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Konzert-Bericht

Job For A Cowboy, War From A Harlots Mouth & Common Grave

Feierwerk, München 14.06.2007

So, die Konzertsaison neigt sich langsam der Sommerpause und damit den Festivals zu, ergo ist es dem informierten Metalhead angeraten, sich noch die letzten Gig-Perlen vor dem Sommerloch zu schnappen. Bei mir fiel die Wahl auf Job For A Cowboy, erstens, weil ich schon einen Artikel über deren aktuelle Scheibe Genesis verfassen durfte und zweitens, weil ich zusätzlich zu einem Platz auf der Gästeliste auch noch einen Interviewtermin mit der Band bekommen konnte.
Somit trieben mich der Geiz und die Möglichkeit, mich produzieren zu können in Richtung Feierwerk, wie immer in Begleitung meiner besseren Hälfte.
Am Feierwerk angekommen, herrschte aber erst mal Ratlosigkeit: Nichts los hier?! Gut, wir waren wegen des Interviews recht früh da (näheres zu dieser Geschichte an anderer Stelle), aber so verlassen, wie das hier aussah, kamen wir uns etwas fehl am Platze vor...
Nach ca. 20 Minuten Wartezeit vor dem Hansa 39, in dem der Gig laut Plan stattfinden sollte, erfuhren wir dann doch so beiläufig, dass die Sause ins Orangehouse verlegt worden war. Hätte man das nicht am Eingang irgendwie veröffentlichen können, Konzertplakate hingen doch da? Ok, auf denen war vom Dienstag, den 14.06. die Rede (der geneigte Leser dürfte bemerkt haben, dass der 14. ein Donnerstag war), insofern habe ich nachträglich meine Erwartungen bezüglich korrekter Informationen vor Ort deutlich zurückgeschraubt, aber trotzdem hinterlässt so etwas doch einen leicht schalen Nachgeschmack.

Nun, wie auch immer, zumindest hatten wir jetzt endlich den Ort des Geschehens erreicht. "Wir" heißt in diesem Fall, dass sich sieben(!) Gestalten vor der Türe versammelt hatten, um Einlass zu erhalten. Der Andrang hielt sich also in Grenzen. Ok, das Wetter war auch teuflisch gut, Laufkundschaft war kaum zu befürchten, die hielt sich lieber im Biergarten auf...
Um 20:00 Uhr wurden wir dann auch endlich reingelassen und konnten uns erst mal gemütlich im Laden umschauen. Gemütlich war er ja (und isses wohl immer noch), mit einer Sitzecke etwas seitlich hatte das Ganze was von Wohnzimmeratmosphäre. Problem dabei ist halt, dass gerade der Bereich der Sitzecke doch ziemlich vom Geschehen vor der Bühne abgetrennt ist, zumal noch zwei dicke Säulen den Blick auf die Bühne beeinträchtigen. Von den 200 Plätzen waren also nur etwa 100 konzerttauglich. Ok, das war an diesem Abend nicht das Problem, insgesamt haben sich dann nur etwa 50 Leute ins orangehouse verirrt.
Der Bierpreis von 2,60 Euro ist ok und Spezi für 2,20 Euro verdient besondere Erwähnung, so wird man zumindest finanziell nicht gezwungen, sich einen anzusaufen. Lob an dieser Stelle!
Auch zur Begutachtung der Merch-Stände war noch genug Zeit, die Preise hielten sich im Rahmen und sogar Verhandlungsspielraum war noch vorhanden.

So, nun ging's aber endlich los, Common Grave machten den Anfang. Von dieser Band kannte ich bis dahin nur einen Track, Standard-Death hatte ich so im Hinterkopf. Und sie machten ihre Sache durchaus beachtlich, die Regensburger ließen sich weder vom recht leeren Zuschauerraum (vielleicht 30 Leute hatten bis jetzt den Weg hierher gefunden) noch von der anfänglichen Zurückhaltung der Zuhörer beeindrucken. Selbst die Tatsache, dass sie nicht auf ihren standardmäßigen Sänger Ferenc Horvath zurückgreifen konnten, tat dem Auftritt keinen Abbruch und so schafften sie es auch, die wenigen Leute vor Ort durchaus zu begeistern.
Sehr guter Auftritt, das musste durch den Kauf eines Shirts und der aktuellen CD honoriert werden. Hier zeigte sich auch die Verhandlungsbereitschaft der Verkäufer, statt zwei mal 10 Euro kostete das Paket nur 15 Steine, das nenne ich fair!
Gut, konnte gerne so weitergehen, zumal sich die Umbaupause mit nicht mal fünf Minuten in Regionen hielt, die ich als sehr angenehm empfinde.

