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Konzert-Bericht

Magnum

Garage deluxe, München 03.12.2005

Tja, mein lieber Lord Obirah, wenn die Band nur alt und bekannt genug ist, füllt sich auch die Garage: Mehr als 350 Leute füllten die für ihre lasche Werbung bekannte Örtlichkeit, als ich für das Konzert von Magnum dort eintraf. Die Stimmung war dem entsprechend super. Die Altersstruktur war wie schon beim April-Auftritt in Augsburg sehr gemischt; von Frauen jenseits der 40 bis zu fünfzehnjährigen Burschen war fast alles dabei - ich denke, ich habe kein weibliches Wesen unter 20 gesehen. Um 20:35 Uhr begannen die Hardrock-Veteranen ihren Gig, von wegen pünktlicher Beginn um acht. Die Garage bleibt sich halt treu.

Von Anfang an war klar, dass dies ein besonders schöner Abend werden würde. Woher ich diese Gewissheit nahm, weiß ich nicht, aber es hat irgendwie alles gepasst. Bob Catley und seine Mannen wurden bei Betreten der Bühne bereits lauthals begrüßt und legten auch gleich mit "Brand New Morning" vom gleichnamigen letzten Album los. Es war völlig egal, dass die Band nur mit weißem und rotem Licht bestrahlt wurde (saublöd zum Fotografieren übrigens) und sich die Lichter auch nicht bewegten; Magnum und ihr Publikum verbindet etwas ganz Besonderes, das wohl jeder Anwesende gespürt hat. Nach einer kurzen Begrüßung folgte "Backstreet Kid" - muss da außer mir noch jemand jedes Mal an die Backstreet Boys denken? Egal - und das fetzige "Rockin' Chair". Gitarrist und Mastermind Tony Clarkin war überraschenderweise sehr agil, er weitete seinen sonst üblichen Aktionsradius von Null auf mindestens drei Meter aus, drehte sich öfters zu Schlagzeuger Jimmy Copley um und interagierte mit Band und Publikum. So hatte ich den Kerle noch nie gesehen. Er scheint sich von seinem Herzinfarkt wirklich sehr gut erholt zu haben. Auch der Rest der Band war außergewöhnlich gut drauf. Bob poste noch viel heftiger als in Augsburg, verbreitete dabei aber weniger einen Altrocker-Eindruck, sondern vermittelte den Spaß, den er sichtlich hatte, an's Publikum. Bassist Al Barrow ist eh immer sehr gut aufgelegt, aber auch er schien noch enthusiastischer zu sein als sonst. Mark Stanway war hinter seinen Keyboards kaum zu sehen, aber wenn man ihn mal gesehen hat, strahlte er wie ein Honigkuchenpferd. Allerdings sollte der Kerle mal öfter in die Sonne gehen, er ist so blass, dass er sich mühelos für einen Zombiefilm als Hauptzombie bewerben könnte. "Soldier Of The Line" verursachte wiederum einen Schauder ganz anderer Art. Es ist wirklich schwer in Worte zu fassen, aber an diesem Abend hat wirklich alles gestimmt. War's die Band, die Songauswahl, das Publikum...? Eine Gänsehaut jagte die andere. Nach "Soldier Of The Line" folgte das entspannte "We All Run", danach ging's wieder 13 Jahre zurück zu "The Spirit" in der halbakustischen Fassung. Und spätestens hier manifestierte sich die pure Magie; ich meinte schon fast oktarines Funkeln auf der Bühne zu erkennen.
Mit "Vigilante" wurde dann wieder etwas Fahrt aufgenommen, bevor mit einem ausgiebigen Darbietung mit Soloteil von "Sacred Hour" der erste Teil der Konzerts beendet wurde. Die Band ging für eine Viertelstunde von der Bühne, und jemand von der Garage hatte die lobenswerte Idee, die Tür neben der Bühne zu öffnen und den drei verbliebenen Sauerstoffmolekülen etwas Verstärkung zukommen zu lassen. War auch dringend nötig.
Der Sound war übrigens glasklar und differenziert, wenn auch etwas laut. Kompliment hier an den Mischer.
Nach 20 Minuten war die viertelstündige Pause beendet und Magnum kamen zurück auf die Bühne, um mit einer Komplettaufführung des 1985er Klassikeralbums On A Storyteller's Night weiter zu zaubern. Gleich beim ersten Lied "How Far Jerusalem" wurde wieder ein ausgedehnter Soloteil eingebaut, der die Stimmung der ersten Stunde nahtlos wieder aufbaute. Hier fiel auch die neu entdeckte Beweglichkeit von Gitarrenheld Clarkin besonders auf. Leider wurde der Song "On A Storyteller's Night" für meinen Geschmack ein wenig zu schnell durchgepeitscht und die exzessive Verwendung der High Hat hier und bei "Les Morts Dansant" störte etwas. Ansonsten war jedoch am präzisen und stimmungsvollen Drumming von Jimmy Copley absolut nichts auszusetzen. Bei "Two Hearts" wurde dann wieder ein Solo eingebaut. Und viel zu schnell war auch dieser Programmteil vorbei und Magnum begaben sich nochmal von der Bühne. Über fünf Minuten klatschten, pfiffen und sangen die Fans, unermüdlich forderten sie eine Zugabe und wurden denn auch mit "Kingdom Of Madness" belohnt, bevor sich Magnum dann um kurz vor elf endgültig von der Bühne verabschiedeten. Und jeder Besucher ging mit der Gewissheit nach Hause, an diesem Abend etwas ganz Besonderes erlebt zu haben.

Setlist Magnum:
Brand New Morning
Backstreet Kid
Rockin' Chair
Need A Lot Of Love
Soldier Of The Line
We All Run
The Spirit
Vigilante
Sacred Hour
---
How Far Jerusalem
Just Like An Arrow
On A Storyteller's Night
Before First Light
Les Morts Dansant
Endless Love
Two Hearts
Steal Your Heart
All England's Eyes
The Last Dance
---
Kingdom Of Madness

Kara

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