4 Headbänga online
20.01.2020 Brothers Of Metal
28.01.2020 Dimmu Borgis
30.01.2020 Samsas Traum
31.01.2020 Equilibrium
16.02.2020 Rage
29.02.2020 Growl Bowl Festival
Reviews (10084)
Navigation
Artikel des Tages
Review:
Grace.Will.Fall

Interview:
Gun Barrel

Live-Bericht:
Summer Breeze

Video:
Despised Icon
RSS RSS
Atom Atom
In eigener Sache

Valid XHTML 1.0 Transitional

Valid CSS!

Valid RSS

Valid Atom 1.0

 

Interview

Interview mit Morphosys (26.04.2011)

CDs von Morphosys kaufenZur Druckversion dieses Artikels

buy, mail, print

Logo Morphosys

Mit ihrem neuen Album A Face Of Leather melden sich die Regensburger Morphosys mächtig zurück im musikalischen Geschehen. Selten so ein abwechslungsreiches Death/Thrash-Album im CD-Schacht rotieren gehabt. Wenn man nun noch bedenkt, dass die Jungs kein finanzstarkes Label im Rücken haben, sondern alles in Eigenregie machen, ist das Ergebnis umso beeindruckender. Grund genug, Gitarrist Marko mit meinen Fragen zu belästigen, der sich zur Beantwortung gleich Unterstützung bei Sänger Chris geholt hat.

HH: Hallo Marko, wie gehts?? Kannst du als Einstieg in diese Interview bitte kurz die für dich wichtigsten Punkte im Werdegang von Morphosys benennen?

Marko: Danke, mir geht's gut. Die wichtigsten Punkte im Werdegang von Morphosys sind auf jeden Fall, dass wir auf unserem neuen Album unseren guten alten Freund Paul Speckmann von Master als Guest Singer mit drauf haben. Auch der Gig am WMD mit Sodom und Entombed, oder der Auftritt mit Eisregen, wo wir danach mit den Jungs von Eisregen eine richtig fette Party gefeiert haben waren Highlights in der Geschichte von Morphosys. Auch ein Gig in Österreich, wo wir dann ein Interview und Kurzbericht über die Band für das slowenische TV bekommen haben waren super. Die Zusammenarbeit mit Shadrak von Atargatis als Session-Drummer darf ich nicht vergessen, und auch alles was für die Zukunft noch ansteht, werden wichtige Punkte in der Geschichte von Morphosys werden wie z.B. die kleine Tour durch Serbien. Leider kann ich die geplante Tour mit Six Feet Under und Master nicht dazu zählen, da die Tour kurzfristig abgesagt worden ist.

HH: A Face Of Leather ist für mich die logische Fortsetzung von The Chopping Block. Man merkt, wie ihr euch entwickelt habt. Wie zufrieden bist du mit dem Ergebnis, jetzt, wo alles im Kasten ist? Wie liefen die Aufnahmen?

Marko: Hmm ich selber finde das A Face Of Leather mehr als nur die Fortsetzung von The Chopping Block ist. Der Sound vom neuen Album ist deutlich besser, die Songs intensiver ausgearbeitet, abwechslungsreicher und reifer als alles andere zuvor. Die ganze Vorgehensweise auf dem neuen Album ist anders, wir treten als Einheit auf, sind selbstbewusster, technischer und reifer geworden. Wir wussten schon vorher wie A Face Of Leather klingen soll. Auch bei den Aufnahmen ist es entspannter und zielgenauer zugegangen. Alles in allem bin ich mehr als zufrieden mit den Gesamtergebnis von A Face Of Leather. Stephan Fimmers von Necrophagist, der unsere Alben aufgenommen hat, hat perfekte Arbeit gemacht und das Beste am Sound von Morphosys rausgeholt.

Chris: A Face Of Leather klingt etwas aggressiver als The Chopping Block. Vom Sound her ist es für mich eine Mischung aus dem aggressiven rohen Sound der Blutmond-Scheibe und dem eher klaren Sound des Chopping Block-Albums.

HH: Was mir sehr gut gefällt, ist die Abwechslung, die ihr auf A Face Of Leather an den Tag legt. Schnelle Passagen werden durch hochmelodisches Riffing abgerundet, ehe es wieder in die Vollen geht. Wie geht ihr an einen Song heran, wie entsteht bei euch ein Song, steht zuerst das musikalische Gerüst und der Song wird danach erstellt oder wird die Musik um die Texte herum komponiert?

