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Nevermore - This Godless Endeavor

Nevermore - This Godless Endeavor
Stil: Power Metal
VÖ: 25. Juli 2005
Zeit: 57:16
Label: Century Media
Homepage: www.nevermore.tv

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Was wäre wenn...

Was wäre wenn Kurt Cobain vor einigen Jahren nicht in einem Anflug von Selbstüberschätzung versucht hätte einer Ladung Schrotkugeln in bester Matrixmanier auszuweichen? Würde die Grunge Welle noch immer über den Erdball schwappen? Würde man dann heute von Nirvana als "Seattle's Finest" sprechen? Würden Nevermore immer noch Sanctuary heißen? Wüsste überhaupt irgendjemand die Musik von Warrel Dane, Jim Sheppard, Jeff Loomis, Van Williams und Tim Calvert zu schätzen? Oder wären uns solche Perlen wie Dreaming Neon Black, Politics Of Ecstasy und Dead Heart In A Dead World versagt geblieben?

Egal - denn Gott sei Dank bleibt es hier bei reinen Mutmaßungen, denn - wie jeder weiß - hatte der gute Kurt damals keine allzu guten Reflexe, aus Sanctuary wurde Nevermore und Seattle hatte neue Helden. Und genau diese Helden setzen uns mit The Godless Endeavor ihr mittlerweile sechstes Studioalbum vor.

Nach dem Hickhack um die Soundqualität des Vorgängers Enemies Of Reality und die Veröffentlichung einer neu gemischten Version Anfang diesen Jahres, widmen wir uns mit beiden Ohren doch zu allererst einmal diesem Thema. Und? Sieh da: Es geht doch! Hier empfängt uns kein laues Lüftchen, keine halbgare Produktion ohne Wumms. Das hier hat mächtig Dampf und vom ersten Ton an wird klar, dass ein echter Könner hinter den Reglern gesessen hat. Drums und Bass zementieren ein dickes Rhythmusfundament, die Gitarren braten richtig fett und über allem thront Warrels unverkennbares Organ. Alles ist perfekt ausbalanciert und abgemischt und hat - wie schon gesagt - jede Menge Dampf sowie das Potenzial die Nachbarn beim Mittagsschlaf zu stören. Mit einem Schlag lösen sich die eben noch vorhandenen Befürchtungen in Wohlgefallen auf und man widmet sich entspannt der Musik.

Und hier reibt man sich erstmal erstaunt die Augen und schaut nach, ob man auch die richtige CD in den Player geschoben hat. Denn der Opener "Born" kommt überraschend todesbleilastig und mit allerlei ungewohnten Growls an, bevor er sich zu einem für Nevermore typischen Brecher inklusive ohrwurmverdächtigen Refrain entwickelt. Auch die Arbeit der beiden Gitarristen Jeff Loomis und Steve Smyth (der mittlerweile als fester fünfter Mann in die Band aufgenommen wurde) ist über alle Zweifel erhaben. Was die beiden Herren schon im ersten Song von sich geben würde bei manch anderer Band für eine komplette CD ausreichen. Mit "Final Product", "My Acid Words" und "Bittersweet Feast" werden die Unterschiede zum Vorgängeralbum dann am deutlichsten: zum Einen verzichtet Warrel zum Großteil auf seine Shouts und vertraut mehr auf seine Singstimme, zum Anderen sind die Lieder nicht mehr so komplex und verstrickt aufgebaut wie noch auf Enemies Of Reality. Dies soll aber keinesfalls heißen, dass This Godless Endeavor ein einfach gestricktes Album geworden ist. Vielmehr ist es den Jungs aus Seattle gelungen eine perfekte Mischung zwischen heftig bollernden, kompliziert vertrackten und einfach nur melodischen Songs zu schreiben. Bei "Sentient 6" (der wohl perfekte Nachfolger von "The Learning") wird das Tempo etwas gedrosselt und die Balladenliebhaber bekommen ihr Stück vom Kuchen ab. Dass es sich hierbei um einen der besten Songs des Albums handelt hat damit aber nichts zu tun. Vielmehr reiht sich der Track sowohl vom Songwriting als auch durch seine Ausdrucksstärke nahtlos in die Reihe der Klassiker "Sanity Assassin" oder "Dreaming Neon Black" ein. Mit dem geradlinigen "Medicated Nation" (hier lässt vor allem die Passage "I am living in a medicated nation of blind neurotics" viel Platz für Interpretationen) wird das Tempo wieder angezogen und mit Ausnahme des Instrumentals "The Holocaust Of Thought" nicht mehr reduziert. Nach dem atmosphärischen und melancholischen "The Psalm Of Lydia" mit seinen mitreißenden Gitarrenduellen zwischen Jeff und Steve und dem mächtigen Brecher "A Future Uncertain" kommt mit dem Titeltrack ein Song der alle Merkmale, die Nevermore berühmt gemacht haben in neun Minuten vereint und nochmals zeigt, wozu zwei Ausnahmegitarristen fähig sein können. Wahnsinn!

Es ist schier unglaublich wie viel Atmosphäre, Gefühl und Ausdruck sich in diesen 57 Minuten befinden. Ohne groß zu übertreiben, wage ich zu behaupten, dass Nevermore mit This Godless Endeavor ihr Meisterstück abgeliefert haben. Wenn es ein Album gibt, das den Titel "Album des Jahres" verdient, dann dieses hier.

JR

6 von 6 Punkten

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