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Konzert-Bericht

Tankard, Lost Dreams, Hatred Divine & Pequod

Lokschuppen, Rosenheim 14.01.2005

Zur Zeit bin ich Konzi-technisch ja doch etwas unterwegs, mal hier, mal da. Diesmal verschlug mich meine Reise nach Rosenheim in den Lokschuppen, wo die Schluckspechte von Tankard, seit Urzeiten unterwegs, zum fröhlichen Gelage mit reichlich Gerstensaft baten.

Doch bevor es die alkoholtechnische Vollbedienung gab, galt es das entsprechende Vorprogramm zu absolvieren. Los ging's um kurz vor acht Uhr mit der Coverband Sulphur, die sich in ihrer knappen halben Stunde Spielzeit durch diverse Songs verschiedener Bands spielten. Der Set wurde mit "Born To Be Wild" eröffnet und die Band machte sofort durch salzsäulenartiges Acting auf sich aufmerksam. Zumindest etwas Bewegung auf der Bühne wäre wünschenswert gewesen um den Songs etwas Leben einzuhauchen. So zockten sich Sulphur durch Versionen von z.B. Slayer, den Sisters Of Mercy und Manson, die mich allesamt nicht überzeugen konnten. Mehr als nur Höflichkeitsapplaus war da nicht drin.

Nach nur 20 Minuten Pause waren dann die Münchner von Pequod an der Reihe. Die Jungs boten wie immer einen souveränen Gig, bei dem Bewegung angesagt war. Die Jungs hatten heute auch etwas mehr Platz auf der Bühne, mussten sie doch ohne Bassisten auskommen, der kurzerhand für den verhinderten zweiten Gitarristen Jens vom Bass an die Gitarre gewechselt hatte. Respekt hierfür! Der Schuppen war relativ gut gefüllt zu diesem Zeitpunkt. Doch leider standen die meisten Anwesenden nur am hinteren Ende des Lokschuppens, so richtig trauten sie sich nicht vor. Zumindest vor der Bühne wurden einige Haare kräftig geschüttelt. Die Band ließ sich dadurch nicht beirren und feuerte ihre Songs "Lucid Dreams", "As They Are" oder auch "Fight Club" in die "Menge", die dankbar aufgenommen wurden. Nach 30 Minuten Spielzeit wurden dann Pequod unter entsprechendem Beifall verabschiedet.

Diesmal war die Pause noch kürzer und nach nur 15 Minuten kamen die Lokalmatadoren Hatred Divine auf die Bretter, die die Welt bedeuten. In den ersten beiden Reihen hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon der Hatred Divine Fanclub breitgemacht, alle mit entsprechenden Shirts ausgestattet. ;-) Diese Fans waren es dann auch, die während des Gigs permanent die Schädel schüttelten, den übrigen Anwesenden war wohl der Black Metal der Band etwas zu sperrig. Vielleicht lag es aber auch an den vom Band eingespielten Keys, wobei die Band ja gerade dabei ist, einen Keyboarder aus Fleisch und Blut einzuarbeiten. Selbst das Hypocrisy Cover "Roswell 47" konnte die Fans nicht aus der Reserve locken, irgendwie hatten die bisherigen Bands einen schweren Stand bei den Leuten. Das lies mich für den Headliner böses erahnen. Doch zurück zu Hatred Divine: Mit "Sirens Of Silence" gab es dann auch noch einen absolut neuen Song zu hören, der auf dem bald erscheinenden Album vertreten sein wird. Ansonsten mühte sich die Band redlich ab, konnte aber nicht die verdienten Lorbeeren einfahren.

Aus Tirol angereist waren Lost Dreams, bei denen zum ersten Mal richtig Stimmung aufkam. Zwar hatten sie anfängliche Probleme mit dem rechten Monitor-Sound, so dass der erste Song abgebrochen werden musste. Aber das warf die Band nicht aus der Bahn. Nach dem Neustart ging es mit ihrem melodischen Death Metal weiter vorwärts. Vor der Bühne war endlich mal was los und auch der Verfasser dieser Zeilen war dazu geneigt, sein Haupt im Takte der Musik zu bewegen. Unter anderem wurden "Demonic Night", "Tormented Souls" und "Evil Unleashed" (alle vom aktuellen Longplayer Tormented Souls) ins Auditorium geblasen. Die Fans dankten es mit entsprechendem Kopfschütteln und Beifall am Ende eines jeden Songs. Leider musste der Set aufgrund der anfänglichen Soundprobleme (hier dauerte der Soundcheck erheblich länger als bei den beiden vorangegangnen Bands) um einige Songs gekürzt werden. Aber Daumen hoch für Lost Dreams.

Ich hatte ja den ganzen Abend angesichts der (bis auf bei Lost Dreams) spärlichen Publikumsreaktionen so meine Befürchtungen, aber wie sich nach dem ersten Ton herausstellen sollte, waren die völlig unbegründet. Tankard kamen, soffen und siegten!!! Sofort war die Hölle los, der bislang freie Raum vor der Bühne wurde eifrig zum moshen benutzt und man konnte überall nur fliegende Haare sehen. Die Songs bildeten einen bunten Querschnitt des bisherigen Schaffens, wobei das Hauptaugenmerk klar auf die unsterblichen Klassiker gelegt wurde. Und was für eine Spiellaune Tankard an den Tag bzw. die Nacht legten!!! Da war mächtig, mächtig Spaß in den Backen. Frontmann Gerre steigerte sich von Song zu Song mit seinen "Tanzeinlagen", steppte/tanzte mit enthüllter Plauze von einer Seite der Bühne zur anderen und leerte mal eben so nebenbei ca. einen halben Kasten Bier. Egal ob die Fans auf der Bühne knieten und Gerre anbeteten oder er eine Flasche Bier in den Hals eines Fans entleerte, es war Spaß angesagt. Selbst als ein Fan auf die Bühne kam und über's Mikro einen linken Handschuh suchte, bedachte Gerre dies nur mit einem trockenen "Unsere Gigs werden auch immer bizarrer!" KULT! Mit zunehmender Spieldauer wurde die Plauze auch immer öfter und ausgiebiger gezeigt während Gerres Beinkleider verdächtig weit runterrutschten. Kurz vor Ende ging dann doch noch das Bier auf der Bühne aus, es musste eiligst Nachschub besorgt werden, was für den fleißigen Roadie jedoch kein Problem war. Nach einer kurzen Pause holten dann Tankard, die im übrigen zum ersten Mal überhaupt in Rosenheim auftraten, zum finalen Schlag aus und holten mit "Alien" und dem natürlich obligatorischen "Empty Tankard" das letzte aus den noch verbliebenen Anwesenden und dem unermüdlichen Schreiberling raus. "Empty Tankard" bliebt dann leider auch der finale Mosher des Abends und man sah überall nur zufriedene, bierselige Gesichter Richtung Ausgang schwanken.

Setlist Tankard:
Need Money For beer
The Morning After
Zombie Attack
Slipping From Reality
Minds On The Moon
Space Beer
New Liver Please
Maniac Forces
Die With A Beer In Your Hand
Alcohol
Don't Panic
Rectifier
Freibier
Chemical Invasion
Alien
Empty Tankard

Ray

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