Marko: Songs entstehen bei uns nicht nach irgendeinem Schema, mehr aus einem Jam heraus. Meisten spiele ich wild auf der Gitarre los, dann spielt Alex einen Drum Beat dazu und wenn Chris nicht sofort einen Text oder eine Gesangsmelodie dazu findet wird der Song sofort wieder gekillt. In erster Linie muss die Rhythmik auf der Gitarre und Chris' Gesang übereinstimmen, erst so können wir jeden Song einzeln ausbauen. Langi gibt fast jedem Song dann sein Finish mit einem fetten Gitarren-Solo dazu. Was Langi und mir sehr wichtig ist, ist dass wir versuchen so viel wie möglich unterschiedlich auf der Gitarre zu spielen, deshalb auch viele zweistimmige und Melodie-Parts auf dem Album. Da ich mit Langi schon in einer Band vor Morphosys zusammen gespielt habe weiß jeder von uns beiden wie der andere tickt und denkt, und so ergänzen wir uns beide beim Spielen.

Chris: Die Songs entstehen im Kollektiv, so kann jeder seinen persönlichen Einfluss reinbringen.
Genau deshalb haben wir diese Abwechslung in den Songs, am meisten hört man das, wenn man den Song "Necromaniac" mit "Verzweiflung" vergleicht. Bei uns gibt es musikalisch fast keine Tabus.

HH: Wenn du selbst The Chopping Block und A Face Of Leather vergleichst, was sind deiner Meinung nach die markantesten Unterschiede?

Marko: A Face Of Leather hat seinen Charakter gefunden was Morphosys ist und in welche Richtung sich die Band auch in Zukunft bewegen wird. Songwriting auf einer hohen Ebene, es gibt keinen schwachen Songs, oder einen Lückenfüller auf dem Album. Ein Album, das die Messlatte im Underground enorm hoch setzen wird und sicherlich auch eine Liga höher eine Rolle spielen wird. Die Produktion und Zusammenarbeit des Albums durch Stephan Fimmers von Necrophagist und Paul Speckmann von Master lassen keine Fehler zu. Auf The Chopping Block sind noch viele Songs aus der Blutmond-Ära eingespielt worden, mit denen sich das damals neue Line Up nicht so richtig identifizieren konnte. Die Band hat zu dieser Zeit viele Tiefen zu bewältigen gehabt. Ich glaube, wenn damals das Album nicht aufgenommen worden wäre, hätte die Band die Zeit damals nicht überlebt.

Chris: Wobei es noch ein Song aus der Blutmond-Ära auf das Album geschafft hat: "The Fall Of Heaven", den wir bisher nur für Sampler verwendet hatten. A Face Of Leather ist das deutlich härteste Album das wir bisher gemacht haben und es hat meiner Meinung nach keine Schwachstellen. Man kann auf jedem Album die musikalische Weiterentwicklung der Band hören.

HH: Wer sollte deiner Meinung nach Blut spucken (Vomit Your Blood)?

Marko: Mickey Mouse sollte Blut spucken, ich hasse dieses Geschöpf!!

Chris: Da gibt es so viele... Angela Merkel, bei der werde ich echt aggressiv.

HH: Woher nehmt ihr eure Inspiration, was sind eure Einflüsse? Auf dem neuen Album habe ich durchaus Anleihen zu Slayer vernommen...

Marko: Ja, das hast du gut raus gehört Ray, Slayer haben mich mein ganzes Leben lang inspiriert und begleitet. Slayer sind meine Heroes. Benediction und Cannibal Corpse gehöen auch dazu. Was Zweistimmiges angeht finde ich Trivium erstklassig. Da jeder von uns ein Horror-Film-Fan ist werden wir oder besonders Chris inspiriert was oft in Texten verarbeitet wird. "Vezweiflung" jedoch übertrifft jeden anderen Text, was Chris sich bei diesem Text ausgedacht hat verdient großen Respekt. Selten habe ich einen so tiefgründigen und genialen Text gelesen wie diesen. Was er sich dabei gedacht hat bleibt sein Geheimnis!

