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Konzert-Bericht

Helloween, Gamma Ray & Axxis

All-Kart-Halle, Kaufbeuren 22.12.2007

Was kann es denn Schöneres geben als sich kurz vor Weihnachten die Volldröhnung an einem akustischen Knüllerknallbonbon zu geben. Soll heißen die Granaten des "Happy Metal", also HelloRay und Gammaween (oder so ähnlich...) machen zusammen die Welt unsicher um zum einen das zweite Land der Freien zu betreten und zum zweiten mit dem Teufel zu spielen. Als Anheizer fungierten hierbei die Gute-Laune Rocker Axxis.

Als Veranstaltungsort wurde die All-Kart-Halle im schweinskalten Kaufbeuren aufgesucht, die an diesem Abend aus allen Nähten platzte. Soweit ich mich entsinnen kann, hatte ich diese noch nie so voll erlebt. Dass die Luft mit zunehmender Zeit immer dünner wurde, sollte wohl klar sein, da darf man echt gespannt sein, wie das ab Januar ablaufen soll, wenn man nicht mehr in einer Rauchglocke gefangen ist, aber das soll hier nicht das Thema sein...

Dafür waren kurz nach 20:00 Uhr Axxis ein Thema, und was für eins! Mit dem Titeltrack des aktuellen Albums Doom Of Destiny und "Tales Of Glory Island" machten die fünf Burschen und das Mädel ordentlich Dampf und zeigten dem teilweise erstaunten Publikum dass sie durchaus Metal sein können. Einen hohen Anteil an der härteren Ausrichtung hat auf jeden Fall Drummer Andre Hilgers, der ja mittlerweile auch für Rage die Felle verdreschen darf. Auf CD durfte Sängerin Lakonia ihre Stimmbänder schwingen lassen, auf der Tour (die im Übrigen als Hellish Rock Tour betitelt wurde) wurde sie hingegen durch die Sängerin Ana Mladinovici der rumänischen Gothic Rock/Metal-Band Magica ersetzt, die ihre Sache zwar recht gut machte aber von der Phrasierung etwas gewöhnungsbedürftig war, das ging eher so in Richtung Tarja Turunen. Das soll nicht abwertend zu verstehen sein, da ich ihre Stimme schon gern mag aber in dem Fall war dieser Operntouch nicht so ganz stimmig und passend zur Musik. Die wiederum wurde auch nicht so ganz optimal wiedergegeben, der Sound war teilweise etwas undifferenziert, was man so von Axxis nicht gewohnt ist. Selbst Sänger Bernhard Weiss hielt sich zurück, aber nachdem die Ruhrpottler ja auch nur 40 Minuten zur Verfügung hatten, war das schon klar, dass er nicht ganz zu viel reden konnte wie sonst. Die Neuzugänge Rob Schomaker am Bass und Marco Wriedt an der Gitarre haben sich jedenfalls sehr gut ins Gesamtgefüge integriert, da kann man nichts bemängeln. Bei der Setlist kann man auch nicht meckern, gesunde Härte, ein paar Klassiker, das war schon gut so. Aber auch wenn Axxis durchaus zu verstehen gemacht haben, dass sie sich hinter Gamma Ray und Helloween nicht verstecken brauchen gefallen sie mir persönlich als Headliner besser. Dennoch gute Leistung!

Nach einer ziemlich kurzen Umbaupause ertönte das Intro des allerersten Albums, das da schlicht und ergreifend "Welcome" hieß und nahtlos überging in ein Lied von dem selben Album und zwar das fulminante und immer gute Laune verbreitende "Heaven Can Wait" mit einem Hans Kaisen äh Kai Hansen bei bester Stimme. Super Anfang der mit dem nachfolgenden "New World Order" untermauert wurde. Die Band erfreute sich bester Spiellaune, angefangen von Drummer Daniel Zimmermann über Gitarrist Henjo Richter und Bassist Dirk Schlächter (der sich nicht zu schade war sich immer wieder ins Posing zu schmeißen) bis hin zur Hamburger Frohnatur an Mikro und Gitarre. Dabei waren Gamma Ray stets bemüht die Setlist abwechslungsreich zu gestalten, was sich unter anderem im aktuelleren Vollbrett "Fight" als auch im zeitlos genialen "Rebellion In Dreamland" niedergeschlagen hat. Darüber hinaus zollte das Quartett den Anfängen von Helloween in Form von "Ride The Sky" Tribut. Das aktuelle Album wurde mit den Songs "Into The Storm" und "Real World" bedacht, soweit ich das in Entsinnung habe. Das Publikum fraß jedenfalls der Band förmlich aus der Hand, was gerade bei den Mitsingspielchen bei "Heavy Metal Universe" eine recht spaßige Angelegenheit war. Auch die große Bühne wurde gut ausgenutzt, so war jeder der Musiker ständig in Bewegung. Stillstand ist anders und das in jeglicher Hinsicht. Gamma Ray lieferten das was man von ihnen erwarten konnte, qualitativ gab es da nichts zu bemängeln. Mit "Valley Of The Kings", "Somewhere Out In Space" und der Zugabe "Send Me A Sign" ließen Gamma Ray nach rund 70 Minuten ein gut aufgeheiztes Publikum zurück, das sich langsam auf die Kürbisköpfe einstellen konnte.

