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Interview

English VersionInterview mit Gorod (22.07.2009)

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Process Of A New Decline ist das neue Album der französischen Extreme-Metaller Gorod, die ursprünglich unter dem Namen Gorgasm gegründet wurden. Darauf erzählen die Jungs ihre ganz eigene SciFi-Story über die Menschheit. Worum es dabei genau geht, erfahrt ihr von Gitarrist Mat im folgenden Interview.

HH: Hallo Mat, wie geht's dir jetzt wo euer neues Album Process Of A New Decline auf dem Markt ist?

Mat: Hervorragend schätze ich. Der Aufnahmeprozess war sehr kurz und das einzige, über das wir uns Sorgen gemacht haben, war, wie und wer das Album veröffentlichen wird. Unsere letzten beiden Alben blieben in Europa relativ unbeachtet, so dass wir für diese Scheibe die bestmögliche Promo und Vertrieb haben wollten, was Willotip selbst nicht leisten konnten. Candlelight konnten vertrieblich nicht den gleichen Aufwand betreiben wie für ihre eigene Bands, also unterschrieben wir einen Vertrag mit dem französischen Label Listenable Records, die diesen Job übernahmen. Jetzt sind wir natürlich erleichtert, weil wir sicher sein können, dass dieses Album und der Name Gorod in Europa und in Frankreich speziell richtig beworben wird.

HH: Für Leading Vision (2006) bekamt ihr seinerzeit ziemlich gute Reviews soweit ich das beurteilen kann. War für euch dadurch der Durck diesmal besonders hoch?

Mat: Selbstverständlich! Die Meinungen der Hörer zu kennen ist immer interessant, vor allem natürlich die negativen, auch wenn es wenige waren. Bei den meisten Bands ist es so, dass die Leute erstmal enttäuscht sind, wenn sie neues Material hören. Je mehr Alben du machst, desto schwieriger wird es, die Leute zufrieden zu stellen. Wenn du eine ähnliche Scheibe aufnimmst, werfen sie dir vor, dich zu wiederholen, wenn du aber etwas neues riskierst, kommen sie nicht mit oder sind verwirrt. Als ich den ersten Song - "Disavow Your God" - gleich im Anschluss an Leading Vision geschrieben habe, lag meine Absicht darin, einfach nur einen neuen Gorod-Song zu schreiben, weder ähnlich, noch sonderlich unterschiedlich, einfach nur als logische Fortsetzung unserer bisherigen Veröffentlichungen. Ich habe einfach versucht, die Struktur der Lieder zu verbessern, um sie verständlicher und einprägsamer zu gestalten, weil das meiner Meinung nach unserer Musik bis dahin und dem technischen Death Metal generell gefehlt hat. Außerdem wollte ich einen Song schreiben, den man live genau so spielen kann, wie er auf CD zu hören ist, mit einem Minimum an Arragements und zusätzlichen Gitarren sowie technisch fließend, mit Leichtigkeit und Energie.

HH: Wie haben die Leute auf Process Of A New Decline bisher reagiert? Seid ihr zufrieden mit dem Feedback?

Mat: Ja, die Reaktionen sind sehr positiv bis jetzt. Warum sollten wir damit also nicht zufrieden sein? Ich hoffe, dass wir dadurch die Gelegenheit bekommen mehr in Europa zu touren. Letzte Woche haben wir eine kleine Tour mit Immolation absolviert, das war eine großartige Erfahrung. Wir haben eine Menge Leute getroffen, die noch nie von uns gehört und dennoch sehr positiv reagiert hatten. Das ist uns sehr wichtig. Wenn unsere Musik die Menschen bei unseren Shows erreicht, gibt es keine größere Belohnung.

HH: Ich mag die gute Mischung aus Songwriting und euren technischen Fähigkeiten auf dieser Scheibe. Auf der einen Seite zeigt ihr außergewöhnliche Fähigkeiten an euren Instrumenten, auf der anderen Seite schafft ihr es trotzdem, nachvollziehbare Songs zu schreiben! Es scheint euch ziemlich wichtig zu sein, nicht nur Riff an Riff zu reihen und nicht nur eure Technik zur Schau zu stellen, oder?

