ergänzt um ein paar schmackige Grunzer des Herrn Krull, womit wir denn auch wieder mal das Schöne und das Biest-Spielchen hätten.

So geht der Reigen fröhlich weiter, von Folklore ("Mine Taror Er Ei Grimme", ähem ja genau), dem getragenen "Empty Horizon", dem durchaus ruppigen, schmissigen "Nystev" und der Rausschmeißer-Ballade "Tell-Tale Eyes". Am komplexen, vielschichtigen Sound wirkt dabei wieder mal ein ganzer Clan mit, natürlich Schwesterlein Carmen Elise Esepenaes von Midnattsol nebst Oberkelly John von Elfenthal, und Victor Smolskis Lingua Mortis-Orchester sorgt für den Bombast-Anstrich.

Es gilt erneut: Hut ab, diese Kollegen schaffen sich eine ganz eigene Nische zwischen reinem Opernbombast auf der einen Seite und folkloristisch durchzogenem Geballer, wie es die Finnen ja oft zelebrieren, auf der anderen. Sehr fein.

Und im Übrigen zu bestaunen als Support der göttlichen Tarja im Mai. Hingehen und staunen!

Ähem, hab ich das Cover schon erwähnt...? Donnerwetter, was ein Screensaver...

Holgi

6 von 6 Punkten

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