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Interview

Interview mit Zodiac Ass (06.08.2010)

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Vor vier Jahren traten Zodiac Ass mit ihrem Album Lefthandmasturbator auf den Plan, nun macht der bayerisch-österreichische Zusammenschluss den nächsten Schritt mit dem aktuellen Langeisen A Monument Of Human Ignorance. Zur Band und zum Album gab Sänger/Gitarrist Wolfi Denk Auskunft.

HH: Fangen wir am Anfang an: wann und wie habt ihr angefangen gemeinsam zu musizieren?

Wolfi: Unser erster Leadgitarrist, Thorsten Kieser, und ich haben schon seit Jahren zusammen Musik gemacht, Tom Schmidt war damals als Drummer einer Punk-Band im Nachbarproberaum angesiedelt. Im Herzen Metaller, spielte er mit uns (als Bassist) damals mehr zum Spaß, und als wir unseren Drummer feuerten, wechselte Tom an die Drums (wo er ja eigentlich auch hingehört). Als neuer Bassist wurde auf Toms Vorschlag Christoph Dürr zum Vorspielen eingeladen, mit dem dieser bereits zuvor in einer Metalband spielte.
Seit diesem Zeitpunkt (Oktober 2001) gibt es uns als Zodiac Ass.

HH: Wie ist euer Bandname entstanden und was bedeutet er?

Wolfi: Die Suche nach einem geeigneten Namen ist heutzutage schon verdammt schwer, wir haben seitenweise Vorschläge zusammengetragen, unter anderem natürlich auch Songtitel, denn das funktioniert ja bekanntlich auch ganz gut (Machine Head, Overkill, usw.). Unter den Songtiteln befand sich auch "Zodiac Lung" von Monster Magnet, und so blieb schon mal Zodiac hängen. Wir haben dann sämtliche Sternzeichen dran gehängt, und als das alles fürn Arsch klang, war die Suche auch schon beendet. Der Name bedeutet also nichts anderes als Sternzeichen Arsch. Nicht unbedingt der aussagekräftigste Name, dafür aber mit Sicherheit einzigartig. Ich habe bei genügend Bands miterlebt, dass sie sich umbenennen mussten, weil irgendwo eine Band bereits unter gleichem Namen unterwegs war. Dieses Problem hat sich bei uns nie gestellt.

HH: Woher nehmt ihr die Inspirationen für eure Songs?

Wolfi: Inspiration ist meiner Meinung nach alles, was man zu hören bekommt, sei es ob der Übergang a la Exodus Hammer ist oder das Gejaule a la Nightwish zum Kotzen (sorry, nur meine Meinung), so hat alles irgendwie Einfluss auf den eigenen Sound. Textlich schreibe ich eigentlich über alles, was mich beschäftigt, im positiven oder negativen Sinn, wobei ich zugeben muss, dass mir in letzter Zeit nicht viel aus der Feder geflossen ist, das sich mit den Freuden des Lebens beschäftigt.

HH: Wie entstehen die Texte zu den Liedern? Kommt zuerst der Song, dann der Text oder anders herum oder entsteht beides parallel?

Wolfi: Das ist sehr verschieden, ich habe normalerweise genügend Texte, um Songs daraus zu schmieden. Wir arbeiten meistens auch die Songs zu den Texten aus. Manchmal kommen dabei Sachen heraus, die zu keinem Text passen. In diesen Fällen machen wir den Song fertig und legen dann die Lyrics drüber. Wir haben in dieser Richtung viel experimentiert, es haben beide Varianten Vor- und Nachteile, also haben wir uns nicht festgelegt. Und ja, es ist auch schon parallel entstanden.

HH: In Punkto Songwriting konntet ihr euch meiner Meinung nach im Vergleich zu eurem ersten Album definitiv steigern. Außerdem klingt A Monument Of Human Ignorance um einiges wuchtiger. Wo seht ihr die größten Unterschiede zu eurem Debüt Lefthandmasturbator?

Wolfi: Genau wie du sagst, liegen die Hauptunterschiede im Songwriting (zumindest bei den neueren Songs) und in der Produktion. Ich habe mir alles, das mir im Nachhinein an Lefthandmasturbator und dem Drumherum nicht gefallen hat, notiert, um es beim nächsten Album besser zu machen. Lefthandmasturbator entstand ohne jegliche Hilfe, also war uns von Anfang an klar, dass wir Fehler machen würden, aber das wollten wir auch so. Dadurch konnten wir uns in vielerlei Hinsicht weiterentwickeln. Für A Monument of Human Ignorance haben wir uns bereits im Vorfeld viel Zeit für Überlegungen genommen, die Songs zerlegt, die einzelnen Parts auf Timing und alles Mögliche geprüft, wieder zusammengesetzt und teils noch verändert, und das Ganze bis zum Abwinken geprobt. Das Gleiche gilt für das Organisatorische.
Wir sind also diesmal gut vorbereitet, mit einer Vorproduktion und überarbeiteten Songs ins Studio gegangen, auch mit Hilfe bei der Produktion und beim Mix. Natürlich muss man sagen, dass wir dieses Mal auch mehr Geld zusammengespart hatten, was uns zeitlich mehr Spielraum im Studio gebracht hat. Wir hatten erstmals die Möglichkeit, Gitarren und Vox zu doppeln, mit ein paar Effekten zu experimentieren, und vor allem, wir hatten ein neutrales Ohr am Mischpult, was ebenfalls sehr hilfreich war.

