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Konzert-Bericht

Van Langen, Schelmish & Zackenflanke

Fronte 79, Ingolstadt 03.02.2006

Das als "Zeytendonner" bezeichnete Mittelalter-Rockkonzert brachte nach Ingolstadt im Rahmen der 1200 Jahrfeier eine willkommene Abwechslung.
Seltsamerweise war das Konzert im Internet kaum beworben worden, trotzdem war die Fronte 79 mit ca. tausend Besuchern rappelvoll. Sehr auffällig war das altermäßig sehr gemischte Publikum, das zum Teil auch mittelalterlich gewandet war. Doch auch Musikfreunde der härteren Gangart waren recht reichlich zugegen. Nach kurzer Zeit begann sich die große Publikumszahl auch negativ bemerkbar: Es wurde enorm heiß und extrem stickig. Zum Glück hatte man darauf geachtet, die Getränkepreise in günstigem Rahmen zu halten. Die Apfelschorle schlug hier ebenso wie das Bier mit zwei Euro zu Buche.
Die Ankündigung der Bands übernahm ein Herr der Stadt, der zwar einige nette Lacher in seine Rede einflocht, aber doch irgendwie etwas deplatziert wirkte.

Der Abend wurde somit recht spät von den Lokalmatadoren Zackenflanke eröffnet, die flotten konventionellen Mittelalterrock mit gelinde gesagt gewöhnungsbedürftigen Texten spielten. Das Ganze war vielleicht anfangs recht spaßig (darauf deuteten auch die teilweise witzigen Ansagen von Frontmann Oliver Scholtyssek hin), auf Dauer nervte die aufgesetzt wirkende gute Laune jedoch etwas. Immerhin hatten die Leute ihren Spaß und feierten die Sechs ordentlich ab, was diese auch mit breitem Grinsen honorierten. Musikalisch bediente man sich hin und wieder auch gern an der einen oder anderen Melodie, was aber den sympathischen Eindruck der Jungs nicht schmälerte.

Nach einer Dreiviertelstunde war recht schnell Schluss und die Narren von Schelmish übernahmen die Bühne. Die langen Umbauphasen erklärten sich wohl dadurch, dass die Bands teils sehr aufwändige Bühnendekorationen verwendeten.
Schelmishs Musik stellte sich als wahres Dudelsack- und Paukeninferno heraus, das beim Publikum außerordentlich gut ankam. Die nach eigener Aussage "fetteste und stinkendste Mittelalterband Deutschlands" präsentierte ihr Programm in Form einer Zeitreise. Allerdings irritierte mich die Stripeinlage des sportlichsten Bandmitglieds etwas - nunja wers mag... so hatte wenigstens das weibliche Publikum was zum Gucken. Kara hätts sicher gefallen *g*. Was die Musik betrifft, gibt es derlei schon tausendfach in verschiedenen Variationen. Alles in allem war der Gig jedoch voller Elan und technisch beeindruckend vorgetragen.
Im letzten Drittel stellte die Band ihr neues Album vor, dessen Lieder mit E-Gitarren und dem Einsatz von Synthesizern untermalt wurden. Das ließ die Stimmung im Publikum etwas abflauen, das wohl mit härteren Klängen nicht viel anfangen konnte. Auch uns gefiel der erste Teil des Programms irgendwie besser, genauer begründen konnten wir es jedoch nicht. Abgeschlossen wurde die Vorstellung von einer Coverversion des Johnny Cash Klassikers "Ring Of Fire" die man sich aber mehr oder weniger hätte sparen können. Wie dem auch sei, den Leuten gefiels offensichtlich.

Kurz nach Mitternacht trat endlich die Band auf, die uns eigentlich in die Fronte gelockt hatte. Van Langen hatte uns schon in München mit ihrem eigenständigen und anspruchsvollen Mittelalter Rock/Metal sehr beeindruckt, und dies bestätigte sich erneut. Bereits wie in München begann der Auftritt der Truppe mit einem venezianischen Intro, das passenderweise in venezianischer Maske gespielt wurde. Wie zu erwarten, war der Sound den ganzen Gig über ausgezeichnet, litt aber im ersten Drittel des Auftritts kurz unter einer ziemlich üblen Rückkopplung. Zum Glück konnte dieses Problem schnell behoben werden. Sehr erfreulich zeigte sich der Umstand, dass diesmal der Sound nicht so extrem laut wie in München war, dort wären wir fast aus der Halle geblasen worden ;). Ab 1:00 Uhr Nachts begann sich die Fronte zusehends zu leeren; offensichtlich hatte die schlechte Luft und die Hitze vor allem dem älteren Publikum zu stark zugesetzt. Van Langen beeindruckte das jedoch wenig und zeigte eine weiterhin professionelle und engagierte Leistung.
Absoluter Höhepunkt des Gigs für mich: Das Palästinalied, welches bereits von mehreren Bands interpretiert worden war; die Version von Van Langen stellt meines Erachtens jedoch die mit Abstand stärkste dar. Frontmann Marcus van Langen spazierte seelenruhig mit seiner Gitarre mitten durchs Publikum, wie er wieder zurückgelangte konnte ich allerdings nicht verfolgen.
Gegen Ende des Auftritts konnte sich der Schlagzeuger am Drumkit so richtig austoben und legte ein Solo hin, das sich gewaschen hatte. Als eines der letzten Lieder bekam das noch anwesende Publikum gegen halb Zwei den Subway To Sally Klassiker "Braut und Bräutigam" zu hören, der von Frontmann Marcus und Sängerin Sabine sehr witzig vorgetragen wurde.

Als Fazit dieses Abends wäre zu ziehen, dass man drei gute Bands zum angemessenen Preis zu sehen bekam. Als sehr ärgerlich erwiesen sich jedoch die extrem schlechte Belüftung und der relativ späte Zeitpunkt des Konzertes. Dass an einem Arbeitstag das ganze Publikum bis zwei Uhr nachts durchhält ist von Seiten des Veranstalters doch etwas zu optimistisch gedacht gewesen.

Robert

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