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Konzert-Bericht

Nightwish & Lordi

Zenith, München 12.01.2003

Als wir ankamen, war die Bühne schon fertig präpariert für den Auftritt von Lordi, die als Support für Nightwish eröffnen sollten. Links und rechts auf der Bühne standen zwei Säulen, von oben nach unten mit dem Lordi-Schriftzug versehen. Dieser leuchtete während des Konzertes und obendrauf sassen zwei Gargoyles, die jeweils einen Strahler in der Hand hielten. In der hinteren Mitte der Bühne war eine Tür aufgestellt, die von zwei Fratzen, die doch irgendwie fatal an Eddie erinnerten, flankiert wurden (mit leuchtenden Augen! Hutiniiii!!!;-)). Rechts hinten stand das Schlagzeug, mit einem Käfig umgeben, an den zwei Leichen gefesselt waren. Links hinten stand dann noch das gruselig verzierte Keyboard. Einfach kultig, was da auf der Bühne zu sehen war.
Um kurz nach halb neun gings dann los, nach einem kurzen Grusel-Intro rockten Lordi dann mit "Get Heavy" mächtig los. Dummerweise kannte anscheinend kein Schwein die finnischen Chartstürmer, weshalb sie anfangs ziemlich skeptisch beäugt wurden. Allerdings trug unter anderem das urige Bühnenoutfit (eine Mumie, ein Zombie, ein Wesen, das irgendwie an Spawn erinnert, kurz nachdem er aus der Hölle wieder zurück ist, eine Phantasiegruselgestalt in blau und natürlich Lordi himself, der wie eine Mischung aus Gene Simmons, einem Panzersaurier, dem Yeti und Freddi Krüger aussieht und dazu eine doppelschneidige Axt schwingt, die als Mikrohalter dient) und die heftig rockenden Songs dazu bei, dass immer mehr Leute Gefallen an der Mucke fanden. Lordi ging immer mehr in seinem Element auf und zog alle Register seiner Kunst. Bei "Icon Of Dominance" breitete er Fledermaus-Flügel aus, bei "Biomechanic Man" kam er mit metallener Maske aus der Tür und bei "Monster, Monster" schliesslich holte er sich ein Metzgerkostüm und spritze in bester Gwar-Manier mit einer Art Kreissäge Kunstblut ins Publikum. Kult! Spätestens hier war ein Grossteil der Meute der Show und Lordi verfallen.
Doch leider war die Zeit schon fast vorbei und mit der Nummer eins Hitsingle "Would You Love A Monsterman" überliess man nach gut 40 Minuten Nightwish die Bühne.

