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Interview

Interview mit Moshquito (23.03.2008)

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Als Deutschland noch in zwei Teile gespalten war, gab es auch im Osten eine blühende Undergroundszene, zu der auch eine Band names Argus gehörte, die sehr viele Erfolge einfahren konnte. Später musste sich diese Band in Moshquito umbenennen, um den staatlichen Repressalien zu entgehen. Mit der Wende verschwand nicht nur die innerdeutsche Grenze, sondern auch Moshquito mussten vorerst ihren Platz räumen, um schließlich mit neuem Album und voller Wucht wiederzukehren. Darüber und über anderes sprachen wir mit Bassist Andre "Rudi" Nebel".

HH: Vor einigen Wochen gab es in einem führenden deutschen Printmagazin eine Story über den Metal im Osten, bei der auch Moshquito gefeatured wurden. Merkt ihr, dass das Interesse an Moshquito dadurch gestiegen ist oder hat sich dadurch nichts verändert?

Andre: Ob dieses Ostmetal-Special dazu beigetragen hat, können wir nicht sagen. Etwas vielleicht. Das momentane Interesse seitens zahlreicher Online-Fanzines und einschlägiger Printmedien ist nach unserer Meinung aber in erster Linie der hervorragenden Arbeit der Promotionagentur SureShotWorx zu verdanken.

HH: Mit dem Fall der Mauer hat sich auch die weite Welt des Metal für die damaligen Ost-Metaller geöffnet und viele damals erfolgreiche Bands sind auf der Strecke geblieben. Auch Moshquito fiehlen der Grenzöffnung zum "Opfer". Wie habt ihr die Situation damals erlebt?

Andre: Der Fakt, dass die Metalwelt für den Fan aus dem Osten nun uneingeschränkt zugänglich war, hat natürlich auch uns schmerzlich getroffen. Uns fehlten schlagartig die Auftrittsmöglichkeiten, da die Locations, in denen wir damals spielten, reihenweise dichtmachten oder sich mit lukrativeren Dingen beschäftigten. Und natürlich fehlte uns auch das Publikum, welches ja nun ganz andere Möglichkeiten hatte. Diese Entwicklung zur damaligen Zeit halten wir allerdings für völlig normal und nachvollziehbar, sie stellte aber noch nicht mal den Hauptgrund für den vorläufigen Split dar. Hierfür waren größtenteils berufliche Gründe verantwortlich. Wir sind noch heute davon überzeugt, dass wir uns ohne diese Umstände irgendwie hätten durchbeißen können. Wir können aber nicht bestreiten, dass diese Zeit für die Band äußerst schwierig war.

HH: Wie schlimm war es für Moshquito, plötzlich nicht mehr angesagt zu sein?

Andre: Wie schon gesagt: Schwierig, aber auch irgendwie verständlich! Auch wir waren ja froh, unsere Helden endlich live erleben zu können. Wir mussten uns eben was einfallen lassen und haben einfach versucht, uns mit neuen Eigenkompositionen interessant zu machen. Das dritte Demo Only Death Is For Nothing, von dem auch einige Songs auf unserem ersten Album Secrets erschienen sind, ist so ein Dokument aus jener Zeit.

HH: Wie reagieren Ost- und West-Metaller auf euer neues Album? Wo ist es mehr angesagt?

Andre: Die Reaktionen der bisherigen CD-Käufer und Konzertbesucher fallen ausnahmslos sehr positiv aus. Dies betrifft aber hauptsächlich die Fans aus dem Osten. In den alten Bundesländern waren wir ja bisher kaum präsent und können daher auch noch nicht viel dazu sagen. Wir hoffen natürlich, dass sich das jetzt ändern wird! Die zahlreichen, überwiegend wohlwollenden Kritiken, die derzeit im Internet und in den großen Printmagazinen kursieren, werden sicher dazu beitragen.

HH: Nach mehrmaligem Hören fallen mir am Sound ein paar Kleinigkeiten auf. Die Bass Drum klingt meiner Meinung nach ein wenig pappig und der Bass dürfte ein klein wenig mehr im Vordergrund stehen. Dagegen finde ich den Gitarrensound äußerst gelungen und auch der Gesang kann bei mir stark punkten. Wie seht ihr das? Seid ihr mit dem Sound zufrieden oder hättet ihr gerne noch ein wenig daran gefeilt?

Andre: Wir sind mit dem Sound eigentlich sehr zufrieden. Wir haben uns beim Mixen der CD ziemlich viel Zeit gelassen und jeder von der Band hat zu den verschiedenen Stadien des Mixes seinen "Senf" dazugegeben. Das ist dann wiederum in den nächsten Mix eingeflossen, solange bis am Ende alle mit dem Sound zufrieden waren. Erst dann haben wir das Ergebnis zum Mastern gegeben.
Natürlich gibt es im Nachhinein immer ein paar Dinge, die man beim nächsten Mal anders machen würde. Beim Tomsound z.B. könnte man noch ein bisschen was herausholen. Bassdrum und Bassgitarre sind aber so, wie wir es wollten.

