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Konzert-Bericht

Origin, Impaled, Hour Of Penance & Medecophobic

Orangehouse, München 10.06.2008

(Fotogalerie)

Stück Geprügel gefällig? Dann war man bei diesem Package genau richtig. Origin kamen wieder nach München, im Gepäck hatten die Amis dabei die Kollegen von Impaled sowie die Römer Hour Of Penance.
Den Anfang aber machten die Lokalmatadoren Medecophobic. Die Jungs um Frontgrunzer Erinc waren zunächst etwas nervös und verkrampft, was aber wohl hauptsächlich daran lag, dass das Trio die letzten zehn Monate keinen Auftritt absolviert hatte. Trotzdem legten Medecophobic los wie die Feuerwehr. Tightes High-Speed-Drumming gepaart mit brutalen Riffs und gutturalen Vocals konnten den ein oder anderen ziemlich schnell von den Qualitäten der Band überzeugen, so das Medecophobic neben fliegenden Haaren vor der Bühne auch dicken Applaus vom Publikum einfahren konnten. Als dann nach der Vorstellung von Neugitarrero Torben Rathje aus dem Auditorium der Ruf "Der kann ja was!" kam, verlieh das den Jungs gleich etwas mehr Lockerheit und dem Auftritt ein ganzes Stück mehr Drive. Am Ende stand dann mehr als nur Höflichkeitsapplaus, leider aber auch eine viel zu kurze Spielzeit und trotz Forderungen keine Zugabe. Mehr davon bitte!

Danach durften Hour Of Penance auf die Bretter. Nach einem düsteren Intro legte das Quartett mit brutaler Mucke und Extrem-Propeller-Banging los. Hierbei tat sich vor allem Sänger Francesco Paoli hervor, zwar hatte das nicht immer was mit dem Takt der Musik zu tun, aber egal. Dafür wurde der Gute nie müde, das Publikum anzufeuern, das zunächst etwas reserviert wirkte. Nachdem aber klar war, dass die Römer ihre Sache besser machen würden, als ihre Landsmänner bei der EM in der Schweiz und in Österreich, rangen sich immer mehr Leute durch, den Haarquirl anzuwerfen. So boten Hour Of Penance eine mitreißende Show, die mit dem Suffocation-Cover "Catatonia" beschlossen wurde. Dafür ernteten die Italiener viel Jubel und Beifall, aber auch hier gilt wieder, die Spielzeit war zu kurz.

Auf Impaled war ich dann sehr gespannt, denn ihr letztes Machwerk The Last Gasp konnte mich nicht ganz so überzeugen wie die alten Sachen. In einheitlicher Uniform, abgesehen von Drummer Raul Varela, der trug soweit ich das sehen konnte was anderes, kamen die Jungs dann auf die Bühne und legten furios los. Spielerisch gab's nichts zu bemängeln, showtechnisch wurde viel geboten. Vor allem Basser Ross Sewage tat sich hier sehr hervor und schnitt immer wieder irre Grimassen, die unter normalen Umständen keine positiven Rückschlüsse auf seinen Geisteszustand zugelassen hätten. Hier aber passte die irre Mimik wie die Faust aufs Auge. Daneben pflegte Jason Kocol mit seiner überdimensionierten Brille das Image eines verklemmten psychopatischen Ami-Pfadfinders und lockte mit seiner Gestik zumindest bei mir immer wieder ein Schmunzeln hervor. Auch wenn Impaled die wohl groovigste Band des Abends war, war die Musik nicht minder brutal als bei den Kollegen. Auch wenn letztendlich aufgrund der Spielzeit nicht alle Hits der Band gespielt werden konnten und die Reaktionen nicht ganz so überschwänglich waren, war dieser Auftritt zumindest in meinen Ohren rundum gelungen!

Danach wurde es heftig und zwar extremst heftig. Die vier Amis von Origin entfachten mehr als einen Orkan auf der Bühne. Derb ins Publikum gerotzter Gesang gepaart mit infernalisch schnellem Drumming und unglaublicher Finesse an Bass und Gitarre ließen mir zunächst die Kinnlade runterklappen. Gerade was die Herren an den Sechssaitern, ja, auch der Bass hatte deren sechs, vom Stapel ließen, war echt kein Spaß. Die Anschlaghand von Mike Flores am Bass bewegte sich teilweise so schnell, dass sie fast zu einem Schemen verkam, während seine Linke permantent übers Griffbrett flitzte, als ob er ein irrwitziges Gitarrensolo spielen würde. Auf der anderen Seite der Bühne das gleiche Bild, die Hände und Finger bewegten sich mit unglaublicher Geschwindigkeit über Griffbrett und Saiten, dass einem schwindelig werden konnte. Und als ob es nichts wäre, wurde dazu zeitweise auch noch gesungen, so dass phasenweise drei Leute in ihre Mikros brüllten. Ach ja, hinter der Schießbude natürlich ein ähnliches Bild, die Felle und Becken wurden mit beeindruckender Geschwindigkeit und Präzision verprügelt. Im Publikum gab's hier aufgrund dieser Leistung zwei Parteien: der eine Teil starrte ungläubig gen Bühne und verfolgte den irrwitzigen Auftritt, der andere bangte sich die Birne vom Kopf und ging zu den Speedgranaten ab wie Schmidts Katze.
Was mich an diesem Auftritt aber ein wenig nervte, waren die übelst getriggerten Drums, natürlich klang da gar nichts mehr, aber das sollte es wohl auch nicht.

Ansonsten war nicht nur der Auftritt von Origin sehr beeindruckend, nein, der ganze Abend war sehr gelungen, angefangen vom medecophilen Heimspiel über den engagierten Auftritt von Hour Of Penace und dem Schlachtfest von Impaled hin zum übernatürlichen Handwerk der Amis Origin. Sehr geiles Package, deren Teilnehmer gerne wieder kommen dürfen!

Lord Obirah

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