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Crekko - Paint The Town Red

Crekko - Paint The Town Red
Stil: Post-Grunge
VÖ: 02. Oktober 2009
Zeit: 51:16
Label: 7hard
Homepage: www.crekko.de

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Geschniegelt und gebügelt, die Herren Crekko aus Freudenstadt. Als Dressmen par excellence, die jedem Neckermann-Katalog gut zu Gesicht stünden, präsentieren sich Marco Selter (Voc., Git.), Klaus Asbach (Bass) und Phillipp Wolf (Drums) im Booklet ihres neuen Releases Paint The Town Red. Ralf Braun (Cover und Artwork) und Andreas Lörcher (Photography) haben ganze Arbeit geleistet, dem Sound der Schwaben ein optisches Äquivalent zur Seite zu stellen. Das Wörtchen Hochglanzpolitur spukt einem dabei im Kopf herum, denn auf Paint The Town Red sind zwölf Rocksongs versammelt, denen Jörg Orlamünder in den JaMusic Studios in Ludwigsburg eine Produktion zukommen ließ, die allen Ansprüchen im Jahr 2009 Genüge leistet. Aber liegt hier nicht etwa doch der viel zitierte Hund begraben? Fehlende Ecken und Kanten? Zumindest vermochte das Debut Essence zeitweise einen Funken mehr an schwäbischem Straßencharme zu versprühen.
Mit "More & More" wird anfangs ordentlich geradeaus gerockt. Wie so oft darf aber die Frage nach der Notwendigkeit der durch den Song führenden Elektro-Samples gefragt werden. Insgesamt bewegt sich die Nummer an der Wasserscheide Pearl Jam/Nickelback, was letztlich an der stimmlichen Klangfarbe Selters liegt. Auch "Control", das im Arrangement eine vorzüglich auskomponierte, dynamische Wellenbewegung beschreibt und "Why" (Hitsingle-Verdacht!) atmen den typischen Vedder-Gossard-Ament-Spirit der Neunziger mit einem 2000er Kroeger-Anstrich. "Mooning" lädt im flotten Chorus zum Mitsingen ein, während in der Folge "Insanity" doch relativ unspektakulär und ein wenig aufgegossen wirkt. Letzterer Kritik werden sich die Crekkos zu stellen haben, denn die Bezeichnung Post-Grunge erscheint mir in ihrem Falle treffender denn je. Allein schon solche Präfixe wie "Post"- oder "Neo-" tragen in sich ein Stück weit den Verzicht auf Originalität, wenn nicht gar Eigenständigkeit. Solches ist nicht gleichbedeutend damit, dass dabei nicht tolle Songs entstehen können, wie in unserem Beispiel "Never Again", wobei jedoch stets ein Teufelchen den Begleiter spielt, der einem einflüstert: Haben wir das nicht schon mal gehört?
In "Anger" wird am Tempo geschraubt, so dass eine leicht punkige Attitüde im Entstehen begriffen ist, die aber im Creed-lastigen "Goodbye" schnell wieder verschwindet. "The smell of gasoline makes you feel alive" heißt es im nächsten Stück, betitelt "Gasoline", richtig zum Leben erwacht der geneigte Rezensent beim Hören des Midtemporockers, der erneut auf etwaige Radiotauglichkeit hin harmonisiert wurde, jedoch nicht. Wahh-Wah und Gaspedal tun da gepaart mit einer abwechslungsreichen Strophe in "1000", das sich an alle "Maniacs" zu wenden scheint, schon bessere Dienste. Das auf Groove getrimmte "Summer Sending Sun", mit diversen E-Sound-Spielereien und das abschließende, ziemlich simple "On My Own" hinterlassen dagegen keinen bleibenden Eindruck.
Gut gemacht! Den Spruch wird das Trio in Bezug auf Paint The Town Red wohl des Öfteren zu hören bekommen. Produktionstechnisch und auch musikalisch gibt es an der Scheibe nichts zu deuteln. Viel Neues und vor allem Elemente, die Crekko aus der heutzutage unüberschaubaren Post Grunge-Masse herauszuheben wüssten, konnten dagegen kaum ausgemacht werden. Da aber zumindest Track zwei bis vier, plus "Never Again" und "1000" als durchaus gelungen einzustufen sind, können knappe vier Punkte drunter geschrieben werden.

Fuxx

4 von 6 Punkten

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