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Vast - Nude

Vast - Nude
Stil: Progressive Rock
VÖ: 25. Oktober 2004
Zeit: 52:27
Label: Inside Out
Homepage: www.realvast.com

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"Sänger sind immer dann am besten, wenn sie nicht denken. Momente, in denen du den Kopf wirklich ganz frei hast, sind selten. Sie bringen dich in die Zeit zurück, in der du Kind warst, zu einer besonderen Art von Ehrlichkeit." Soviel zu den weisen Worten von Jon Crosby, Sänger, Gitarrist und Keyboarder von Vast.
Um nach einem Tiefpunkt in seinem Leben wieder zu solchen Momenten zu finden, ging der Amerikaner in die Wüste, wo er nach einem Leben im Dreck von Los Angeles wieder "zu Reinheit fand". Was noch so dabei herauskam, ist Vasts drittes Album, das vielschichtige, filigrane Nude.

Grundthema soll das Wechselspiel von Liebe, Schönheit und Schmerz sein - keine wirklich innovative Idee für ein CD-Konzept, aber Vast setzen diese Thematik gekonnt um und lassen stimmungsvollen Gitarren- und Keyboardklängen den Vortritt. Immer im Vordergrund steht dabei Crosbys Stimme, die mal im Placebo-Lager, dann wieder bei Chris Cornell oder John Lennon anzusiedeln ist und doch ganz eigen ist. Die anschwellenden Gitarrenmelodien, die zuerst sanft den Song tragen und dann aber fast etwas Manisches bekommen, zum Beispiel "Be With Me" oder "Winter In My Heart".

Crosby, der hauptverantwortlich für die Arrangements ist und auch selbst am Mischpult steht, hantiert geschickt mit Elementen der klassischen Musik, Choralgesang und Gothic-Anklängen, dennoch lassen sich Vast nicht von einem bestimmten Genre vereinnahmen. Stets nehmen die Songs eine andere Wendung als vermutet und so ist jedes Stück auch nach mehrmaligem Hören noch eine kleine Überraschung.

So ist es nur konsequent, dass Nude nicht mit der Tradition Crosbys bricht, immer etwas Neues zu wagen: Das erste Vast-Album, Visual Audio Sensory Theater (1998), in dem das Thema 'Gut und Böse' behandelt wurde, bezeichnet Crosby als eine Art spirituelles Erwachen. Übrigens hielt damals Metallica-Drummer Lars Ulrich Vasts Debut, das stark von sakraler Musik inspiriert war, für eines der besten Alben, das er je von einer Newcomerband gehört hatte. Music For People, das 2000 erschien, spiegelte Crosbys Liebe zum Alternative Rock wider. Beides, verhalten Sakrales und vorsichtige alternative Experimentierfreude (z.B. Japanese Fantasy), finden sich auch auf "Nude" wieder. Aber hier gerade hätten Vast ein wenig mehr geben können...

Nude ist bisweilen ein wenig zu ruhig und zwischendurch wünscht man sich mal was Saftigeres als nur sensiblen Gitarrenrock. Auch wenn der erstklassig zusammengestellt ist - öfter mal was Fetzigeres zum Auflockern hätte schon dabei sein können, "I Can't Say No (To You)" schafft das fast.
Vast kann so nur mit Abstand in die Nähe von Progressive Rock gebracht werden, und das wird manchem Prog-Liebhaber schon zu lahm sein. Vergleichen könnte man Vast, wenn überhaupt, noch am ehesten mit Enchant, wobei das ja immer so eine Sache ist...
Um die oben beschriebenen Überraschungen in jedem der 14 Songs auch entdecken zu können, sollte man viel Zeit und Musse investieren, um sich Nude einmal in aller Ruhe zu Gemüte zu führen. Dann, mit ein wenig Geduld und stilistischer Unvoreingenommenheit, zeigt sich das 'gewisse Etwas' der Platte.

Liz

3 von 6 Punkten

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