HH: Gab es irgendwelche Vorgaben, wie A Monument Of Human Ignorance zu klingen hat oder wie die Songs strukturiert sein müssen, oder habt ihr einfach drauf losgeschrieben?

Wolfi: Nein, es gab und gibt bei uns im Vorfeld keine Vorlagen, wir fangen mit einem Riff oder Text oder was auch immer der ausschlaggebende Punkt ist, an, sehen wohin das führt. Mag unprofessionell wirken, funktioniert für uns aber gut. Zudem sind die Songs auf A Monument Of Human Ignorance so was wie eine Band-Historie, etwa je ein Drittel mit einem anderen Leadgitarristen geschrieben wurden. Es gibt also keinerlei roten Faden bzgl. Songwriting auf diesem Album.

HH: Das Intro sowie der erste Song "Five 2 Twelve" sind ungewöhnlich komplex ausgefallen, fast schon progressiv im Vergleich zum Rest. Könnt ihr euch vorstellen, ein komplettes Album mit einer derartigen Komplexität zu schreiben?

Wolfi: "Five 2 Twelve" und der Track "A Monument Of Human Ignorance" selbst waren die letzten beiden Songs, die wir für dieses Album geschrieben haben, und sind somit wohl auch wegweisend für das nächste Album. Wir lieben diese beiden Songs, und es wird auch definitiv in diese Richtung weitergehen, was das ganze Album angeht, kann ich da aber noch nichts sagen. Was ich bereits verraten kann, einer der neuen Tracks ist bereits sicher auf dem nächsten Album, und zwar als Bonustrack. Und der ist alles andere als progressiv.

HH: Wie sind die Reaktionen seitens Presse und Fans auf A Monument Of Human Ignorance bisher ausgefallen?

Wolfi: Einerseits können wir uns nicht beschweren, da eigentlich kein einziges Review schlecht ausgefallen ist. Andererseits ist es lustig, zu lesen, wie sich A über die miese Produktion auslässt, dafür aber die Abwechslung lobt, während B meint, etwas mehr Abwechslung würde gut tun, dafür aber Hammerproduktion... Da geht's halt wirklich um den persönlichen Geschmack des Hörers, aber das ist ja auch o.k. so. Die Meisten sind wohl nicht hundertpro von meiner Stimme bzw Gesangsstil überzeugt, doch selbst hier habe ich schon das genaue Gegenteil gehört. Wie gesagt, im Großen und Ganzen sind wir aber doch sehr zufrieden mit den Reviews, und wir können mit Kritik umgehen. Von der Fanseite her konnten wir überall Lob einheimsen, und darauf kommt es im Endeffekt doch letztlich an.

HH: Welchen Einfluss haben die Meinungen Außenstehender auf eurer Songwriting?

Wolfi: Ehrlich gesagt gar keinen. Wir haben zwar ein offenes Ohr für alles, aber unsere Songs machen wir so, dass sie uns gefallen, dann sehen wir, was der geneigte Hörer davon hält.

HH: Wenn ihr eure Musik jemandem schmackhaft machen müsstet, der euch überhaupt nicht kennt, wie würdet ihr euren Sound umschreiben?

Wolfi: Nun, ich würde ihm einfach eine CD von uns vorspielen, haha. Nein, schon klar, worauf du hinauswillst. Ich würde sagen, dass man eine gewisse Ähnlichkeit mit Sepultura zu früheren Zeiten nicht überhören kann, ebenso wenig wie eine Bay-Area-Schlagseite. Und denen, die schon was über uns gelesen haben, würde ich sagen, die Ähnlichkeit mit Sacred Reich sucht ihr vergebens (ich kann beim besten Willen keine finden).

HH: Wenn A Monument Of Human Ignorance eine bayerische Spezialität wäre, was wäre das und warum?

Wolfi: Schwierig, aber ich würde sagen Bier. Erstens, weil ich's liebe, und zweitens, weil aus Bayern und aus Schärding, Oberösterreich, die zwei (für mich) besten Biere kommen. Was jetzt aber nicht heißen soll, das wir uns für das Beste halten, das aus Bayern und Österreich (= Bavaustria) kommt.

HH: Wo und mit wem würdet ihr am liebsten einmal auftreten?

Wolfi: Noch schwieriger. Auftreten würden wir am liebsten überall, wo's nur geht, hehe. Realistisch gesehen wäre es für uns der nächste Schritt, ein paar "größere" Festivals zu bestreiten, oder ein paar Gigs als Supportact zu bekommen. Der Gig mit Heathen zum Beispiel war eine geile Sache, so was könnte öfter sein. Mit wem, ist eine andere Sache, es gibt viele gute Bands, mit denen es cool wäre, zu zocken, ich will mich da gar nicht festlegen.

HH: Wie sieht's denn mit Live-Auftritten aus? Auf welchen Bühnen kann man euch demnächst toben sehen?

Wolfi: Wir machen gerade ein kleine Livepause, damit jeder mal in Urlaub oder so fahren kann. Momentan beschäftigen wir uns auch wieder verstärkt mit dem Schreiben neuer Songs, und für den Herbst ist ein Videodreh geplant. Wir planen aber, ab Herbst mit neuem Material wieder auf die Bühne gehen.

HH: Vielen Dank für deine Zeit, die letzten Worte gehören euch!

Wolfi: Ich sage ebenfalls recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit, ham wa wieder was gelernt, hehe. Support The Underground. Mir bleibt zu hoffen, dass die Gewinner der CDs was damit anfangen können.

Lord Obirah

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