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Interview

Interview mit Rebellion (19.10.2009)

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Eigentlich war ich ja auf dem Way Of Darkness, um mir mal so richtig die volle Dröhnung Geknüppel zu geben. Aber der Gastauftritt von Rebellion-Sirene Michael Seifert und Gitarrero Uwe Lulis beim Gig von Wolfchant hatte doch auch etwas ganz Spezielles. Und so nahm der Redakteur die alkoholgeschwängerte Gelegenheit war, tat sich durch unverschämte Wichtigtuerei hervor und konnte sich auf diesem Wege ein paar Minuten von Herrn Seiferts Zeit sichern, um ein wenig mehr über Rebellion zu erfahren.

HH: Erstmal Hallo!

Michael: Hi!

HH: Was treibt euch hierher?

Michael: Ja, wir kennen Wolfchant. Wir haben mit Wolfchant schon zwei Auftritte zusammen gemacht und es sind Freunde von uns; wir haben uns gegenseitig geholfen und Uwe (Lulis) und ich auch auf der letzten Wolfchant-Scheibe praktisch drauf zu hören und ja das war halt der Grund, warum wir auch gedacht haben, dass man das live irgendwie umsetzen könnte... bisschen mitzuhelfen sozusagen.

HH: Also ich fand's sehr gelungen, was habt ihr für einen Eindruck davon?

Michael: Es macht eigentlich immer wieder Spaß und ich denke, gerade auf so einem Festival ist es eine kleine Auflockerung mal zwischendrin, weil hier sind sehr viele Death Metal-Bands, hier ist sehr viel Gegröhle und sehr harte Musik und wenn zwischendurch mal ein bisschen Melodie kommt mit vielleicht mal melodischen Gesang zwischendurch, dann kann das schon richtig auflockern.

HH: Denke ich auch, aber habt ihr nicht Angst, dass ihr, wenn ihr jedes Mal "Rebellion" spielt, auf dieses Stück reduziert werdet?

Michael: Das werden wir sowieso, das kann man gar nicht verhindern, weil wir heißen Rebellion, zwei von uns sind vorher bei Grave Digger gewesen, wir werden sowieso mit Grave Digger in einer Tour verglichen und wir haben das Kapitel jetzt irgendwie abgeschlossen, dadurch dass wir das Stück einfach mal aufgenommen haben und auf eine EP gebracht haben. Und es war mal nötig und wir spielen es live, ansonsten ist es einfach nur Fun für uns.

HH: Is ok, damit kann, denke ich, auch jeder leben...

Michael: Wir wollen jetzt keine alten Zeiten hochleben lassen oder so, einfach nur den Song, der uns den Namen gegeben hat, auch vertonen dürfen, und das dürfen wir halt deswegen, weil Uwe und Tommy von uns den Song geschrieben haben, das ist der Grund.

HH: Is okay. Und was haltet ihr bisher von dem Festival, was ihr bisher so mitbekommen habt?

Michael: Also ich hab nicht viel mitbekommen, weil wir sind heute Nachmittag erst später angekommen und es sind nicht so viele Bands dabei, die ich persönlich hören würde. Graveworm z.B. würde ich mir gleich noch mal gerne geben...

HH: ...wir können auch gleich wieder vorgehen...

Michael: ...ja, weil es ist die einzige Band, die ich heute so akzeptieren würde...

HH: ...echt?

Michael: ...ja, weil von denen hab ich auch ein paar Sachen, das hat noch Melodie und alles, was noch Melodie hat, gefällt mir dann mehr als das brutale Geknüppel.

HH: Klar, deswegen hat es mich ja auch gewundert, dass ihr hier auch noch zusätzlich auftretet.

Michael: Ja, wir waren ja auch erst wirklich die Spezies hier überhaupt, so normal. Und ich weiß von Wolfchant, dass sie auch viel Bedenken hatten, dass das Ganze irgendwie nicht ankommen würde heute hier. Aber ich glaube, wie gesagt, die Leute wissen so ein bisschen Abwechslung ganz gut zu schätzen.

HH: Ich dachte auch, es ist super angekommen. Es war allerdings auch zum richtigen Zeitpunkt, jetzt darfst du so etwas nicht mehr bringen.

Michael: Ok, jetzt kommen die Headliner und zwar vollkommen berechtigt, die Leute sind in erster Linie hier, um die Headliner zu sehen.

HH: Wie lebt es sich eigentlich so mit dem Stigma, ein bisschen im Schatten von Grave Digger zu stehen?

Michael: Na gut, wir haben dieses Stigma schon seit Anbeginn der Band. Wir haben uns 2001 gegründet und wir versuchen das natürlich loszuwerden, aber es gelingt uns nicht so wirklich, weil im Endeffekt ist für die Presse dann doch immer wieder interessant, dass...

HH: Ihr macht ja auch ähnliche Musik, das ist ja das Problem...