Mat: Du stellst Fragen und beantwortest sie auch gleich selbst... haha! Ja, genau, der Punkt ist der, die richtige Balance zwischen komplex und langweilig zu finden. Viele sogenannte "technische" Bands stellen sich mit unzusammenhängenden unsymmetrischen Mustern und düsteren oder dissonanten Melodien zur Schau. Es macht den Eindruck, als ob sie ein dauerndes bedrückendes Gefühl erzeugen wollen, das den Zuhörer eher verliert als ihn zu fesseln. Auf der anderen Seite arbeiten wir mit "einfachen" bzw. eingängigen Melodien und leicht nachzuvollziehenden Grooves. Die meisten Riffs und Strukturen setzen auf einem Viervierteltakt auf, so dass jeder leicht dazu headbangen kann. Das ist uns sehr wichtig, weil wir live lieber vor wild headbangenden Leuten spielen als vor Langweilern, die nur gekommen sind, um zuzusehen, wie wir unsere Finger bewegen. Death Metal sollte nicht elitär sein, wir versuchen gleichermaßen verständliche Musik für Musiker zu machen sowie für normale Leute, denen es egal ist, wie wir spielen oder welches spezielle Lick wir verwenden.

HH: Um was drehen sich eure Texte?

Mat: Seit unserem zweiten Album Leading Vision haben wir uns eine SciFi-Story ausgedacht, die auf Process Of A New Decline fortgesetzt und mit dem nächsten Album enden wird. Es handelt sich um eine klassische Geschichte über die Entwicklung der Menschheit, in deren Mitte wir eine außerirdische Rasse plaziert haben, die eine Geheimgesellschaft namens "Obsequium Minaris" gebildet haben. Nachdem die Menschheit durch ihre selbstzerstörerische Art niedergegangen ist, wird dieser Zirkel die restlichen Überlebenden in eine Gesellschaft mit besseren Werten führen. Dazu bedient er sich eines Führers namens Adam, der aus der großartigsten Technologie und den größten Gehirnen der Menschheit entstanden ist. An und für sich ist dies wiederum nichts anderes als ein Deckmantel für die Versklavung der Menschheit... Die Texte behandeln diese Geschichte mit ihren unterschiedlichen Aspekten und Sichtweisen. In Process Of A New Decline behandeln wir den Niedergang, wenn die Leute das Spiel durchschauen und zu rebellieren beginnen und die Maschine bzw. der Gott Adam an sich selbst zugrundegeht.

HH: Wie steht das Cover im Verhältnis zum Titel und zu den Texten?

Mat: Das Cover zeigt die Maschine/den Gott/die Stadt in ihrer desolaten und sterilen Umgebung, die sie/er selbst geschaffen hat.

HH: Wo liegen deiner Meinung nach die größten Unterschiede zwischen Process Of A New Decline und Leading Vision?

Mat: Wie ich schon gesagt habe, das neue Album ist direkter und eine logische Weiterentwicklung dessen, was wir auf den letzten beiden Alben gemacht haben, ist aber auch eine Steigerung. Der Klang ist kraftvoller, die Drums hauen mehr rein, die Musik ist schneller! Die Songstrukturen sind direkter, effizienter, wo die alten noch zu verwirrend waren. Ich wollte, dass die Songs sofort verständlich sind, damit man den Hörer eben nicht jeden Moment verlieren kann, wobei ich natürlich keine Kompromisse eingegangen oder dem Mainstream gefolgt bin. Dieses Album ist 100% Gorod und wir spielen immer noch Death Metal. Manchmal, wenn man Death Metal hört, vor allem technischen Death Metal, kann man dazu nicht headbangen, sondern muss sich auf die Musik konzentrieren, damit man sie versteht. Wo bleibt da das Vergnügen? Deshalb haben wir uns von asymmetrischen Schemata oder irrwitzigen Tempowechseln verabschiedet. Auf der neuen Scheibe findest du weit weniger Riffs und Songteile, diese sind aber sehr viel ausgereifter. Außerdem klingen wir daraus so gut wie nie zuvor, das ist der beste Sound, den ich je produziert habe. Er passt wie die Faust auf's Auge, ist sehr schnittig, aber trotzdem gleichzeitig "wild" und natürlich.