Chris: Das verrate ich auch keinem *lacht*. Nein, im Ernst, bei Verzweiflung geht es um den Dämon, der in jedem von uns schlummert, ich glaube jeder Mensch hat eine abgrundtief bösartige Seite in sich und die meldet sich da zu Wort. Die meisten Texte sind kleine Horrorgeschichten von Horrorfans für Horrorfans. Musikalisch inspirieren mich Bands wie Cannibal Corpse, Six Feet Under, Massacre, Primal Fear oder Kiss.

HH: A Face Of Leather wird wieder über das bandeigene Label Bloodmoon Records veröffentlicht. Habt ihr die Suche
nach einem großen Label aufgegeben oder gar eingestellt?

Marko: Im Jahre 2011 gibt es keine Labels mehr, die Bands fördern, außer Nuclear Blast etc. aber auch diese Labels haben noch nie eine Band aufgenommen sondern haben sich die Bands selber ausgesucht, wen sie signen wollen. Mit Bloodmoon Records als Label und Twilight als Vertrieb haben wir in erster Linie einen sehr guten Vertrieb im Rücken so dass A Face Of Leather ab 29.04.2011 europaweit in den Läden stehen wird. Und wenn wir selber alles in der Hand haben ist einiges einfacher und es bleibt mehr vom ganzen Kuchen für uns übrig. Sicherlich wäre ein Label wie Massacre Records etc. besser für uns, aber die Musik neu erfinden werden wir sicherlich nicht. Viele Labels haben bereits Bands im Style von uns und wollen somit keine Konkurrenz in den eigenen Reihen.

Chris: Wir haben mittlerweile sehr gute Beziehungen in der Szene und haben kein Angebot von einem Label bekommen, dass uns etwas bieten könnte, was wir nicht selbst erreichen können.

HH: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Paul Speckmann und wie liefen die Aufnahmen / das Arbeiten mit ihm?

Marko: Paul ist ein guter Freund von uns, wir sind länger schon mit ihm in Kontakt. Er war es, der uns für die Six Feet Under-Tour mit Master vorgeschlagen hat. Leider hat Six Feet Under dann die Tour abgesagt und so ist nix daraus geworden. Als wir mit Master in Regensburg zusammen gespielt haben, fand Paul, dass Morphosys und Master gut zusammen passen. Daraufhin haben wir den Vorschlag gemacht, einen Song auf A Face Of Leather mit einzusingen. Er hat sofort zugestimmt! Der Song "Necromaniac" ist wie gemacht für Pauls Vocals. Er ist ein alter Hase im Musikgeschäft, weiß was er will und wie es am Schluss sein muss. Die Zusammenarbeit mit ihm macht richtig viel Spaß und man kann viel von ihm lernen wie das Musikgeschäft läuft.

Chris: War schon geil ein Duett mit so einer Legende singen zu dürfen und dass unsere Stimmen doch sehr verschieden klingen, macht das Ganze erst so richtig interessant. Paul hat so was Dreckiges, Rock'n rolliges in der Stimme, für mich ist er der Lemmy des Death Metal.

HH: Bislang habt ihr auf jedem Album einen Song in deutsch. Woher stammt diese "Tradition"? Könnt ihr euch vorstellen, auch ein komplettes Album in deutsch zu schreiben?

Chris: Das ist etwas schwierig, es kommt immer auf den Song und das Thema an, manche Dinge kann man in deutsch und manche in englisch besser ausdrücken. "Verzweiflung" würde im englischen nicht funktionieren und "Vomit Your Blood" in deutsch nicht. Ich finde, die deutschen Songs sind immer etwas Besonderes, weil sie sich meistens auch musikalisch vom anderen Material abheben.

Marko: Wie schon gesagt ist Abwechslung sehr wichtig für uns, deshalb auch immer ein deutscher Song. Diese Tradition wird sicherlich fortgesetzt, auch in Zukunft. Ich selber könnte mir schon ein ganzes Album in deutsch vorstellen, wobei es dann aber eher in die Eisregen-Schiene gehen sollte.

HH: Woher kommt eigentlich eure Liebe zur guten alten Kettensäge, schließlich habt ihr diesem Werkzeug schon mehrere Songs gewidmet, auch auf dem neuen Output wird dieses Handwerksgerät besungen. Wer von euch arbeitet im Baumarkt?

