11 Headbänga online
30.09.2020 Haggard
01.10.2020 Haggard
03.10.2020 Thormesis
08.10.2020 Maerzfeld
09.10.2020 Schandmaul
09.10.2020 Eisregen
Reviews (10177)
Navigation
Artikel des Tages
Review:
Centinex

Interview:
Ashent

Live-Bericht:
Hypocrisy

Video:
Kamelot
RSS RSS
Atom Atom
In eigener Sache

Valid XHTML 1.0 Transitional

Valid CSS!

Valid RSS

Valid Atom 1.0

 

Review

CDs von Journey kaufenZur Druckversion dieses ArtikelsDiesen Artikel als PDF speichern

Journey - Revelations

Journey - Revelations
Stil: Rock
VÖ: 06. Juni 2008
Zeit: CD1: 61:29 - CD2: 48:45
Label: Frontiers Records
Homepage: www.journeymusic.com

buy, mail, print

Wenn man folgende Titel liest, hat man unweigerlich ein Stück Rockgeschichte vor Augen: "Lovin', "Touchin', Squeezin'", "Lights", "Separate Ways", "Stone In Love", "Mother Father", "Who's Crying Now", "Open Arms", "Wheel In The Sky", und "Don't Stop Believin'". Alles klar, oder? Ganz klar, das sind ohne Zweifel Journey, die sich damit ein Denkmal gesetzt haben, an dem man ganz schwer rütteln kann. Und wenn dann schaffen nur sie es selbst. Nachdem sich Übersänger Steve Perry 1997 endgültig auf und davon machte, folgte immerhin für acht Jahre Steve Augeri (Ex-Tyketto), mit dem das starke Arrival und das immer noch gute Generations veröffentlicht wurde. Nachdem dieser leider an den Stimmbändern erkrankte, schloss sich kein Geringerer als Jeff Scott Soto der Truppe um Mastermind und Gitarrist Neal Schon an. Doch auch das war nur bis Mitte 2007 eine Zwischenlösung, denn schließlich gilt Ausnahmesänger Soto als dauernd beschäftigt.

Und jetzt probieren es Ross Valory (Bass), Jonathan Cain (Keyboards), Deen Castronovo (Drums) und Neal Schon mit einem neuen Sänger, der da Arnel Pineda heißt und gebürtig von den Phillippinnen kommt. Erwähnenswert hierbei ist, dass Mr. Pineda bereits in einer Journey-Coverband spielte und Neal Schon dabei auf ihn aufmerksam wurde. Oder um es mit Rudi Carrell zu sagen: "gerade noch beim Covern, jetzt schon auf der Showbühne...". Und es stellt sich die berechtigte Frage: wie klingen Journey anno 2008?

Mit "Never Walk Away" geht es schon mal Journey-typisch los, ein vorantreibender Rhythmus, der von einer dominanten und erhabenen Gitarrenmelodie unterstützt wird, dazu das Keyboard, das genügend Atmosphäre schafft und nach exakt 28 Sekunden ist es dann auch soweit, der Gesang setzt ein und den Rezensenten fröstelt es leicht. Nicht nur, dass Arnel Pineda von der Phrasierung her an Steve Perry erinnert, nein auch vom Timbre und der Lockerheit im Gesang ist das fast eine Eins-zu-Eins-Kopie. Und das Lied, so klingt wohl der Sommer, Cabriofahrt mit inbegriffen. Das ist mal eine oberamtliche Hymne zum Einstieg! Da macht es schon gleich gar nichts, dass in "Like A Sunshower" die erste Ballade auf dem Programm steht. Stark vom Blues beeinflusst wird diese klar geführt von dem sehr gefühlvoll vorgetragenen Gitarrenspiel und dem ausdrucksstarken Gesang. "Change For The Better" ist einerseits wohl Name des Programms, andererseits ein eingängiger Midtempo-Rocker, der wohl gar nicht mehr aus dem Ohr verschwinden mag. Und das Tempo kann sogar noch angezogen werden, wie das flotte "Wildest Dream" beweist, bei dem die Spielfreude deutlich spürbar ist. "Faith In The Heartland" schielt wieder etwas mehr Richtung Radio und das melancholische und mit Emotionen vollgepackte "After All These Years" sowieso. Da ist dann auch schon mal gerade die Hälfte der Lieder vorbei und es hat sich bis dahin kein einziger Ausfall eingeschlichen. Mal sehen also was die restlichen Songs dazu sagen. Doch egal ob Journey abrocken (wie in dem feinen "What It Takes To Win" bzw. dem phänomenalen "Where Did I Lose Your Love") oder die ruhigen Momente zelebrieren wie in "Turn Down The World" und dem epischen "What I Needed" das ist schon ganz große Kunst. Auch das asiatisch beeinflusste Instrumental "The Journey (Revelation)" kann überzeugen. Eigentlich sollte dies das letzte Lied sein, doch für Europa gibt es noch einen Bonus-Track, der da "Let It Take You Back" heißt und zu den rockigen Mid-Tempo-Songs zählt. Sehr viel Groove und auch Lässigkeit, das nennt man wohl cool.

Journey sind also wieder da und haben ein bärenstarkes Album im Gepäck. Da macht der Titel Revelations auch durchaus irgendwo Sinn. Egal in welche Richtung das Quintett geht, sie bestehen mit beeindruckendem Songwriting und hoher Ausdruckskraft. Sicherlich sind Journey irgendwie in gewisser Weise Mainstream bzw. Melodic Rock/AOR, aber ganz sicher sind sie tolle Songwriter, die es schaffen ein breites Publikum anzusprechen und gleichzeitig auch anspruchsvoll zu sein. Darüber hinaus wurde das Album sehr klar und transparent von Kevin Shirley produziert. Hier gilt eine absolute Kaufempfehlung für alle Melodic-Rocker und für Journey-Fans sowieso.

Beim Kaufen sollte man übrigens noch aufpassen, dass man die Special Edition bekommt, denn die ist mal wirklich sehr interessant. Elf Klassiker wurden ausgepackt und neu eingesungen. Macht ja auch irgendwo Sinn, dient wohl allein schon wohl zum direkten Vergleich. Und wie sollte das besser gehen als mit Hits, Hits und noch mal Hits. Sieben von anfangs genannten Songs finden sich hier wieder und ich ziehe meinen imaginären Hut vor Arnel Pineda. Solche Lieder so auf den Punkt vortragen und an eine der charismatischsten Stimmen der Rockmusik anzuknüpfen verdient vollsten Respekt. Sicher fehlt vielleicht noch ein Stückchen nach oben, ein Original ist nun mal verdammt schwer zu übertreffen, aber das hat schon große Klasse. Insgesamt lässt sich sagen: Journey spielen Journey und dafür gibt's die volle Punktzahl.

Andi

6 von 6 Punkten

Zur Übersicht
Zur Hauptseite

Weitere Berichte und Infos
Weitere Reviews
Nächstes Review: Dedicted - Argonauts
Vorheriges Review: Thundertale - Milzinai

© www.heavyhardes.de