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Vreid - I Krig

Vreid - I Krig
Stil: Black Metal
VÖ: 22. Juni 2007
Zeit: 45:18
Label: Indie Recordings
Homepage: www.vreid.no

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Auf Album Nummer drei der Bandgeschichte hat der norwegische Dreier wohl endgültig seinen Stil gefunden bzw. den schon bei Zweitlingswerk Pitch Black Brigade angedeuteten Weg konsequent weiter verfolgt. Wo man beim Debut Kraft (2004) noch etwas holprig klang, überwalzt man nun alle nicht vorhandenen Schwächen mit einer gehörigen Portion Black'n'Roll.
Wie auch auf dem Vorgängerwerk rotzen Vreid einen räudigen Rock'n'Roll-Bastard nach dem anderen raus, mal mehr, mal weniger mit aggressiven Black Metal-Anleihen versehen. Jedoch ist I Krig im direkten Vergleich etwas düsterer geartet.
Der Opener "Jarnbyrd" präsentiert sich als eingängiger Midtempostampfer, der einfach nur voll auf die Zwölf zielt und absolut keinen Widerspruch duldet. Stampfend, fordernd und gleichzeitig nach vorne treibend ist er gehalten. "Under Isen" dagegen legt ein paar Kohlen mehr ins Feuer und prescht unvermittelt nach vorne los. Eine Uptemponummer, die mit einer schönen Melodieführung überzeugt, wie wir sie noch aus Windir-Zeiten her kennen. Der Titelsong ist dann auch mit seinen knapp neun Minuten Spielzeit der längste Song des Albums. Eingeläutet wird er durch eine leicht knarrzig angehauchte Streichermelodie, bevor das Epos eher gemäßigt und ruhig beginnt. Doch das ist nur die Ruhe vor dem Sturm, denn schon bald wechselt das Tempo und aggressives Black Metal-Riffing dominiert das Geschehen. Hier wird jedoch keineswegs über die gesamte Spielzeit nur Gas gegeben, geschickt variieren Vreid hier das Tempo, nehmen an den richtigen Stellen das Tempo zurück und verleihen damit den schnellen Blast-Parts mehr Druck. Auch die anfänglichen Streicher finden mitten im Song eine weitere Verwendung. Ein weiteres Highlight ist "Vaepna Lengsel", dessen monoton stampfende, treibende Drums zusammen mit der für Vreid üblichen Arschleck-Attitüde keine Wünsche offen lässt. "Svart" ist dagegen wieder überaus melodisch gehalten worden. Neben der dreckigen Rock'n'Roll-Note besticht der Song durch sein gedrosseltes Tempo und der mehr als eingängigen Melodie.
Auf der lyrischen Seite hat man sich bei Gedichten von Gunnar Reiss-Andersen bedient, der die Geschichte des norwegischen Widerstandes während des zweiten Weltkrieges verarbeitet hat. Wahrlich ein düsteres Kapitel der Menschheitsgeschichte, die in der Stimmung, die die Songs verbreiten, sehr gut umgesetzt wurde. Düster, aggressiv und treibend-fordernd ist I Krig (was soviel wie "Im Krieg" heißt) geworden. Damit haben Vreid die Messlatte verdammt hoch gelegt.

Ray

6 von 6 Punkten

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