Marko: Im Baumarkt arbeitet keiner von uns, da Chris ja der Horror-Fan ist, ist die Kettensäge sein liebstes Spielzeug, kein anderes Gerät ist so furchteinflößend wie die Kettensäge, deshalb auch die große Liebe. Sogar in seinem Büro steht eine Kettensäge, gebastelt aus Papier auf seinem Monitor. "Chainsaw Chris"

Chris: Tja, Kettensägen sind schon ein furchteinflößendes Mordinstrument, so was beeindruckt einen mehr, als beispielsweise ein Hammer oder ein Messer.

HH: Wie sieht es mit einer Tour aus? Auf eurer Homepage sind leider nur einzelne Gigs zu sehen. Oder kann man euch evtl. sogar auf einem Festival in diesem Sommer erleben?

Marko: Da wir den Release-Termin für das neue Album nicht genau wussten, haben wir nicht so viele Gigs planen können. Es werden im zweiten Halbjahr sicherlich noch mehr dazu kommen. Über Ostern werden wir in Serbien eine kleine Tour spielen und dort ordentliche Ostergrüße hinterlassen und evtl. eine Visitenkarte für das große Exit-Festival hinterlegen, das jedes Jahr in Novi Sad stattfindet. Im April sind wir wieder in Österreich unterwegs für paar einzelne Shows. Juli spielen wir bei Stuttgart auf einem Festival mit Atrocity, im Oktober mit Disbelief in Cham. Die Clubshows werden noch folgen, und auf unserer Homepage aktualisiert.

Chris: Eine komplette Tour ist aus beruflichen und Kostengründen immer sehr schwer zu stemmen, aber mal schauen was noch kommt.
HH: Wie sieht es bei euch mit Vereinbarkeit zwischen der Band und euren Berufen aus?

Marko: Da drei von uns Schicht arbeiten müssen wird es schon manchmal schwer, Beruf und Band zu vereinen, es kann schon mal vorkommen, dass Bandproben am Sonntag um zehn Uhr vormittags stattfinden müssen.

Chris: Tja und da ist der eine oder andere etwas verkatert *grinst*

HH: Welche (realistischen) Ziele stehen bei Morphosys auf der Wunschliste? Ich meine jetzt außer der Weltherrschaft....

Marko: Auf unserer Wunschliste steht in erster Linie sicherlich, dass das neue Album bei den Leuten gut ankommt und somit sich neue Türen öffnen lassen für die Zukunft. Die Weltherrschaft kommt dann von selber hehehe.

Chris: Vergiss nicht die Herrschaft über das Universum *lacht*

HH: Wie würdest du einem Alien unsere Welt und speziell die Musik von Morphosys schmackhaft machen?

Marko: Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so Recht ob man einen Alien unsere Welt so richtig schmackhaft machen kann bei den Dingen die hier so passieren. Wenn er aber Pure Aggression und In Your Face Death Metal hören will, dann ist er hier bei Morphosys genau richtig!!

Chris: Ich würde dem Alien eine CD von uns verkaufen und ihm sagen, dass es in 150 Jahren wieder mal vorbeischauen soll, vielleicht ist die Menschheit dann endlich erwachsen geworden.

HH: Wie sieht ein perfekter Tag für dich aus?

Chris: Ein gutes Training, danach gutes Rinderfilet essen und guter Sex.

Marko: In erster Linie mit Ruhe, eine Mountain Bike-Tour am Vormittag, Bandprobe am Nachmittag, Gig oder Fußball schauen mit Freunden am Abend. Eigentlich recht ruhig und stressfrei, mein perfekter Tag.

HH: Danke, dass ihr euch für dieses Interview Zeit genommen hast, die letzten Worte gehören euch.

Marko: Danke erstmal an dich Ray für deine Unterstützung. An alle Metalheads da draußen: überzeugt euch selber von unserem Neuen Album A Face Of Leather !!

Chris: Ein Danke an alle, die uns in den letzten Jahren unterstützt haben. Supported weiter den Underground und kommt auf die Konzerte, damit die Szene am Leben bleibt.

Ray

Zur Übersicht
Zur Hauptseite

Weitere Berichte und Infos

© www.heavyhardes.de