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Konzert-Bericht

Slayer, Slipknot & Hatebreed

Zenith, München 27.09.2004

Der Tag fing ja eigentlich gut an: erst das mündliche Examen bestehen (Glückwunsch!! - Red.), dieses dann gebührend auf der Wies'n feiern und dann sollte dieser Tag würdig mit einer gar göttlichen Gehörgangspülung beendet werden. Sollte. Doch irgendwie kam es ganz anders...

Nachdem wir die Halle betreten hatten, folgte erst mal der schon obligatorische Gang zum Merchandise Stand. Da wurde die Vorfreude schon mal durch Ernüchterung verdrängt: 30 Euronen für ein Slayer T-Shirt!!! Sind die denn narrisch??? Na ja, dann kauf ich mir eben keins. Also ab Richtung Mischpult, weil da ja der Sound normalerweise am besten ist und ich mir die beiden ersten Bands in Ruhe anschauen will.

Punkt acht ging es dann los mit Hatebreed, die mit ihren 30 Minuten Spielzeit die Menge gut in Stimmung brachten. Zugegeben, Metalcore ist ja nun nicht so gaaaaaanz meine Baustelle, aber dem überwiegenden Teil der Anwesenden schien es gefallen zu haben. Songtitel hab ich irgendwie keine mitbekommen, sind aber auch nebensächlich, da sich die Songs mit zunehmender Spieldauer eh mehr als ähnlich waren. Nur ein Song (war's der dritte oder vierte???) wurde flotter durch die Boxen gejagt, was eine gelungene Abwechslung war. Der Rest des Materials bestand dann zu gut 2/3 aus hüpfigen Jump-Metal. Die Bühnenpräsenz wirkte durchaus souverän, es war ordentlich Bewegung drin, Jamey Jasta (Vocals) sprang wie ein Gummiball über die Bühne, aber wie gesagt, mit zunehmender Dauer war mir das Gehüpfe zu eintönig. Aber die Jungs haben ihre Hausaufgaben gemacht und die Menge in Stimmung gebracht.

Nach nur 15 Minuten Umbaupause waren dann Slipknot an der Reihe, die Menge weiter anzuheizen. Damit brauchte sich die Band allerdings nicht wirklich anstrengen, die Fans waren sowieso aus dem Häuschen! Was jetzt aber nicht heißen soll, dass sich Slipknot nicht ins Zeug legten. Das taten sie allemal. Den guten Eindruck, den ich von den Jungs im Vorprogramm von Metallica bekommen habe, konnten sie durchaus untermauern. Einziger wirklicher Kritikpunkt war der viel (!!!) zu Drum-lastige Sound, der bis auf die Vocals alles zudröhnte, so dass die Gitarren teilweise so gut wie gar nicht zu hören waren. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen. Aber egal, den Fans war das schnuppe und überall bildeten sich schnell größere oder kleinere Mosh-Pits. So soll es sein. Egal ob "Spit It Out", "Duality" oder das obligator√≠sche "Wait And Bleed", jeder Song wurde frenetisch abgefeiert. Natürlich durfte auch das kollektive hinknien und ebensolches Springen (nicht schon wieder) ;-) nicht fehlen. Zur Bühnenshow braucht man auch keine Worte mehr verlieren, auch hier war alles in Bewegung, Slipknot waren stets agil und immer auf Posing bedacht. Nach einer Stunde und 20 Minuten war aber dann auch hier Schluss. Es sollte der längste Auftritt einer Band an diesem Abend bleiben...

