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Interview

English VersionInterview mit Pyramaze (29.07.2004)

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Logo Pyramaze

Viele Power Metal Bands haben das Problem, sich entweder an der deutschen Schule mit Helloween und Co. zu orientieren und dadurch irgendwie in einer Sackgasse zu landen oder sie schielen nach Italien und verkommen zu einer billigen Rhapsody-Kopie. Wenn man aber US Power Metal mit deutschen Tugenden und italienischem Bombast verknüpft, kommt ein hervorragendes Album heraus, das in der aktuellen Veröffentlichungsflut locker bestehen kann. Grund genug, sich mit Bandkopf Michael Kammeyer über seine neue Band und das Album zu unterhalten.

HH: Hallo, Melancholy Beast ist meiner Meinung nach eine der besten Progressive Power Metal Veröffentlichungen der letzten Monate. Wie würdest du Melancholy Beast einschätzen?

Michael: Nun, es ist schwer sein eigenes Album einzuschätzen, aber ich bin definitiv zufrieden damit. Ich denke, die Melodien treffen in's Schwarze, aber ohne an Rauheit zu verlieren und sie treten somit ziemlich Arsch.

HH: Wie waren die Reaktionen bisher?

Michael: Wir haben großartige Kritiken aus aller Welt erhalten und schon jede Menge Interviews gegeben. Die überwiegende Reaktion war also sehr positiv und wir sind sehr zufrieden damit, wie uns die Presse bisher behandelt hat.

HH: Kannst du kurz was zur Geschichte von Pyramaze erzählen?

Michael: Morten (Gade, dr. - Lord Obirah) und Niels (Kvist, b. - Lord Obirah) waren die ersten, denen ich von meinen Ideen erzählt habe und beide waren sofort begeistert, sind also gleich auf den Zug aufgesprungen. Sie kommen beide aus Dänemark und leben gar nicht weit weg von meiner Stadt, was natürlich hervorragend zusammenpasst. Ich kannte Morten schon lange bevor Pyramaze das Licht der Welt erblickt hat und bevor ich ihm mein Material gezeigt habe. Er ist ein fantastischer Schlagzeuger und ein großartiger Mensch, was mir die Wahl, mich für ihn zu entscheiden, natürlich sehr vereinfacht hat.
Niels habe ich gefragt, weil ich ihn einmal auf einem kleinen Festival in der Gegend spielen gesehen habe und seine Fähigkeiten mich einfach umgehauen haben. Ich bekam dann seine Telefonnummer über einen Freund, rief ihn an und habe im ein Angebot gemacht. Er hat sofort zugesagt, ohne Fragen und Mucken! Das war ziemlich einfach! :-)
Nun zu den Jungs aus den Staaten. Auf Jonah bin ich gestoßen, weil er eine Anzeige auf der Homepage des Wacken Open Air aufgegeben hatte, wo er seine Dienste einer Band anbot. Ich habe ihm eine E-Mail geschrieben und von meinen Ideen erzählt und auch er war sofort dabei. Wir tauschten dann einige Demos aus, um zu sehen, ob unsere Fähigkeiten zusammenpassen, was auch der Fall war. Ich mochte seinen Stil und er mochte, was ich tat, so dass wir uns sehr schnell einigen konnten. Jonah kam dann im Januar 2003 nach Dänemark und wir vier (Lance war zu dem Zeitpunkt noch nicht dabei) verbrachten zwölf Tage im Studio und nahmen alle Instrumente auf.
Eigentlich wollte ich anfangs den Gesang selbst übernehmen, aber als die zwölf Tage vorbei waren, musste ich das Studio nochmals buchen, um die Gesangsspuren aufnehmen zu können, weil wir vorher keine Zeit dafür hatten. Aber kurz bevor ich anfing, bekam Intromental (Management von Pyramaze - Lord Obirah) das Material zu hören und sie liebten es. Wir waren uns schnell einig und arbeiteten zusammen, was eine völlig neue Welt für uns eröffnete. Ich hatte plötzlich die Möglichkeit, einen Sänger zu engagieren, der besser war als ich, auch deshalb weil Intromental sehr gute Kontakte hatten. Also nahm ich die Möglichkeit wahr. Sie schickten mir fünf oder sechs Demos von verschiedenen Sängern und Lance war der einzige, der wirklich herausragend war. Wir nahmen Kontakt zu ihm auf, um zu hören, ob er Zeit und Lust hätte und schickten ihm das Material. Auch er war sofort begeistert und einverstanden, ein Teil des Ganzen zu werden.