HH: Mir liegen leider keine Texte vor, deshalb kann ich nichts dazu sagen. Würdet ihr uns einen kleinen Einblick geben, mit welchen Themen ihr euch auf Behind The Mask beschäftigt?

Andre: Wir machen mit unseren Lyrics auf die schlimmsten Missstände unseres Daseins aufmerksam, ohne uns dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Es geht um die Gefühle psychisch oder physisch kranker Menschen, um perverse Neigungen, sowie etwas Politik und etwas Religion. Alles in allem recht düstere Themen. Einzig das Instrumentalstück soll einen kleinen Lichtblick vermitteln und musikalisch suggerieren, dass auf diesem kranken Planeten noch nicht alles zu spät ist.
Die Texte sind übrigens auf unserer offiziellen Homepage veröffentlicht. Einfach unter "Discography" das Album wählen und dann den jeweiligen Titel anklicken.

HH: Welchen Stellenwert haben die Texte bei Moshquito?

Andre: Einen sehr hohen! Wir legen sehr viel Wert auf Aussagekraft und Unmissverständlichkeit. Wir werden auch nichts beschönigen oder vertuschen, nur um ja niemandem auf den Schlips zu treten. Auch, wenn's manchmal vielleicht etwas hart rüberkommt, die Realität ist nun mal so.

HH: Durch den Gesang aber auch durch die Gitarren erhält eure Musik einen sehr Death Metal-lastigen Anstrich, obwohl ihr sehr viel Thrash Metal verarbeitet. Seht ihr euch eher als Death oder eher als Thrash Metal-Band?

Andre: Weder noch. Wir haben schon immer versucht, unser eigenes Ding zu machen. Die Bezeichnung "Progressive Death Thrash" wäre wohl am passendsten, aber wo wir letztendlich hingehören, soll jeder Zuhörer für sich entscheiden.

HH: Einige Passagen auf Behind The Mask erinnern mich an die seligen Death. Würdet ihr Death bzw. Chuck Schuldiner (R.I.P) als Einfluss für Moshquito bezeichnen?

Andre: Auf jeden Fall! Wir sind alle große Fans des unvergessenen Chuck Schuldiner und seiner außergewöhnlichen Musik und machen auch gar kein Geheimnis draus, dass er uns sehr inspiriert hat!

HH: Auf welche Songs von Behind The Mask seid ihr besonders stolz?

Andre: Auf jeden einzelnen gleichermaßen, wir würden keinen Song veröffentlichen, von dem wir nicht selbst total überzeugt wären!

HH: Gibt es aus Fankreisen besondere Favoriten? Welche Songs sind besonders angesagt und warum?

Andre: Aus Fankreisen ist uns da nichts bekannt, live brennt bei uns die Luft von der ersten bis zur letzten Sekunde! ;-)
Bei den Rezensionen haben wir festgestellt, dass eher die "Kracher" wie "Amputated", "Necrophile" oder "Perverted Appetite" erwähnt werden. Aber auch das Instrumental "Visions Of A Better World" scheint reges Interesse zu wecken.

HH: Wenn Behind The Mask eine Pflanze wäre, welche Pflanze wäre das und warum?

Andre: Was für eine ungewöhnliche Frage...
Ganz spontan würde mir da ein Kaktus einfallen, der sowohl gefährliche Stacheln als auch prächtige Blüten trägt. Die Stacheln stehen für die brutale und die Blüten für die melodiöse Seite unserer Musik.
Außerdem sind Kakteen ja sehr widerstandsfähig - so wie MOSHQUITO! ;-)

HH: Werdet ihr Behind The Mask auch live vorantreiben? Wie sieht es mit einer Tour aus?

Andre: Soweit es in unseren Zeitrahmen passt, werden wir das natürlich tun! Größere Touren werden zwar aufgrund der Berufstätigkeit fast aller Bandmitglieder kaum möglich sein, aber wir werden versuchen, zumindest an den Wochenenden möglichst flächendeckend präsent zu sein.
Für dieses Jahr sind bereits mehrere Festivals bestätigt, es stehen erste Auslandsauftritte in Österreich an und vorausblickend auf 2009 ist für Januar/Februar auch wieder eine zwei- bis dreiwöchige Minitour mit der befreundeten US-Band Solace Of Requiem, mit denen wir letzten Herbst schon unterwegs waren, in Planung, die uns eventuell auch nach Benelux und Frankreich führen wird.
Die aktuellen Tourdaten kann man ebenfalls unserer Homepage entnehmen.

HH: Vielen Dank für eure Zeit und viel Erfolg für die Zukunft! Die letzten Worte gehören euch!

Andre: Wir haben zu danken! Viele Grüße an das gesamte Heavyhardes-Team und die Leserschaft, vielleicht sieht man sich ja mal on tour!

Lord Obirah

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