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Vanden Plas - The Seraphic Clockwork

Vanden Plas - The Seraphic Clockwork
Stil: Progressive Metal
VÖ: 04. Juni 2010
Zeit: 72:53
Label: Frontiers Records
Homepage: www.vandenplas.de

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Genauso wie zwischen den beiden Vorgängeralben zogen auch diesmal vier Jahre ins Land, bevor der geneigte Vanden Plas-Fan den Nachfolger des fulminanten Christ 0-Albums in den Händen halten darf. Während ich mich immer noch ärgere, dass ich die Musicalumsetzung von Christ 0, die hier gleich um die Ecke im Gärtnerplatztheater aufgeführt wurde, verpennt habe, haben die nimmermüden Vanden Plas-Jungs sich inzwischen schon an anderen Musicalproduktionen wie Jesus Christ Superstar oder Hair am Pfalztheater Kaiserslautern ausgetobt. Aber wir wollen ja über das neue Album reden und da kann ich nur sagen: The Seraphic Clockwork ist groß geworden! Die Musik ist theatralisch, ausufernd und opulent, die dichte Geschichte, die den Hörer in das Rom des 16. Jahrhunderts entführt, wirft essentielle philosopische Fragen nach der Unausweichlichkeit des eigenen Schicksals auf und viele der epischen Stücke landen fast zwingend im Zehn-Minuten-Bereich. Nichtsdestotrotz ist The Seraphic Clockwork eine ausgewachsene Metal-Scheibe, die, wenn auch in einem sehr glattgebügelten Soundgewand, sich nicht hinter anderen Prog-Releases, auch nicht hinter denen von Dream Theater, verstecken muss.

Gefallen finden vor allem die in jedem Lied liebevoll eingestrickten Zwischenteile, die zwischen einfühlsamen Keyboard- und Gitarren-Melodien und vertrackten, treibenden Skalenparts wie etwa bei "Scar Of An Angel" hin und her wechseln. Griffige Mitsingmelodien sind eher rar gesät, finden sich aber vor allem in den kürzeren Songs wie "Frequency" und "Holes In The Sky" - aber auch "Rush Of Silence" hat eine großartige Hookline verpasst bekommen. Oft trifft man auf das Muster, bei dem sich balladeske Strophen mit Breitwand-Melodic-Metal-Refrains ablösen. Es ist erstaunlich, wie ausgezeichnet es Vanden Plas wiederholt gelingt, das Thema der Songs auch in der Musik zu transportieren, als Beispiel sei hier nur "The Final Murder" genannt, welches unterschwellig eine herrlich bedrohliche Stimmung verbreitet. Höhepunkt des Albums stellt das 13-minütige "On My Way To Jerusalem" dar, welches eine Zeitreise des Protagonisten in das Jerusalem des Jahres 33 nach Christus (ratet mal, was da wohl gerade passiert...) musikalisch untermalt. Dieser Song vereinigt, von vertrackter Rhythmik über harte Riffs bis hin zu anmutigen Melodien, alle Facetten des Vanden Plas-Sounds auf betörende Art und Weise. Der lethargische Bonustrack "Eleyson" hätte meiner Meinung nach jedoch nicht mehr unbedingt auf das Album gemusst, da dieser doch deutlich vom Rest des Materials abfällt.

Trotz aller Genialität sind die neuen Vanden Plas-Songs nicht nur sehr lang, sondern beinhalten auch die ein oder andere Länge, die den Hörfluss, insbesondere wenn man unaufmerksam ist, stören kann. Deshalb würde ich The Seraphic Clockwork in meiner Rangliste knapp hinter Christ 0 einordnen. Das sollte aber niemanden daran hindern, sich die Scheibe trotzdem zuzulegen, denn erstens ist das Gejammere auf sehr hohem Niveau und zweitens ist The Seraphic Clockwork ein mehr als würdiger Nachfolger zu Christ 0 geworden, den auf diesem Level sicherlich nicht viele andere Bands einfach so aus dem Ärmel schütteln können.

Sebbes

5 von 6 Punkten

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