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Interview

Interview mit Desilence (08.12.2008)

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Ein schmuckes Album haben Desilence mit Wreck The Silence eingetrümmert, das Tradition und Moderne im Thrash Metal hervorragend vereint. Abwechslung wird hier groß geschrieben und Leisetreter sind die Jungs ganz und gar nicht, wie Drummer Andi im Interview verrät.

HH: Desilence existieren bereits seit acht Jahren, 2003 gab's ein Demo namens Antisilent, erst 2008 erscheint das Debüt Wreck The Silence. Wieso hat es zum Debüt so lange gedauert?

Andi: Hi, jetzt zu behaupten wir wären besonders schnell, effektiv und straight wäre wohl unglaubwürdig. Das straffere Arbeiten begann 2002 als die Band komplett in Berlin wohnte. 2003 war das Demo fertig und wir dachten wir bekämen damit schnell einen Deal. Nach etlichen Absagen haben wir Anfang 2005 beschlossen die Platte selbst aufzunehmen. Das Problem war, dass unser Anspruch und das Budget der Scheibe irgendwie nicht zusammenpassten. Wir hatten kein Geld, aber wir wollten eine möglichst gute Produktion. Also haben wir alles selbst gemacht. Das hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Dann waren wir auch business-mässig nicht die Schnellsten. Ende 2006 war das Album fertig, aber bis wir bei Twilight unterschrieben haben hat es auch noch etwas gedauert.

HH: Der Bandname Desilence und der Titel des Demos Antisilent sind Worte, die im Englischen so nicht existieren. Wie entstanden diese Namen und was wollt ihr damit ausdrücken?

Andi: Wir wollten für die Band einen eingängigen zwei- bis dreisilbigen Namen haben bei dem man keine Überschneidung mit anderen Bands, Produkten etc. hat. Es sollten auch möglichst wenige Anschläge bei Suchmaschinen vorhanden sein. Wir mögen auch Wortzusammensetzungen und Metamorphosen evtl. weil das in der deutschen Sprache so stark verbreitet ist. Ich glaube, wir hatten mal eine Zeit den Namen Disorder im Gespräch und sind dann von der Vorsilbe Dis (wie Discharge usw.) auf De- gekommen (wie bei de-construction z.B.). Desilence soll bedeuten, dass wir nicht leise sind. Der Name Antisilent leitet sich auch von Desilence ab. Wobei auf dem Cover der Scheibe ein Teil einer Ameise zu sehen ist, daher kam das "Ant"... Ant-i-silent quasi. Darin besteht kein philosophischer Tiefgang es sollte aber kreativer sein als "Abgehackte Kadaverköpfe mit Gedärmen" oder so was.

HH: Auf Wreck The Silence vereint ihr Thrash Metal sowohl der alten als auch der modernen Schule, aber ihr vermeidet es gleichzeitig, eure Songs in starre Songstrukturen zu pressen und gebt euch sehr abwechslungsreich. Woher stammen eure Einflüsse für diese Melange?

Andi: Danke, dass sehen wir auch so. Das lässt sich in drei Kategorien teilen: Erstens alter Thrash wie Slayer, Testament, Kreator etc. Dann als Zweites den progressiven Thrash/Deathmetal der frühen Neunziger mit Atheist, Death, Sadus, Pestilence, Carcass usw. und als Drittes Neothrash Mitte der Neunziger: Machine Head, Pantera, Sepultura, Fear Factory und Konsorten. Das Ganze gerührt und nicht geschüttelt mit je einer Prise Punk und Power Metal auf Eis serviert. Prost.

HH: Wie geht ihr beim Schreiben neuer Songs vor?

Andi: Das ist sehr unterschiedlich. Manche Songs schreibt eine Person allein. Manche entstehen im Proberaum unter Mitwirken aller. Dann gibt es die Variante wo wir uns übers Internet Sachen hin und her schicken.

HH: Worin unterscheiden sich Antisilent und Wreck The Silence?

Andi: Wreck The Silence enthält ja Antisilent da wir uns von keinem der sechs Songs trennen konnten. Das Album hat die bessere Produktion und es ist abwechslungsreicher. Antisilent ist kompakter. Wir bevorzugen die besser produzierten Versionen des Albums.

HH: Meine persönlichen Favoriten auf Wreck The Silence sind "I Am Your Will", "Awakening" und "Red War". Welche Songs laufen euch am besten rein?

