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Rough Silk - A New Beginning

Rough Silk - A New Beginning
Stil: Metal
VÖ: 20. März 2009
Zeit: 61:36
Label: Dockyard1
Homepage: www.rough-silk.com

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Sie sind zurück. Rough Silk haben zu Zeiten von Mephisto zu den Bands gehört, die ich mir immer wieder gerne angehört habe, obwohl es immer wieder Songs gab, die mir irgendwie nie gefallen wollten.

Nun sind sie neu erstanden und zeigen aber mal so richtig, dass sie nichts verlernt, dafür viel dazugelernt haben. Der Sound klingt im ersten Moment an vielen Stellen recht ungewohnt. Härter, konsequenter, so ungewohnt für Rough Silk. Aber man findet recht schnell erste Stellen, wo die alten Sounds durchbrechen und mit etlichen Rotationen nimmt das Album dann auch immer mehr von der alten Färbung an, ohne dass die neuen Nuancen verblassen. Das Album ist definitiv ein frisches und neues Stück Rough Silk.

Klingt der Opener "Home Is Where The Pain Is" gerade bei den ersten Durchläufen noch recht sperrig und lässt gerade dadurch das Album so wenig nach dem Alten klingen, hat bereits die zweite Nummer "Temple Of Evil" durch einen wunderbaren Refrain das alte Feuer in sich. Eine echt starke Nummer, die live sicherlich richtig fetzt. Doch dann kommt mit dem dritten Track "Reborn To Wait" die erste Nummer, wo Rough Silk mal so richtig rauskommt. Dieser Song passt besonders in Bridge und Refrain hervorragend zum alten Sound und schafft so eine Verbindung zwischen der alten und der neuen Zeit, die mit diesem Album anbricht.

Munter geht es weiter mit "The Roll Of The Dice", das sehr bedächtig angeht, beinahe schon wie eine Halbballade wirkt, dann aber richtig Fahrt aufnimmt und sich zu einer Midtempo-Nummer mit Halbballadeneinschlag entwickelt. In dieses Stück wurde auch noch eine Gamma Ray-artige Stelle eingebaut, die in altem Queen-Stil arg hymnenhaft die Gitarren arbeiten lässt. Klingt dennoch gut. Auch eine Erzählnummer darf nicht fehlen und so wird bei "When The Circus Is Comning To Town" einmal ein wenig vom Umfeld einer Tour berichtet, von Groupies, Roadies und was sonst noch herumschwirrt.

Danach darf der Titelsong das erklingen lassen, was Rough Silk wirklich geschafft haben: "A New Beginning". Dieser Song steht schon fast programmatisch für die Nachhaltigkeit, mit der das Neue Einzug hält. Auch wenn in der Musik noch immer Rough Silk von früher erkennbar ist, so ist bei dieser Nummer gerade der verwendete Sprechgesang (unterbrochen von normalem Gesang) ebenfalls neu. Danach gibt es mit "Warpaint" etwas für die Kopfschüttler. Eine Midtempo-Nummer, die einen nicht ruhig stehen lässt. Ebenso geht es mir bei "Black Leather", dem zusätzlich ein Refrain verpasst wurde, den man auch noch mit ein paar Maß zuviel mitgröhlen kann.

Und nun kommen wir zu meinem persönlichen Höhepunkt des Album. Herr Schäuble, fühlen Sie sich geehrt. Rough Silk hat Ihnen eine offizielle Hymne geschrieben. Anders kann ich mir "We've Got A File On You" nicht erklären. Der Song hat durch die Mitarbeit einer Punkband eine entsprechende Färbung erhalten und bringt mich immer wieder zum Lachen. Lieber CCC, bitte spielt diesen Song auf euren Versammlungen. Liebe Piratenpartei, hier bietet sich ein Song als Parteilied an. Greift zu.

Mit "Deadline" wird es wieder etwas ernster und es wird sich wieder auf die Metal-Attribute konzentriert. Das merkt man am Intro des Songs, das merkt man an der Strophe und nicht zuletzt am Refrain. Als vorletzte Nummer gibt es dann - haben wir sie nicht schon vermisst? - die erste richtige Ballade auf der Scheibe: "We All Need Something To Hold On". Waren früher die Balladen bei Rough Silk für mich die heimlichen Höhepunkte, so stellt auch diese wieder einen angenehmen Gegenpunkt zu den sonstigen Songs, aber da der Rest derart überzeugend ist, fehlen mir die Balladen eigentlich gar nicht so sehr. Dennoch ist auch diese wieder eine sehr gelungene Nummer, damit gestandene Metaler vor der Bühne die Arme um die Schultern der Nachbarn schlingen und in Ruhe vor sich hin schunkeln.

Abschließend, quasi als Bonus, gibt es noch einen besonderen Song für ein verstorbenes Bandmitglied: "A Song For Hilmer". Ferdy Doernberg sagt dazu: "...The last song on the album is dedicated to Hilmer Staacke, the former guitarplayer of Rough Silk and was written, performed & recorded May, 26th 2006 in the dressingroom of "Ralph Freud's Theatre", Los Angeles, California/USA one day after I got the news that Hilmer had died the day before." Es ist eine Ballade mit starker Bluesnote, die das Album ruhig und würdig abschließt.

Rough Silk haben eine Neuanfang gewagt und er ist ihnen mehr als nur geglückt. Wenn sie weiter in der Form arbeiten, dann können sie gerne noch 100 Alben herausbringen. Dieses Album stellt ein Muss für alle Freunde des gepflegten Melodic Metals dar. Greift zu.

Anspieltipps: Temple Of Evil, We've Got A File On You

Sophos

6 von 6 Punkten

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