Leider war es das einzig Angenehme für die nächste Zeit.
Denn nun standen die Jungs von War From A Harlots Mouth auf der Bühne. Und was da rüberschallte, hat mir doch den Atem verschlagen; leider nicht auf positive Weise.
Nichts gegen die Show der Berliner, die war energiegeladen, die Bühnenpräsenz war gegeben, gibt eigentlich daran nicht wirklich was auszusetzen.
Auch die Beherrschung der Instrumente war durchaus im positiven Bereich, wenn auch das Organ von Shouter Steffen auf Dauer doch sehr nervend war.
Nein, woran es lag, dass meine Laune von Minute zu Minute sank, war das Liedgut. Ja, es gab Hardcore; ja, es gab Grindcore; und ja, es gab Jazz. Doch leider nicht als homogene Mischung (also z. B. Jazzcore), sondern mal Hard-, mal Grindcore, mal Jazz. Und nicht von Song zu Song wechselnd, sondern mitten im Stück, völlig zusammenhanglos. Egal, wie sehr ich auch versucht habe, in die Songs reinzufinden, 20 Sekunden später gab's wieder was ganz anderes. So kommt einfach keine Stimmung auf und mit der Meinung war ich ganz und gar nicht alleine. Eine Menge gerunzelter Stirnen und fragender Blicke ob der Darbietung waren zu sehen, die Laune im Zuschauerraum sank ins Bodenlose. Gut, fünf Gäste (immerhin ca. 10% der Anwesenden), wohl Freunde oder Bekannte der Band hatten anscheinend einen Heidenspaß, aber die waren auch die Einzigen. Ich musste echt während des Auftrittes mal an die frische Luft, so ging mir das Ganze auf den Sa**. Ich will das ja gar nicht mal der Band selbst vorwerfen; wie die fünf Leute vor der Bühne vormachten, gibt es durchaus ein Publikum für diese Mucke, aber selbiges war halt an diesem Abend nicht im Saal. Da hat wohl jemand bei der Zusammenstellung des Billings nicht aufgepasst...
Na ja, irgendwann war dann auch diese Tortur mal zu Ende, auch wenn es mir persönlich wie eine kleine Ewigkeit vorkam.

Zeit zum Luftholen und Nervenregenerieren blieb aber kaum, dann auch der Headliner benötigte nur eine sehr kurze Pause für den Umbau.
Und da die Pause auch so kurz war, hatten Job For A Cowboy auch ziemlich mit einem sehr "unterkühlten" Publikum zu kämpfen. Die Band um Frontmann Jonny gab sich zwar redlich Mühe, die Zuhörerschaft wieder auf Betriebstemperatur zu bekommen, aber zusätzlich zum halbleeren Konzertsaal machte ihnen auch der recht unsaubere Sound die Arbeit sehr schwer. Das klang alles recht core-lastig, da war wenig vom blitzsauberen technischen Death ihres aktuellen Albums zu hören. Doch tapfer hielten sie durch und wurden mit Verlauf des Gigs dann doch noch von der ein oder anderen positiven Publikumsreaktion belohnt. Sogar ich schaffte es, Gefallen an den letzten beiden Stücken (eines davon eine Zugabe) zu finden, obwohl ich fast nicht mehr damit gerechnet hatte.

Tjo, dann war das Konzert auch zu Ende und man chillte noch gemeinsam (Publikum und Bands) ein wenig im Orangehouse aus. Dabei erwiesen sich die Mitglieder von sowohl Common Grave als auch Job For A Cowboy als durchwegs nette und freundliche Typen, mit denen man auch mal ein Bierchen trinken kann.
Schade, dass das unpassende Line Up so auf die Stimmung schlug, sonst hätte das durchaus ein netter Abend werden können, so aber war die ganze Sache mehr oder weniger für die Füße...

Hannes

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