HH: 2005 habt ihr euren Namen von Gorgasm zu Gorod geändert. Wie kam es dazu und was bedeuted er?

Mat: Es stimmt, dass wir unser erstes Album Neurotripsicks bei einem "armen" französischen Label 2004 unter dem namen Gorgasm aufgenommen haben. 2005 haben Willowtip die Scheibe neu veröffentlicht und uns gebeten, unseren Namen zu wechseln, damit wir nicht mit den amerikanischen Gorgasm verwechselt werden. Wir haben uns für Gorod entschieden, weil der Name gut klang und man ein ähnliches Logo daraus basteln konnte. Gorod ist eine russische Stadt, was sich ganz gut traf, denn Neurotripsick spielt in einer himmlischen Stadt, wo alles möglich ist!

HH: War die Entscheidung Neurotripsick sowohl als Gorgasm als auch als Gorod zu veröffentlichen euer Wille oder war das nur eine geschäftliche Entscheidung?

Mat: Es war einfach so. Aufgrund des Namenswechsels haben Willowtip sie mit einem anderen Artwork wiederveröffentlicht. Das Album ist genau das gleiche, nur bei der amerikanischen Version sind zwei Bonustracks enthalten. Außerdem haben uns Willowtip einen guten Deal über zwei weitere Alben angeboten, also war es nur logisch, dass wir jede Platte unter demselben Namen und demselben Label veröffentlichen.

HH: Stell dir vor, Process Of A New Decline wäre ein französischer Wein, welcher Wein wäre das und warum?

Mat: Oh, ich kenne mich mit französischem Wein nicht wirklich aus... tut mir leid!!! Ich würde eher von starken Alkoholika wie Wodka reden. Process Of A New Decline geht direkt in den Kopf und macht dich wahnsinnig, wie Wodka auch. Man muss aber mit dem Trinken aufpassen, man darf nicht zu schnell trinken, um nicht abhängig zu werden! Mit französischem Wein verhält es sich wie mit Bands der Marke The Gathering oder Nightwish, er ist weltweit bekannt und gewisse Leute könnten sich darauf einen runterholen, nur indem sie darüber sprechen. Am Ende aber müssen sie sich übergeben, weil der menschliche Körper solch überbewerteten Ruhm und Leere nicht verträgt. Genau genommen verursachen solche Bands und fränzösischer Wein das gleiche Ergebnis bei mir!
Aber... Ich weiß, dass unser Manager ein Weinliebhaber ist... er hat mir gesagt, dass man Process Of A New Decline mit einem Pauillac oder St. Estephe vergleichen könnte: Dunkel aufgrund der starken Texte, wirklich gut und kompliziert wie das ganze Album und sehr viel Geschmack in deinem Mund, genauso wie Process Of A New Decline es für deine Ohren ist!!! Hahaha... man muss in diesen Themen wirklich tief drinstecken, ums all diesen Mist zu erzählen... er mag auch schottischen Whiskey sehr... haha, ich glaube, unser Manager ist ein Alkoholiker!!!

HH: Was für Musik hörst du zur Zeit so?

Mat: Ich höre gerade eine ganze Menge unterschiedliches Zeug, das reicht von traditioneller Musik aus dem Osten über 70er Jahre Latin/Funk/Jazz bis hin zu 90er Jahre Thrash/Death Metal. Aus dem modernen Bereich habe ich neulich Mastodon entdeckt, die zur Zeit mein Favorit sind, weil sie viele verschiedene Stile, die ich sehr gerne mag, wie Rock, Metal, 70er Jahre Psycho usw. vermischen... Außerdem genieße ich das letzte Cynic-Album Traced In Air, auf das ich schon so lange gewartet habe! Es ist toll, wieder neue Songs von ihnen zu hören!!

HH: Vielen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg! Die letzten Worte gehören dir!

Mat: Danke für die Unterstützung! Ich hoffe, dass wir bald in Europa touren werden und auch nach Deutschland kommen. Leute, traut euch, zu uns zu kommen und uns live zu sehen! Unsere Shows sind intensiv und stecken voller Energie. Wir lieben es, auf der Bühne zu stehen und auch wenn wir Tech Death spielen, so sind wir nicht auf unsere Hände fixiert oder stehen nur rum. Also bucht uns!!!

Lord Obirah

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