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Green Carnation, Mörk Gryning, Suidakra & Shadowcast

Garage deluxe, München 03.11.2003

Es ist eine Schande. Da kommt ein derart intensives Package in ein ca. zur Hälfte gefülltes Garage und verkauft sich unter Wert, während sich die müden Routinemusiker von Helloween parallell dazu an einem vollen New Backstage erfreut haben dürften.
Shadowcast sind mir leider entgangen, aber dass diese den Laden nicht besonders aufgeheizt haben dürften, konnte man der mehr als müden Stimmung am Anfang des Suidakra Sets entnehmen. Diese gaben sich dann erstaunlich bodenständig, leisteten sich schon mal den ein oder anderen Scherz und kümmerten sich auch recht wenig um so manchen Spielfehler. Aufgrund der Studioveröffentlichungen hätte ich eher eine ernsthafte und perfektionistisch veranlagte Band erwartet. Aber so war das auch okay. Und gegen Ende hin kam dann doch immer mehr sowas wie Stimmung auf, ohne aber ins euphorische abzugleiten. Das Songmaterial schien mir auch ein wenig monoton. Um die Feinheiten und Details der CD-Versionen gebracht bleiben im Kern viele gleiche Rhytmen, gleiche Tempi und gleiche Breaks, gepaart mit der ein oder anderen netten Melodie.

Im Anschluss daran war schnell zu erkennen, dass ein Grossteil der Besucher überraschenderweise nicht etwa wegen Green Carnation gekommen war, sondern wegen einem Haufen lustiger Schweden, welche auf den Namen Mörk Gryning hören. Eine Band die mir bislang gänzlich unbekannt war, aber in Undergroundkreisen wohl Symphatien auf breiter Ebene besitzt. Erwartete ich aufgrund des Namens eher frostgebeutelte, musikverachtende Kellerpandas, wurde ich bald mit einer ansprechenden Mischung aus Melo Death und leicht progressivem BM überrascht. Tighter als Suidakra davor, ideenreicher und charismatischer hatten Mörk Gryning hier leichtes Spiel das Publikum mitzureissen, welches nun doch recht zahlreich vor der Bühne stand und passend zur anstehenden Winterszeit kollektives Schuppenschleudern praktizierte. Mir persönlich hat das gewisse Etwas zwar gefehlt, aber ich denke mit dem Qualitätsurteil "Gut" von der Stiftung Heavyhardes.de können die Burschen ganz gut leben.

Die daraufhin folgende Umbaupause dürfte für nicht wenige nervenzehrend gewesen sein. Denn es wurde später und später, und am Ende war es gegen Mitternacht bis Green Carnation endlich ihren ganzen Kabelsalat auf der Bühne sortiert hatten und loslegen konnten. Dafür hatte sich der Mischer nochmal richtig ins Zeug gelegt und der Band einen glasklaren, druckvollen Sound verpasst. Lediglich das Mikro für die Backgroundvocals wollte nicht so richtig, was Basser Stein Roger Sordal auch öfters mit einigen ärgerlichen Gesten kommentierte.
Die Setlist war, wie ich im Vorfeld befürchtete, auf das komplette Billing abgestimmt. Das bedeutete, dass fast ohne Ausnahme die härteren Stücke gespielt wurden, und ruhigere Perlen wie "Lullaby In Winter" vernachlässigt wurden. Dafür gab es als Entschädigung für alle, welche die Norweger eher wegen ihrer Atmosphäre als für die Riffs lieben, die Hälfte des 60-Minuten Monsters "Light Of Day, Day Of Darkness" zu hören. Das ganze in mittlerweile gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre, da ein Grossteil der Leute schon heimgefahren war, als der Song kurz vor 1:00 Uhr sein Ende fand. Daraufhin folgten für die handvoll Eisernen, die noch ausharrten ein paar eher schellere Nummern, und um 1:12 Uhr war dann entgültig Feierabend.
Bleibt nur zu hoffen, dass Green Carnation bei ihrem nächsten Besuch in München weitaus mehr Publikum ziehen. Diese Band verdient es nicht sich auf kleinen Bühnen vor 50 Nasen aufzureiben. Vor allem nicht wenn man weiss, wo die restlichen Münchener Metaller an jenem Abend waren...

David

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