HH: Was steckt hinter dem Namen Pyramaze?

Michael: Es ist eine Verbindung des Wortes Pyramide (Pyramid) und des Wortes Irrgarten (Maze). Ich kam auf diesen Namen, weil ich schon immer von ägyptischen Pyramiden und all den Legenden, die sich darum ranken, begeistert war. Auch hat das Wort Irrgarten, ebenso wie Labyrinth, einen mystischen Klang, also dachte ich, das wäre doch ein schöner Name für unsere Band.

HH: Manchmal erinnern mich die Riffs auf Melancholy Beast an Iced Earth. Sind Iced Earth ein Einfluss für dich?

Michael: Ich höre seit einigen Jahren sehr viel Iced Earth, deswegen schätze ich, dass man sie als Einfluss bezeichnen kann, ja.

HH: Was für weitere Einflüsse hast du?

Michael: Ich höre viel Blind Guardian, Nightwish, Stratovarius, Kamelot und Jag Panzer.

HH: Was ist dieses Ding auf dem Cover? Ist dies das Melancholy Beast?

Michael: Ja, die Gestalt auf dem Cover ist das Melancholy Beast.

HH: Und warum heißt es so?

Michael: Es wird so genannt, weil es äußerlich ein Monster ist, aber nicht in seinem Inneren. Das Wesen ist traurig darüber, nur wegen seinem furchterregenden Äußeren als böse beurteilt zu werden.

HH: Der Song der mir auf Melancholy Beast am besten gefällt ist "Legend", weil er einfach einen geilen Refrain hat und auch sonst vor Energie und Kraft nur so strotzt. In welchem Zusammenhang steht das Lied mit dem Film "The Legend" (dt: "Legende", mit Tom Cruise - Red.)?

Michael: Um ehrlich zu sein, "Legend" basiert zu 100% auf dem Film. Übrigens toll, dass dir das aufgefallen ist, die meisten Leute merken das gar nicht. Der Film hat mich sehr beeindruckt, also habe ich mich entschieden ein Lied darüber zu schreiben.

HH: Und welcher Song ist deiner Meinung nach der Beste?

Michael: Schwer zu sagen, aber im Moment höre ich sehr viel "Legend".

HH: Gibt es einen Favoriten bei euren Fans?

Michael: Das unterscheidet sich von Fan zu Fan. Manche mögen "Legend", einige "The Journey" und wieder andere finden "Sleepy Hollow" gut. Es ist eine gute Mischung.

HH: Anderes Thema. Was denkst du über das derzeitige Download- und File-sharing Problem?

Michael: Es ist scheiße, wenn sich Leute Alben runterladen können, ohne zu bezahlen, ohne dass der Künstler irgendwie dafür entlohnt wird. So sollte das eigentlich nicht laufen und ich glaube, dass viele Bands aus dem Geschäft aussteigen, weil sie solche Probleme haben. Irgendwoher muss das Geld ja kommen, weil eine Band sonst nicht sehr lange exisiteren kann, schließlich kosten die Aufnahmen eines Albums viel Geld. Und das Geld kommt nun eben von den Album-Verkäufen. Wenn keiner das Album kauft und es sich nur runterlädt, dann bleibt die Band auf einem Haufen Kosten sitzen und hat keine Einkünfte. So was ist wirklich beschämend.

HH: Nutzt du das Internet, um neue Bands anzuhören?

Michael: Ja sicherlich, aber ich lade nur die Soundschnipsel oder Songs herunter, die von den Bands selber zur Verfügung gestellt werden. Ausserdem gibt es viele großartige Webzines, die auch eine gute Möglichkeit darstellen, von neuen Bands zu hören.

HH: Stell dir mal vor, Melancholy Beast wäre eine Pflanze.

Michael: Hmm, ich schätze, es wäre irgend eine Art Baum.

HH: Warum?

Michael: Weil die meisten von uns ziemlich groß sind! :-)

HH: Wie sieht es mit einer größeren Tour aus? Habt ihr da schon Pläne?

Michael: Nein, eine größere Tour werden wir nicht spielen, aber eine kleine im September, die uns nach Dänemark, Deutschland und Frankreich führt. Die Details findet ihr auf unserer Homepage www.pyramaze.com.

HH: Dann noch vielen Dank für das Interview und deine Zeit. Zum Abschluß noch ein paar Worte?

Michael: Danke dir auch, war schön. Ein herzliches Dankeschön an unsere Fans und all die Leute, die dieses Interview gelesen haben und Interesse an uns zeigen - Cheerz!

Lord Obirah

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