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Heathen - The Evolution Of Chaos

Heathen - The Evolution Of Chaos
Stil: Thrash Metal
VÖ: 29. Januar 2010
Zeit: 68:34
Label: Mascot Records
Homepage: -

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Heathen sind zurück! Jahaaaa! Das ist die Scheibe, auf die nicht nur ich, nein, Horden von Bay Area-Afficionados satte 19 Jahre gewartet haben. Seit fünf Jahren bereits angekündigt, ist es mit Beginn 2010 endlich wahr geworden. David White, Lee Altus und Co. geben sich die Ehre, um ihr drittes vollwertiges Album auf die Metaleros der Erde loszulassen. Genug der langen Rede, CD mit zittrig feuchten Händen und ebenso glitschig rutschigem Schritt in den Schlitten des Players gelegt, Starttaste gedrückt und bei einem wohl temperiertem Weißbier den Klängen gelauscht. Jetzt dürfen Lee und sein Gitarren-Sidekick Kragen Lum mich ins melodisch thrashende Universum beamen.

Was muss ich sagen? Mehrere Durchgänge sind geschafft und was fiel als erstes auf, leider negativ? Der sterile Sound vom Motherboard des Jacob Hansen. Was also Overkill und Exodus können, können Heathen schon lange. Vor allem wenn über die "imaginären" Toms gerödelt wird, tut es weh. Jeder Schlag klingt exakt gleich mau, also derselbe Härtegrad und sauber an der Schnur gezogen. Mein Gott, dafür haben sie das Teil x-mal mischen und mastern lassen. "Toll" auch die abgehackten Gitarren-Parts zu Beginn von "No Stone Unturned". Da wurde alles Organische weggefiltert, was ein Gitarrenspiel und das Gefühl eines Gitarristen ausmacht.

Zweiter Kritikpunkt ist der über weite Strecken absolut unmelodische Gesang von David Godfrey aka White. Bei einem "blinden" Reinhören der ersten beiden Songs hätte ich nie und nimmer auf Heathen getippt, sondern auf eine "Modern Thrash goes Retro"-Band a la Evile. Einzig in ruhigen Passagen wie bei dem extrem langen "No Stone Unturned" höre ich den "jungen" David raus. Die thrashende Halbballade "A Hero's Welcome" passt irgendwie gar nicht zum Fluss der Scheibe, der textliche Pathos geht aus Sicht eines US-Amerikaners wohl in Ordnung.

Also alles schlecht? Mitnichten, ganz im Gegenteil! Denn die Songs sind, mit Ausnahme des Heldenwillkommensgrußes, beste Bay Area-Unterhaltung, die Gitarren bei den Riffs und Soli exzellent, wenn auch im Rhythmusbereich neue Exodus dann und wann herauszuhören sind. Der Lee Altus darf das als mittlerweile agierender zweiter Exodus-Klampfer natürlich. Old Metallica schimmern bei Nummern wie "Fade Away" nicht nur einmal durch. Dazu gibt es viele melodische Bridges und starke Gitarrenharmonien, die zwar einer Victims Of Deception nicht ganz das Wasser reichen können, aber in diesen Zeiten ein mehr als willkommenes Stilmerkmal darstellen. Vom Esprit und Charme des Megakrachers Breaking The Silence ist man weit entfernt, aber dahin wollten Lee und Co. sowieso nicht. Insgesamt eine sehr gute Scheibe in Songs und Gitarren, aber meine Erwartungen waren nach den geilen Liveauftritten und dem fünfjährigen Tüfteln am Sound eindeutig zu hoch. Mal sehen, wie groß The Evolution Of Chaos noch wächst und was der "test of time" sagen wird.

Anspieltipps: "No Stone Unturned", "Fade Away", "Undone", "Red Tears Of Disgrace", und "Silent Nothingness", bei zuletzt genanntem hört man auch mal das Rutschen der Finger auf dem Steg. Bay Area-Lunatics sowie melodisch gitarrenfixierte Thrasher müssen zugreifen. Hat man sich mit dem Sound angefreundet, kann auch der Rezensent von einer Scheibe des Jahres sprechen.

Siebi

5 von 6 Punkten

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