Irgendwann in der Umbaupause erschallte aus den Boxen ein allseits bekanntes "For Those About To Rock (We Salute You)" und der ein oder andere wurde schon beim Mitwippen und -singen ertappt, plötzlich wurde es lauter und das Licht ging aus. Aha, ein altbekanntes Lied mal einfach so als Intro hernehmen um erst mal ins Walls Of Jericho-Intro überzublenden und gleich danach mit "Crack The Riddle" den Bühnenaufbau vorzustellen. Dieser war stark an das Coverartwork angelehnt und im Hintergrund des Drumkits gab es ein "Glücksrad" zu sehen, welches schließlich auch in Bewegung gesetzt wurde und Dani Löble hinter seinem ziemlich großen Aufbau Platz nahm. Keine Ahnung wie viele Leute auf "Kill It" oder vielleicht sogar "Sole Survivor" bzw. "We Burn" als Opener gesetzt haben, viele dürften wohl ganz schön erstaunt gewesen sein, dass da auf einmal ein "Masquerade Masquerade, grab your mask and don't be late..." zu hören war. Ja richtig gelesen, Helloween spielten "Halloween". Im Anschluss gab es dann doch den "Sole Survivor" um abermals einen Klassiker aus dem Hut zu zaubern, der "March Of Time" war da nämlich angesagt. So war der Beginn nicht unbedingt zu erwarten. Dass das neue Album natürlich auch zum Zuge kommen musste war natürlich klar, da gab es erst mal die Singleauskopplung "As Long As I Fall", danach "Paint A New World" und im späteren Verlauf noch das brachiale "The Bells Of Seven Hells" zu hören. Das Zusammenspiel zwischen den älteren Songs und den neueren klappte hervorragend. An dieser Stelle an Lob an Sascha Gerstner und Dani Löble, die sehr songdienlich und mit der nötigen Effektivität und Frische spielten. Eine kurze Verschnaufpause gab es in Form der Geschichte, die nicht richtig war aber dennoch gut rüberkam. Die Frage ob Sänger Andi Deris an Michael Kiske herankommt will ich nicht beantworten, Fakt ist jedenfalls, dass Mr. Deris sich ganz gut geschlagen hat und auch mit entsprechend viel Gefühl gesungen hat. Generell bot der Andi eine starke Leistung, sowohl stimmlich als auch als Entertainer, die ewig Gestrigen werden es zwar anders sehen aber die Zeiten sind nun mal vorbei. Natürlich gab es auch ein Drumsolo zu begutachten, welches recht bald unterbrochen wurde von drei Weihnachtszwergen, die unbedingt "Smoke On The Water" zocken wollten, doch Gitarrist Michael Weikath zeigte sich "genervt", der wollte lieber das Schlagzeug Solo und ballerte daraufhin die armen Kleinen ab. Ganz witzige Idee, kam aber wohl nicht bei allen gut an. Wie immer halt Geschmackssache. Genauso wie die Tatsache, dass abermals das lange "King For A 1000 Years" gespielt wurde. Da hätten die "Weenies" schon andere Kamellen heraus hauen können, aber es war eigentlich egal, denn die musikalische Leistung war top. Der Sound im Übrigen auch, also genauso wie bei Gamma Ray, die Akustik in der All-Kart Halle mag nicht unbedingt die Beste sein, aber dafür konnte sich das schon gut hören lassen. Im regulären Set fand sich übrigens erst noch der Klassiker "Eagle Fly Free" wieder und als Abschluss das unkaputtbare "Dr. Stein". Dass gerade bei diesen Songs die Stimmung super war, kann sich wohl jeder vorstellen. Lange ließen sich die Kürbisköpfe nicht bitten und erstürmten abermals die Bühne um der gut gelaunten Menge ein Medley in Form von "I Can", "Where The Rain Grows", "Perfect Gentleman" (incl. Singspielchen), "Power", "If I Could Fly" und "Keeper Of The Seven Keys" um die Ohren zu hauen. Coole Sache, vor allen Dingen die Übergänge waren sehr stimmig. Danach war erst mal wieder Schluss, aber nicht lange und spätestens beim zweiten Betreten der Bühne sollte den Altfans ein bisschen Pipi in den Augen gestanden haben. Drei Viertel der Belegschaft von Gamma Ray kamen mit auf die Bühne um zusammen mit Helloween zwei Songs zu spielen, die jeder pflichtbewusste Metaller kennen sollte: "Future World" und "I Want Out". Der gute Kai übernahm selbstredend auch mal das Mikro und man kann mit gutem Gewissen und bedenkenlos sagen, dass das schon verdammt großes Kino war. Ein krönender Abschluss eines tollen und abwechslungsreichen Konzertes.

Die meisten Anwesenden sollten nach diesem tollen Abend zufrieden und gut gelaunt in die kalte Allgäuer Nacht gegangen sein. Hoffentlich lässt sich so etwas noch mal wiederholen. Der einzige Wermutstropfen meinerseits bestand darin, dass ich dummerweise vor lauter Mitsingen und Mitklatschen vergessen habe die korrekten Setlists zu notieren. Eventuelle Fehler in der Songreihenfolge seien bitte nachzusehen. Ansonsten bleibt mir insgesamt nur eins zu sagen: Geil war's!

Setlist Axxis:
Doom Of Destiny
Tales Of Glory Island
Little War
Take My Hand
Blood Angel
Little Look Back
Angel Of Death
Living In A World
Kingdom Of The Night

Setlist Gamma Ray:
Heaven Can Wait
New World Order
Land Of The Free
Ride The Sky
Fight
Into The Storm
Real World
Rebellion In Dreamland
Heavy Metal Universe
Valley Of The Kings
Somewhere Out In Space
---
Send Me A Sign

Setlist Helloween:
Halloween
Sole Survivor
March Of Time
As Long As I Fall
Paint A New World
A Tale That Wasn't Right
Drum Solo
The Bells Of The Seven Hells
Eagle Fly Free
King For A 1000 Years
Dr. Stein
---
Medley
---
Future World
I Want Out

Andi

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