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Mekong Delta - Lurking Fear

Mekong Delta - Lurking Fear
Stil: Progressiv Thrash Metal
VÖ: 31. August 2007
Zeit: 49:18
Label: AFM Records
Homepage: www.mekongdelta.eu

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Oh Mann, das waren noch Zeiten, als man der Veröffentlichung einer neuen Mekong Delta-Scheiblette entgegenfieberte und die Tage bis zum Release ungefähr so aufregend waren wie die Stunden vor der Bescherung am Weihnachtsabend. Wer hat sich nicht gefreut auf diese einzigartige Verbindung von progressiven Thrash Metal und klassischer/impressionistischer Musik, die trotz ihrer Komplexität zu fesseln wusste, wie kaum etwas anderes. Wer erinnert sich nicht gerne an Werke wie The Music Of Erich Zann, Dances Of Death oder Kaleidoscope, die mittlerweile ganz oben auf der Liste der zeitlosen Klassiker stehen. Und wer hat nicht das eine oder andere Bier zu viel gehabt, als Ralf Hubert nach der Veröffentlichung von Pictures Of An Exhibition das Ende der Band verkündet hat. Jetzt - zehn Jahre später - öffnet sich der Vorhand erneut und eine der beeindruckendsten Bands meldet sich zurück. Ladies And Gentlemen - Bühne frei für Lurking Fear.

Meine anfänglichen Zweifel, ob die Mischung von damals auch heute noch funktioniert, zerstreuen sich schnell und es ist fast so als wäre die Zeit nach Pictures Of An Exhibition stehen geblieben. Ralf Hubert hat es verstanden, die bekannten Trademarks ins neue Jahrtausend zu bringen. So findet man auf Lurking Fear all das wieder, was einen schön früher verzückt die Ohren spitzen ließ: sperrige Rhythmen, furiose Riffgewitter, psychadelische Arrangements, unvorhergesehene Wendungen und einen anfangs schwer verdaulichen, recht hohen Gesang. Oder anders ausgedrückt: einfach nur verdammt gute und sehr, sehr anspruchsvolle Musik. Komplex und holprig beginnt die Reise mit "Society In Dissolution" und jedesmal wenn man sich gerade an die undurchsichtige Struktur gewöhnt hat, drängt ein Break den Song in eine andere Ecke. Ebenso "Purification" - wer bisher noch keine Berührungspunkte mit der Band hatte, ist hier vielleicht ein wenig überfordert. Entziehen kann er sich den faszinierenden Kompositionen aber nicht.

Spätestens bei Track drei - "Immortal Hate" - wird dann ein weiterer Aspekt offensichtlich: Lurking Fear ist eine ganze Ecke härter ausgefallen, als man es gewohnt ist und die klassischen Elemente sind in den Liedern stärker in den Hintergrund gerückt. Diesen wird dafür in den drei Instrumentalstücken "Allegro Furioso", "Moderato" (mit einer der genialsten Fassungen des "Imperial March", die mir je untergekommen ist) und "Allegro" recht freizügig Raum eingeräumt. "Rules Of Corruption", "Ratters (Among The Dead)", "Defenders Of The Faith" und "Symphony Of Agony" (um die restlichen Titel beim Namen zu nennen) verbergen für den Fan keine allzu großen Überraschungen, machen aber ebenso deutlich, dass dies keine Musik ist, die nach zwei Durchläufen erschlossen werden kann. Allein das ständige Gegeneinander von Gitarre und Gesang weiß auf Dauer zu fesseln und viele der genialen Refrains helfen die angespannten Lauscherchen zu entspannen.

Dass Mekong Delta sich mit diesem Album eindrucksvoll zurückgemeldet haben, steht außer Frage. Allerdings sei Neulingen eine ausgiebige Hörprobe empfohlen, denn es benötigt einige Zeit um sich mit diesem Sound anzufreunden. Alte Hasen können hier dafür bedenkenlos zuschlagen und sie musikalische Achterbahnfahrt genießen.

JR

6 von 6 Punkten

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