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Lillian Axe - Sad Day On Planet Earth

Lillian Axe - Sad Day On Planet Earth
Stil: Hard Rock
VÖ: 24. Juli 2009
Zeit: 79:15
Label: Blistering Records
Homepage: www.lillianaxe.com
MySpace: www.myspace.com/lillianaxe

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Lillian Axe sind zurück. Das ist ein kleines Freudenfest, denn wie für so viele andere Bands der melodischen Hartwurstfraktion, ist es in diesen Zeiten nicht einfach im Haifischbecken der Industrie und des Handels zu überleben. Waters Rising vor zwei Jahren ist also kein kurzes Strohfeuer gewesen. Nein, Stevie Blaze, Songwritzer, Gitarrist und der Inbegriff von Lillian Axe, quasi der "head of the pack", schafft es mit seinen vier Mitstreitern, 14 neue Melo-Juwelen inklusive eines kurzen Intros ("Cocoon") auf uns loszulassen.

Sad Day On Planet Earth bietet dabei die komplette Vielfalt, die alle Scheiben der US-Amerikaner bisher auszeichnete. Melodische Rocker mit latenter Metal-Schlagseite auf der einen oder gefühlvolle balladeske Töne auf der anderen Seite. Dazwischen gibt es eine Menge mischender Farbtöne, die das Spektrum in ihrer gesamten Pracht ausfüllen. Sänger Derrick LeFevre klingt wie sein Vorgänger Ron Taylor geschmackvoll mitteltonlastig, kann aber auch die hohen Klippen locker besteigen. LeFevre, hieß nicht so der ermittelnde Kommissar in dem 85er Belmondo-Kracher "Der Boss"? Und dann Derrick? Das kann doch kein Zufall sein. Sorry, ich schweife ab, zurück zu Hr. Nunenmacher aka Steve Blaze und der rotierenden Scheibe.
"The Grand Scale Of Finality" ist der erste starke Höhepunkt. Der Drive des Stücks steckt einfach an. Die Slide-Gitarre bei der Bridge leitet ein furioses Solo ein, das von gigantischem Riffing unterlegt wird. So muss der Melohappen sein. Der Titelsong bringt uns akustisch die getragenen und etwas traurig-melancholischen Lillian Axe näher. Die frappierende Ähnlichkeit von Derrick mit Ron Taylor tritt hier besonders zu Tage, was mich nur freut, da das leicht nasale Organ einfach schmackhaft in die Ohren huscht. "Within Your Reach" kann nicht oft genug durch den Schädel fräsen. Ein balladesk anmutendes Stück, um im Pre-Chorus mit tollen Vocallines und einem erdigen Rockschema zu kulminieren. Die Scheibe nimmt ab jetzt vollends Fahrt auf. Das zur Hölle groovende "Down Below The Ocean" ist ein Monstersong, der bereits beim ersten Hören seinen vollen Glanz entfaltet. Diese Gitarren, dieser Elan, der nie zu aufdringliche aber alles beherrschende Gesang. Wie schön doch unsere heiß geliebte Mucke Herz und Seele berühren kann! Ich bin spätestens nach dem flehend gefühlvollen mehrstimmigen "Blood Raining Down On Her Wings" im Himmel der Glückseligkeit. Ein weiterer Ohrenschmaus, umhüllt von einer zeitgemäßen aber analogen nie zu brachialen Produktion. Da passt jeder Produktionshandgriff. Solltet ihr immer noch nicht infiziert sein, so bittet der "Cold Day In Hell" zum Tanz und die Hooks greifen ohne Umschweife erbarmungslos zu. Melodien für die Ewigkeit ohne instrumentale Selbstdarstellung, alles wird für den Song getan. Der Star ist der Song uns sonst nichts. Stücke wie "Kill Me Again" oder "Divine" zeigen erneut das Ausloten zwischen sanfter Anmut und rockender Sau. Dass Mehrstimmigkeit mit einfachen Gitarrenklängen berauschen kann, wird mit dem famosen schleppenden Schlusspunkt "Fire, Blood, The Earth And Sea" klar. Satte 13 Minuten wird gerifft und eindringlich gesanglich vorgetragen. Ich "understood", das Wort, das Derrick in regelmäßigen Abständen dem Ohrenpaar zuführt. Ein wahres Schätzchen von Song, das mit einer wahrhaftigen Gitarrenorgie endet.

Die Kapazität einer CD wurde komplett ausgereizt und dennoch schleicht sich zu keinem Zeitpunkt Langeweile ein. Respekt! Lillian Axe-Fans greifen selbstverständlich zu, Freunde melodischer hart rockender Klänge müssen beide Ohren mindestens für einen oder zwei Umläufe spendieren. Trendfrei ohne schmalzigen Süßholzpathos, jedoch mit einem sinnigen Gespür für strukturiertes Songwriting gesegnet, haben wir einen Höhepunkt des Melodic Metal/Rock in diesem Jahr vorliegen. Mit meiner hoch und heilig verehrten Psychoschizophrenia von 1993 kann die Scheibe nicht ganz mithalten, liegt aber nicht weit davon entfernt. Die Freude ist einfach riesengroß, dass diese Band weiterhin veröffentlicht und uns hoffentlich bald in hiesigen Breitengraden heimsuchen wird. Bis dahin gehet hin und kaufet alle reichlich davon, auch den superben Backkatalog!

Siebi

5 von 6 Punkten

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