Andi: "I Am Your Will" haben wir als Opener genau deswegen gewählt. Auch "Red War" ist bei uns beliebt. Wir spielen aber auch gern "Worst Mood" der ist schön kurz und knackig.

HH: Gibt es einen Song von Wreck The Silence, der sich live zum absoluten Abräumer gemausert hat?

Andi: "Red War" hat immer gut funktioniert. Aber auch der Coversong "Land of Confusion".

HH: Mit "Land Of Confusion" habt ihr auch einen etwas ungewöhnlichen Cover-Song am Start. Was hat euch dazu bewogen, euch für diesen Genesis-Klassiker zu entscheiden?

Andi: Wir haben alle einen sehr offenen und breiten Musikgeschmack. Da wird auch Jazz, Klassik und Pop gehört. Eben auch Genesis, Phil Collins und Peter Gabriel. Drei Leute in der Band wollten den Song covern und es hat live immer sehr gut funktioniert. Dann haben wir uns entschlossen diesen Song auch im Studio zu verändern.

HH: Euer Bassist Thomas Neitsch spielt zusätzlich noch bei Courageous und Holy Moses, du selbst gerbst auch bei Dew-Scented die Felle. Wie schwierig ist es, die wohl nicht gerade leeren Terminkalender all der Bands unter einen Hut zu bekommen?

Andi: Sehr schwierig, aber nicht unmöglich. Ich bin mittlerweile bei Dew-Scented nur noch aushilfsweise dabei. Thomas wohnt ohnehin schon 500 km vom Rest der Band entfernt, probt nicht mit der Band und ist übers Internet mit uns in Kontakt um dann live dazu zu kommen.

HH: Das Cover von Wreck The Silence ziert eine niedliche Abrissbirne, was die Musik optisch ziemlich gut beschreibt. Wer hatte die Idee zu diesem Bild?

Andi: Das kam in unserer damaligen Eckkneipe dem "Kachel-Eck". Es sollte etwas auf dem Cover sein was alles "zerkachelt" und mit de-silence oder einem Song zu tun hat. Wir sind dann über "I Wreck" und "Deconstruction" mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von vier Litern Bier auf eine Abrissbirne gekommen. Christoph Tänzer hat das Cover dann noch cooler gestaltet als wir uns das vorstellen konnten.

HH: Auch ihr habt sowohl eine offizielle Homepage als auch eine MySpace-Seite. Viele Bands sagen inzwischen, dass sie das meiste was die Band betrifft, über MySpace abwickeln. Wie sieht es hier bei Desilence aus? Braucht man in einem solchen Fall eigentlich noch eine offizielle Bandhomepage?

Andi: Wir finden schon, dass eine eigene Page Sinn macht. Aber MySpace ist schon ein gutes Tool und sehr beliebt, sodass man nicht ohne auskommt. Wir pflegen Kontakte auch eher über MySpace.

HH: In Zeiten von YouTube hat heutzutage jeder die Möglichkeit, seine Videos einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Auch Bands und Plattenfirmen nutzen diese Möglichkeit. Lohnt es sich dadurch wieder ein Video zu einem Song zu drehen, nachdem Metal im Fernsehen eigentlich nicht stattfindet und somit Videos lange Zeit eher unrentabel waren?

Andi: Für Bands wie Desilence lohnt sich das nur bedingt. Man bekommt Feedback von den Fans aber eine Plattenfirma angelt man sich dadurch nur schwer.

HH: Was steht als nächstes im Desilence-Lager an?

Andi: Wir sammeln und schreiben Material für eine zweite Scheibe.

HH: Wenn Wreck The Silence ein leeres Zimmer wäre, wie müsste es dekoriert und ausgestattet werden, damit es das Album am besten widerspiegelt?

Andi: Das ganze Album ist zu vielschichtig für ein Zimmer und dann noch ein leeres... Aber es geht mit knapp drei Minuten in der Mitte der Platte: Es ist ein leeres Zimmer ohne Wände und die Decke stürzt gerade ein weil unsere Abrissbirne alles kaputtgemacht hat. Während der Zerstörung des Zimmers läuft "I Wreck", nachdem alles kaputt ist erklingt das Intro von "Initiation"...
Die Dekoration ist dabei uninteressant...

HH: Vielen Dank für eure Zeit und viel Erfolg für die Zukunft. Zum Abschluss ein paar Worte?

Andi: Wer mit der Innenarchitektur seines örtlichen Metal-Klubs unzufrieden ist kann Desilence mitsamt Abrissbirne buchen... wir zerlegen dann den Laden! (lacht)

Lord Obirah

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