Kurz nach 22 Uhr war es dann soweit, Nightwish sollten zu ihrem letzten Konzert in München für die nächsten gut zwei Jahre aufspielen. Dementsprechend erwartungsvoll war auch das Publikum (ca. 3500 Leute), das so ziemlich alle Altersklassen von 14 bis über 50 Jahre umfasste.
Als dann jedenfalls das Licht ausging und Nightwish nach dem Bombast-Intro loslegten, kannte das Publikum kein Halten mehr und die Helden aus Finnland wurden frenetisch gefeiert und bejubelt.
Die Band, allen voran natürlich Sängerin Tarja und Keyboarder Tuomas hatten jede Menge Spass, vor allem Letzterer ging hinter seinem Keyboard ab wie Harry und bangte sich die Seele aus dem Leib. Oberposer Emppu spielte souverän auf seiner 6-Saitigen und fetzte von einem Ende der Bühne zum anderen. Neu-Bassist Sami dagegen liess mit der obligatorischen Kippe im Mund den Coolen raushängen, hatte aber nicht minder Spass an der ganzen Sache. Und über allem thronte Drummer Jukka, der die Songs präzise wie ein Uhrwerk runterzockte.
Nightwish gaben sich keine Blösse und spielten ausschließlich Kraftfutter vom Feinsten und das Publikum nahm es dankbar auf. Da sah man auch gerne darüber hinweg, dass Basser Sami bei "Forever Dream" ein, zweimal zu spät ans Mikro kam und seinen Einsatz verpasste. Bei "10th Man Down" kam dann sogar ein Gastsänger auf die Bühne, der dann für die Growls zuständig war (angeblich der gleiche, der schon auf der Live-DVD zu hören ist).
Danach würde es mit "Walking In The Air" erstmal ein wenig ruhiger und dem Publikum gönnte man eine Verschnaufpause. Hier wurden die Lichter dunkler und nach und nach zündeten einige hundert Leute Feuerzeuge an, was für eine ziemliche Gänsehautatmosphäre sorgte.
Tarja verzog sich dann hinter die Bühne, wo sie sich erstmal von den gesanglichen Strapazen erholte und sich von einem Roadie mit einem Handtuch Luft zufächeln liess. Sami übernahm inzwischen das Mikro und kündigte dann "Don't Talk To Strangers" von "Dio" an, das alllerdings beim Publikum auf wenig Gegenliebe stiess ("Ihr seit alle unwürdig! Auf die Knie mit euch!" ;-), Anm. Red.). Ob's daran lag, dass kaum jemand das Lied (oder auch nur den Namen "Dio") kannte oder ob man lieber Tarja singen hören wollte, wissen wir nicht, wir tippen auf beides.
Mit einer erfrischten Tarja setzte man schliesslich zum Endspurt an und kündigte (um 23:21 Uhr, also nach nichtmal 1,5 h) mit "Sleeping Sun" den letzten Song für diesen Abend an. Daraufhin hagelte es natürlich Buh- und Zugabe-Rufe, so dass "Nightwish" schliesslich nochmals auf die Bühne kamen und drei Zugaben spielten. "The Kinslayer" und "Wishmaster" waren dabei die wohl am meisten bejubelten Songs des Abend. Danach war dann auch Schluss, "Nightwish" bedankten sich artig, genossen den Jubel und verschwanden dann in der Umkleidekabine.

Was Nightwish an diesem Abend boten, war erste Sahne, sowohl Song- und Perfomance-technisch als auch von der Lichtshow her, die hammermässig was hermachte und die Lieder perfekt ergänzte. Hier wurde richtig geklotzt, nicht nur gekleckert. Nur der Sound war mal wieder beschissen, die Gitarre und das Keyboard waren vor allem anfangs kaum zu vernehmen, schon gar nicht, wenn Drummer Jukka mit seiner Double-Bass loslegte, die so ziemlich alles in Grund und Boden trümmerte, so dass man eigentlich nichts mehr anderes als Bass-Drum und Tarja hörte. Weiter hinten haben wir uns sagen lassen, soll es besser gewesen sein, aber die Leute, die vorne stehen, wollen ja auch anständigen Sound. Ausserdem war die Gesamtspielzeit von knapp über 90 Minuten für ein vorläufiges Abschiedskonzert ein bisschen wenig.
Die Merchandising-Preise waren dafür wirklich human, Cap für Eur 10, T-Shirt und Girlie für Eur 15, Longsleeve für Eur 20 und Kapuzenpulli für Eur 30. Es geht doch mit den vernünftigen Preisen, auch bei bekannteren Bands. Allerdings war dafür der Eintrittspreis von ca. Eur 30 ziemlich saftig.
Summa Summarum ein toller Abend mit zwei tollen Bands, die man hoffentlich mal wieder sehen wird.

Setlist Nightwish:
Intro
Blessed Child
End Of All Hope
Swan Heart
Come Cover Me
Dead To The World
Forever Dream
10th Man Down
Walking In The Air
Don't Talk To Strangers
Slaying The Dreamer
Beauty And The Beast
Sleeping Sun
---
Over The Hills And Far Away
The Kinslayer
Wishmaster

Setlist Lordi:
Intro
Get Heavy
The Devil Is A Looser
Dynamite Tonight
Icon Of Dominance
Biomechanic Man
Monster, Monster
Not The Nicest Guy
Rock The Hell Outta You
Would You Love A Monsterman

Kara & Lord Obirah

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