Michael: Uwe, der die Songs damals für Grave Digger gespielt hat, dass der sich nicht von heute auf morgen komplett ändert im Gitarre spielen, ist irgendwo nachvollziehbar und ich sach mal, wenn wir jetzt nicht diese Vergangenheit hätten, dann würde uns glaube ich niemand mit Grave Digger in einen Topf werfen.

HH: Aber jetzt habt ihr schon zwei der Leute drin, die bei Grave Digger maßgeblich beteiligt waren, jetzt hast du noch einen ähnlichen Gesangsstil wie Bolte...

Michael: Na ja...

HH: ...zumindest an manchen Stellen hört man deutliche Ähnlichkeiten und dann wird man das schwer los.

Michael: Das wird man schwer los, aber das ist auch ok.

HH: Also, ihr könnt einfach damit leben?

Michael: Wir versuchen das, über unsere Songs abzuwerfen und nicht darüber, dass wir jetzt sagen "wir wollen das nicht"; wir brauchen das auch nicht, denke ich...

HH: Ich denke auch, das ist die einzige Möglichkeit.

Michael: Und wir versuchen einfach weiterzumachen, uns weiterzuentwickeln. Und ich denke, mit der letzten Scheibe haben wir einen Schritt weiter in die Richtung gemacht, uns zu verselbstständigen.

HH: Sehr schön. Ihr habt jetzt drei Scheiben unter dem Banner der Wikinger gemacht, welche ist dir am liebsten?

Michael: Meistens ist die aktuelle einem die Liebste, weil sie einfach aktuell ist und weil man seine letzten Einflüsse einbringen konnte und sie ist mir auch von daher die Liebste, weil sie am düstersten und härtesten ist von den drei Scheiben, weil ich privat jetzt nicht nur Power Metal höre, sondern auch andere Sachen, wie gesagt, Graveworm oder so könnte ich mir jetzt auch noch anhören...

HH: Ok, welche bereitet dir dann jetzt am ehesten Schwierigkeiten?

Michael: Von den dreien eigentlich keine. Die Sagas Of Iceland, da waren noch viele Sachen dabei, wo ich nicht so dahinter stand. Da war das Songwriting noch sehr aufgesplittet zwischen den einzelnen Musikern. Mittlerweile haben sich auch die Musiker teilweise geändert, dadurch ist das Ganze homogener geworden. Ich finde, jetzt arbeiten wir mit runtergestimmten Gitarren und all solche Sachen, was nicht so üblich ist im klassischen Power Metal und das ist eher so meine Richtung wo ich denke, da können wir irgendwie unser Fenster finden, wo wir reinpassen.

HH: Mal so nebenher: Die letzte Scheibe hat bei Heavyhardes auch die volle Punktzahl bekommen, die vorige hätte es bei zumindest bei mir persönlich nicht ganz geschafft, denn da haben mir etwas die Gassenhauer gefehlt, die herausragenden Songs, die auf der Scheibe davor durchaus vorhanden waren. Alles gehobene Stücke, aber die Burner an sich haben sich eher rar gemacht.

Michael: Man darf nicht vergessen, dass auch der Sound die Musik mit macht. Bei der jetzigen Scheibe haben wir auch den besten Sound bisher hinbekommen und wir entwickeln uns auch immer weiter. Das Wichtige ist bei uns, dass wir halt alles aus einer Hand machen. Uwe macht die ganze Scheibe selber, wir geben das nicht ab, wir machen das selber. Ich finde, das macht die Sache auch irgendwie wertvoller für uns. Wir sagen nicht "mach mal irgendwie", wir machen das selber.

HH: Eine Frage kurz vor dem Ende: Wann sehen wir euch denn wieder im Großraum München?

Michael: Wir sind dadurch, dass Uwe mit seinem Bein viel zu kämpfen hatte im letzten Jahr von der Live-Schiene runter gewesen und haben jetzt erst mal ganz in Ruhe die Platte gemacht und schauen jetzt einfach im Frühjahr bzw. im Winter, sprich Anfang nächsten Jahres, was live geht. Wir haben jetzt eine neue Booking-Agentur, die da jetzt im Moment dabei ist, nach Gigs zu schauen und dann werden wir sehen. Wir werden auf jeden Fall live auftreten, wir warten jetzt natürlich noch drauf. Die Reaktion war geil auf das letzte Album und da möchte man natürlich da Ganze auch live performen.

HH: Gut, dann noch ein Abschlusswort an die Zillionnen unserer Leser.

Michael: Ja, ich wünsche wirklich allen, die ein bisschen offenes Ohr für traditionellen Metal haben, viel Spaß mit der Scheibe. Ich denke, sie ist nicht ganz so traditionell, weil sie halt auch einfach über den Tellerrand schaut und auch andere Musikrichtungen integriert und wer einfach Bock hat auf so etwas, der sollte einfach mal unvoreingenommen reinhören, ob ihm Rebellion jetzt vorher gefallen hat oder nicht. Vielen Dank!

HH: Ich habe zu danken...

Hannes

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