In der Umbaupause war dann ordentlich Bewegung im Publikum. Es kam mir fast wie Schichtwechsel vor. Die Slipknot Fans nach hinten, Slayer Jünger nach vorne. Nach angenehm kurzen 25 Minuten war es dann endlich soweit! SLAYER kamen, untermalt von "Darkness Of Christ", dem Intro vom God Hates Us All Album, auf die Bühne und legten gleich mal ordentlich mit "Disciple" los. Sofort verwandelte sich alles (!!) vor der Bühne in einen einzigen (!) Moshpit. SO soll es sein! Weiter ging's ohne große Umwege mit "War Ensemble", "Mandatory Suicide" und "Hallowed Point". Damit war dann auch leider schon die Hälfte des Gigs rum, was zu diesem Zeitpunkt aber noch keiner ahnte. Vom 98er Album Diabolus In Musica folgte anschließend "Stain Of Mind" bevor es mit "Bloodline" wieder zum aktuellen Longplayer ging. Die Fans rasteten komplett aus, zumal auch der Sound erste Sahne war. Slayer kamen zwar direkt vor der Bühne etwas leiser als Slipknot aus den Boxen (was angesichts der Marshall Türme links und recht vom Drumkit doch verwunderte), aber dafür klar und deutlich. Lautstärke ist halt doch nicht alles. Platz bzw. Zeit zum bangen hatte man so gut wie gar nicht, weil der soeben eroberte Platz moshenderweise wieder freigegeben werden musste/durfte. Herrlich! Dann kam die schon allseits bekannte Ansage zu "Dead Skin Mask", diesmal allerdings in stark gekürzter Form. Später stellte sich raus, warum. Dieser Song wurde dann auch komplett instrumental ohne Vocals, aber mit aller Brachialgewalt der Instrumente runtergezockt. Etwas seltsam, aber den Fans war es egal, es wurde darauf abgegangen wie Zäpfchen. Beim anschließenden "Seasons In The Abyss" allerdings machten sich die ersten Runzeln auf meiner Stirn breit, wurde doch auch hier auf den Gesang verzichtet. Was danach kam, war der Anfang vom Ende. Nach einer minutenlangen Pause, bei der alle Musiker von der Bildfläche verschwanden, wurde ebenfalls nur instrumental "South Of Heaven" auf die Fans losgelassen. Langsam fragte man sich doch, was das sollte. Tom Araya ging nur recht planlos auf der Bühne auf und ab und deutete immer wieder Richtung Mikro und seinen Hals. Eine weitere Pause später wurde dann, untermalt von einer blutroten Lichtshow, "Raining Blood" eingeläutet, bei der auf einmal Jamey Jasta von Hatebreed mit Mikro in der Hand über die Bühne hüpfte. Gehüpfe passt einfach nicht zu Slayer! Noch weniger passend war dann allerdings, dass dieser junge Mann wohl keine Ahnung von Slayer hat, fing er doch an, zu "Raining Blood" den Text von "Angel Of Death" ins Mikro zu brüllen, ehe er von Tom Araya eines besseren belehrt wurde. Und was soll ich sagen? Das war's dann mit dem Gig. Nach knapp 60 Minuten (inkl. der langen Pausen!!!) Danach schnallten sich alle brav ihre Instrumente ab, Tom nahm sich kurz das Mikro und wollte was sagen, aber mehr als ein Krächzen kam dabei nicht raus. Der ein oder andere Fan will darin ein "I¬’m sorry..." erkannt haben. Jedenfalls schleuderte Tom das Mikro stinksauer auf die Bühnenbretter und ging. Jeff, Dave und Kerry waren zu diesem Zeitpunkt schon längst gegangen. Sagt mal: GEHT'S NOCH?!?! Das dem Sänger mal die Stimme versagt, kann jedem passieren. Sagt auch keiner was. Aber die Art und Weise, wie einfach das Licht eingeschaltet wurde und brav der Abbau begonnen hat, ist ja wohl das letzte. Ist Tom Araya der einzige in der Band, der des Redens mächtig ist??? Eine einfach Erklärung im Sinne von "Hey Leute, Toms Stimme hat den Geist aufgegeben. Er kann nicht weitermachen..." wäre doch machbar gewesen ohne dass euch ein Zacken aus der Krone fällt. Und dann einfach instrumental weiterspielen, hat doch vier Songs lang einwandfrei funktioniert! Und das hätte sicher der ein oder andere verstanden. Oder gab es keinen, der die Texte beherrscht und einspringen hätte können??? Aber einfach das Licht anmachen und abdampfen, ist ja wohl das allerletzte. Der anschließende Becherregen in Richtung Bühne war dann nur zu verständlich! Wohin man dann anschließend blickte: überall nur ungläubige, saure Blicke.

Nach Wacken im letzten Jahr war dies nun die zweite Slayer-Enttäuschung in Folge (auch wenn Tom nix für den Stimmausfall kann, es ist einfach die Art). Und dafür dann noch 45 Flocken hinlegen...

Setlist Slayer:

Darkness Of Christ
Disciple
War Ensemble
Mandatory Suicide
Hallowed Point
Stain Of Mind
Bloodline
Dead Skin Mask
Seasons In The Abyss
South Of Heaven
Raining Blood

Ray

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