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Oysterband - Meet You There

Oysterband - Meet You There
Stil: Folk Rock
VÖ: 30. März 2007
Zeit: 48:50
Label: Westpark Music
Homepage: www.oysterband.co.uk

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Für das müde Metaller-Herz, das sich erholen möchte, gibt es nichts Schöneres als Folk-Rock. Nein, nicht die Humppa-Sounds von Finntroll & Co., die sicherlich auch amüsant sind, sondern der "echte" Folk von den britischen Inseln. Wenn man Ende der 80er, Anfang der 90er Abwechslung zu den härteren Klängen suchte, gab es entweder die Alternative-Klänge der New Model Army, oder es kamen die Helden der boomenden Folk-Szene ins Spiel. Ihre Namen waren The Pogues, The Men They Couldn't Hang, The Levellers - und eben die Oysterband. Für alle diese Kombos gilt: hier geht es nicht um Weichspül-Wohlfühl-Pop, sondern um erdige, handgemachte und vor allem ehrliche Musik. Die Oysterband werkelt in der einen oder anderen Inkarnation schon seit 1978, und im Gegensatz zu ihren illustren vorgenannten Kollegen existierten sie in den ganzen Jahren ununterbrochen. Während die Pogues und die Men sich auflösten, lieferte die Oysterband mit schöner Regelmäßigkeit ein hochwertiges Album nach dem anderen ab - so etwa Holy Bandits (1993) und The Shouting End Of Life (1995), angefüllt mit teilweise sehr harten, politischen Inhalten. Nach ihrem letzten Streich Rise Above (2002) ließen sie einige Jahre ins Land ziehen, in denen sie unter anderem mit The Big Session ihr eigenes Festival in England aufzogen.

Jetzt legen sie endlich ein neues Werk vor, das deutlich zeigt, wie quicklebendig die Folk-Szene ist. Durchzogen mit unverwechselbaren, süchtig machenden Melodien, die ihre Wurzeln im Traditional klar offenbaren, präsentieren uns die Herren um Sänger/Akkordeonist John Jones und Zupfgeigenhansel Ian Telfer elf Nummern, die vollauf überzeugen. Ob nun die ruhigeren, akustischen Züge des Openers "Over The Water", das schwer-düstere "Where The World Divides" oder das augenzwinkernd-schmissige "Here Comes The Flood": wie John Jones im Interview feststellt, ist die kompositorische Qualität auf allerhöchster Höhe. Ein Highlight markiert auch "Everything Must Go", das genau die Mischung aus Melancholie, Melodie und Eingängigkeit bietet, die diese Folk-Schule ausmacht. Schön. Die wenigen schwächeren Nummern ("Someone Somewhere") können dem begeisternden Gesamteindruck keinen Abbruch tun.
Textlich geht es im Vergleich zu früheren Scheiben zwar mehr um Menschliches-Allzumenschliches, aber auch die politischen Töne dürfen nicht fehlen ("Here Comes The Flood" bietet eine hintersinnige Darstellung der Globalisierung). Das ist gut, das macht Spaß auf musikalisch und intellektuell hohem Niveau, ohne anstregend zu sein. Schade nur, dass die Oysterband auf ihrer Tour nicht nach München kommt. Aber vielleicht nimmt der eine oder andere ja die Reise nach Trebur auf sich, wo ein magischer Bierstiefel auf die Herren wartet (siehe Interview mit John Jones). Ach ja, The Men They Couldn't Hang gibt's auch wieder, und die Pogues haben sich letztes Jahr auch erneut formiert. Es gibt Hoffnung im Kampf gegen die Plastikinterpreten.

Holgi

6 von 6 Punkten

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