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Dark Fortress - Séance

Dark Fortress - Séance
Stil: Black Metal
VÖ: 30. Januar 2006
Zeit: 62:05
Label: Century Media
Homepage: www.thetruedarkfortress.com

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Das schwarzmetallische Jahr 2006 fängt ja gut an, denn mit Seance legen die Landshuter Dark Fortress ein Kunstwerk vor, an dem sich viele viele die Zähne ausbeißen werden. Nach einem ziemlich ruhigen Jahr 2005, in dem man kaum was von den Jungs hörte oder sah, hätte ich nicht mit dieser Meisterleistung gerechnet. Welcher Dreigehörnte hat die Band dabei wohl geritten?
Doch eines schon mal vorne weg: So eingängig wie auf dem Vorgängeralbum Stabwounds präsentieren sich Dark Fortress beileibe nicht mehr. Vielmehr haben sie die von der Szene eng gesteckten Grenzen des Black Metal einfach hinter sich gelassen und scheren sich einen Dreck um irgendwelche Vorgaben. Was dabei herausgekommen ist, ist ein dermaßen intensives, dunkles, beklemmendes, zerbrechliches und emotionsgeladenes Album, das seinesgleichen sucht.

Fernab der üblichen Satanisten- oder derzeit modernen Kriegstexte beschäftigt man sich auf Seance mit dem Parapsychologischen, was sich auch in der Musik ganz klar niederschlägt. "CataWomb" dürfte hierbei noch der Song sein, zu dem die meisten sofort Zugang finden werden, geht er doch schön in stampfenden Midtempo anfangs los und steigert sich dann zu einem schnellen Knüppel-aus-dem-Sack Song, bevor das Ende einem wieder im Midtempo die Rübe vom Wirbel schraubt. Überhaupt wurde das Tempo größtenteils sehr gemäßigt gehalten, was der Atmosphäre sehr zugute kommt und sich auch auf die Spielzeit der Songs niedergeschlagen hat, neun der zehn Songs finden sich jenseits der Fünf-Minuten-Grenze wieder. "Requiem Grotesque" ist ein Musterbeispiel dafür, wie atmosphärisch Black Metal klingen kann. Langsam, majestätisch schleppend zieht dieser Song einen in seinen Bann, saugt einen schier ein, dass man sich in den knapp sieben Minuten in den Songstrukturen verliert. Langsam, zäh wie Lava quillt auch "While They Sleep" unheilvoll aus den Boxen, begleitet von auf den ersten Schein dissonanten Tongebilden. Doch genau diese verpassen dem Ganzen diese einzigartige, beklemmende Atmosphäre. Doch dann reißt einen "To Harvest The Artefacts Of Mockery" wieder zurück in die schnelle Wirklichkeit und donnert amtlich durch die Gehörgänge. Die Gitarren schreddern hierbei in bester Celtic Frost Manier durch's Gemäuer.
Hat man sich gerade eben noch die Seele aus dem Leib gebangt, zieht einen "Incide" ganz schnell in die tiefen Abgründe der Seele hinunter. Hört euch diesen Song einfach mal im Dunkeln an, das ist Gänsehaut pur. Wenn ihr bisher der Meinung wart, Angst kann man nicht vertonen, belehrt euch "Incide" eines Besseren. Das ist Angst und Verzweiflung pur.

Wie schon erwähnt ist dies kein Album für mal eben zwischendurch. Diese Album braucht Aufmerksamkeit und auch die Bereitschaft, bisherige Grenzen hinter sich zu lassen. Aber dann lässt es einen nicht mehr los.
Dark Fortress ist es nicht nur gelungen, mit Century Media ein starkes Label im Rücken zu haben, dass die Band entsprechend unterstützt. Nein, Dark Fortress haben geschafft, wovon viele nur träumen können: Sie haben ihren eigenen Sound, bei dem man sofort weiß, das sind Dark Fortress!

Ray

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