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Konzert-Bericht

Dark Funeral, Naglfar, Endstille & Amoral

Metropolis, München 06.03.2006

(Fotogalerie)

Väterchen Frost hatte wieder zugeschlagen. In und um München ging stellenweise gar nix mehr, draußen war es spiegelglatt, sofern sich nicht hohe Schneeberge vor einem auftürmten. Ideale Rahmenbedingungen für ein frostiges Black Metal Konzert also. Fast schien es, die Nordmänner hätten sich dieses Wetterchen selbst mitgebracht. Nur ging leider die Rechnung nicht auf, denn war wohl dieses Sauwetter mit daran Schuld, dass es nur wenige Fans bis ins Metropolis schafften.
Jedenfalls war es noch sehr, sehr übersichtlich, als die Finnen Amoral pünktlich um 20:00 Uhr den Abend eröffneten. Gerade mal die erste Reihe vor der Bühne war angetreten, dem Thrash/Death Metal zu lauschen. Und das wohl auch nur, damit man für die späteren Bands einen guten Platz hatte. Jedenfalls hielt sich der Beifall zwischen den Songs sehr in Grenzen, mehr als nur Höflichkeitsapplaus war da nicht drin. Lag wohl aber auch daran, dass Amoral rein musikalisch betrachtet nicht zum Rest des Billings passten und wohl die meisten nicht mit dem Material vertraut waren. An der engagierten Leistung auf der Bühne jedenfalls kann man es nicht festmachen, denn die war couragiert. Niko Kalliojärvi (Vocals) war ständig unterwegs und bemüht, so etwas wie Stimmung aufkommen zu lassen. Das gelang der Band dann gegen Ende auch phasenweise, nämlich genau dann, wenn die groovenden Parts in ihren Songs waren, denn dann waren zumindest vereinzelt Banger zu sichten. Nach rund 20 Minuten war dann der Gig vorüber und mit spärlichem Applaus wurde die Band verabschiedet.

Ein gänzlich anderes Bild zeigte sich bei den deutschen Endstille. Inzwischen war das Metropolis auch voller gefüllt. Wahre Enge kam zwar nicht auf, jeder hatte genügend Freiraum, aber immerhin waren die Reihen wesentlich voller. Nach dem "Ortungssignal", bei dem sich alle Anwesenden Richtung Bühne bewegten, ging es dann auch schon los, ein wahres Black Metal Gewitter brach über die Fans herein, passend zum Wetter draußen. Angenehm war auch, dass der Mann am Mischpult den Lautstärkeregler nicht bis auf Anschlag stellte, so war zumindest von meinem Standpunkt aus der Sound gut abgemischt. In ihren knapp 30 Minuten Spielzeit orientierten sich die Norddeutschen an ihrem neuesten Schaffenswerk, Navigator, von dem es die meisten Songs zu hören gab. Die Fans gingen von Anfang an mit, als wären Endstille die Headliner, was vor allem Iblis (Vocals) zu würdigen wusste. Ein ähnlich hohes Feedback erhielten später nur noch Naglfar. Endstille machten keine Gefangenen und ließen ihre Songs "I Bless You... God", "Ripping Angelflesh" oder "Bastard" auf die Fans los, die ihre Matten heftig kreisen ließen. Leider war nach dem finalen "Navigator" schon wieder Schluss, obwohl die Fans noch lange nicht genug hatten. Schade, eine Zugabe war auch nicht drin.

Obwohl Naglfar in letzter Zeit recht oft in unseren Breitengraden unterwegs waren konnten sie das von Endstille vorgegebene Level halten. Von der ersten Note an sah man nur noch empor gereckte Pommesgabeln und kreisende Matten. Für den Einstig in den etwa vierzigminütigen Set hat man tief in die Vergangenheit gegriffen, "Blades" vom 1998 erschienenen Album Diabolical wurde als Opener auserkoren. Doch gleich im Anschluss ging es zum aktuellen Album mit dessen Opener "Spoken Words Of Venom". Naglfar agierten souverän auf der Bühne, auch wenn sich trotz des noch frühen Abends erste Ermüdungserscheinungen bei den Anwesenden breit machten. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass es zwischen den Songs merklich ruhig war? Die Band jedenfalls tat ihr Bestes, das Stimmungslevel oben zu halten, was angesichts "I Am Vengeance" oder "Wrath Of The Fallen" kombiniert mit viel Bewegung auf der Bühne nicht schwer fiel. Auch wenn ich Naglfar schon mal engagierter gesehen habe war es ein gelungener Gig und wurde mit "A Swarm of Plagues", gefolgt von Zugabe-Rufen (die wiederum unbeachtet blieben), beendet.

Dann folgt die bislang längste Umbaupause des Abends, bevor um halb elf zum letzten Mal an diesem Abend die Lichter ausgingen und Dark Funeral, verstärkt um einen Mann am Bass, die Bühne betraten. Der Opener des aktuellen Albums, "King Antichrist", eröffnete auch diesen schwarzmetallischen Reigen. Angesichts dieser dunklen Raserei waren zwar auch Banger zu sehen, doch der Rest der Anwesenden stand nur gebannt da und lauschte den Klängen. Vor allem Matte Modin hinter den Kesseln hatte es nicht wenigen angetan, holzte er sich durch die Walachei, als ob es nichts anderes mehr gäbe. Eine wahre Augenweide, in welcher Geschwindigkeit er sein Drumkit bearbeitete. Respekt! Mit dem Titelstück von Diabolis Interium ging es dann auch schon weiter, bevor es mit "Ravenna Strigoi Mortii" ins Jahr 1998 zurück ging. Dark Funeral legten einen routinierten Gig auf die Bretter, mehr aber leider auch nicht. Irgendwie wirkte das Ganze zwar routiniert, aber wenig inspiriert, was wohl auch an den Pausen zwischen den Songs lag, bei denen es, ähnlich wie noch zuvor bei Naglfar, verdächtig ruhig zuging. Bis auf Emperor Magus Caligula (Vocals) bewegte sich auch die Band nicht mehr als unbedingt notwendig. Zudem wurde es gegen Ende des Sets merklich leerer im Auditorium, je weiter man nach hinten blickte. Sei's drum, das mehrfach geforderte "Open The Gates" wurde ebenso zum Besten gegeben wie "Bloodfrozen", bevor "Hail Murder" den finalen Song bildete. Nach einem kurzen und knappen "Thank you" verschwanden die Schweden backstage und waren nicht mehr gesehen, obwohl die Rufe nach einer Zugabe durchaus zu vernehmen waren. Doch auch hier wurden diese nicht erhört. Eigentlich für mich unverständlich, zumal der Gig gerade einmal 45 Minuten dauerte und auf der Setlist drei zusätzlicher Songs aufgelistet waren...

So aber wurden wir wieder in die frostige Nacht entlassen, aus der wir gekommen waren.

Setlist Naglfar:
Blades
Spoken Words Of Venom
As The Twilight Gave Birth
I Am Vengeance
The Perpetual Horrors
12th Rising
Wrath Of The Fallen
Horncrowned Majesty
A Swarm Of Plagues

Setlist Dark Funeral:
King Antichrist
Diabolis Interium
Ravenna Strigoi Mortii
The Arrival Of Satan's Empire
Open The Gates
Vobiscum Satanas
666 Voices Inside
Attera Totus Sanctus
Bloodfrozen
Godhate
Hail Murder

Ray

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