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Interview

Interview mit Hartmann (06.02.2007)

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Mit Out In The Cold hat es Oliver Hartmann vor knappen zwei Jahren geschafft, die Herzen der Melodic Rock Fans zu erwärmen. Selbiges sollte der Ausnahmesänger mit Home auch wieder schaffen, da dieses nahtlos an den Erstling anknüpft. Gute Gelegenheit also um mit Mr. Hartmann ein paar Worte zu wechseln.

HH: Hi Oliver! Na wie geht's dir? Herzlichen Glückwunsch für dein zweites Soloalbum Home, gefällt mir gut!

Oliver: Vielen Dank. Freut mich wirklich, dass dir das neue Album Home gefällt.

HH: Hast du schon ein paar Reaktionen darauf bekommen? Wenn ja, wie sind die ausgefallen?

Oliver: Die ersten Reviews und auch Reaktionen der Fans waren bislang sehr gut, aber da das Album ja erst Ende dieser Woche erscheint, muss ich natürlich noch einige Reviews abwarten. Bis jetzt bin ich allerdings sehr zufrieden, speziell da das erste Album Out In The Cold so extrem gut bewertet wurde und es für den Nachfolger dann erfahrungsgemäß immer etwas schwieriger wird.

HH: Wie lang hast du für das Songwriting gebraucht?

Oliver: Ich habe nach der Promotion für Out In The Cold Anfang letzten Jahres wieder begonnen, Songs fürs neue Album zu schreiben. Da ich aber bereits vorher schon einige Ideen in der Schublade hatte, ging's eigentlich recht flott, so dass wir im Sommer dann zum Endmix ins Studio konnten.

HH: Was sind denn deine größten Einflüsse für dein Songwriting? Hast du Idole?

Oliver: Da ich mit unwahrscheinlich viel unterschiedlicher Musik groß geworden bin, sind meine Einflüsse ziemlich weit gestreut. Neben all den Rock- und Hardrockbands der 70er und 80er, die mich als Gitarrist und Sänger natürlich stark geprägt haben, habe ich viel Soul, Pop, Klassik und auch Blues gehört. Ich denke, dass das, was Hartmann ausmacht, der Mix aus allem ist. Darum sehe ich mich auch nicht als reinen Melodic Rock-Act, auch wenn man natürlich der Einfachheit halber gerne in eine Sparte eingeordnet wird. Ich finde speziell auf Home findet man sehr unterschiedliche und vielschichtige Songs, die am Ende aber wieder ein Gesamtes ergeben. Genau das ist mir letztendlich wichtig.

HH: Ist das auf dem Cover der Proberaum bzw. der Aufnahmeraum gewesen? :-)

Oliver: Nee, wäre aber echt nicht schlecht und ich könnte mir auch durchaus vorstellen, so zu wohnen, haha ;-) Wir haben die Fotosession für die gesamte CD in der Halle eines Antikhändlers gemacht und das Ambiente so gestaltet, wie wir es uns als gemütlich vorgestellt haben, dass heißt Wohnraum und Proberaum in einem und vor allen Dingen mit Inventar, das irgendwie Leben und Geschichte besitzt. Ich stehe auch privat sehr auf alte Möbel, da sie einfach viel zeitloser sind und mehr Wärme und Identität besitzen als irgendein finnischer Schrank aus Fichte, den ich wahrscheinlich spätestens in fünf Jahren nicht mehr sehen kann ;-). Der Begriff "Home" oder "Heimat" hat ja auch viel mit eigener Lebensgeschichte und vor allem mit dem Wohlfühlen an einem Ort zu tun. Darum fand ich die Idee für das Cover sehr passend.

HH: Leider liegen mir keine Lyrics vor, wovon handeln denn deine Songs? Kannst du bitte kurz was zu jedem Song erzählen.

Oliver: Viele Songs beschäftigen sich letztendlich mit der Thematik "Heimat" bzw. "zu Hause". Für mich beschreibt "Home" allerdings nicht nur deine Herkunft oder das so genannte "Dach über dem Kopf", sondern vielmehr das, was dein wichtigster Bezugspunkt und Anker im Leben ist, sprich an was du dich festhältst. Das bedeutet auch für jeden Menschen etwas anderes, denn es kann einerseits wie z.B. bei "Coming Home To You" oder "My Everything" dein Partner oder deine Familie sein oder andererseits auch dein Vertrauen oder Glauben an irgendetwas wie bei "The Sun's Still Rising". Ebenso auch "Just For You", das jemanden beschreibt, der an etwas glaubt, nicht aufhört es zu suchen und dafür bereit ist alles zu tun. Für nicht wenige Menschen ist der einzige Halt beispielsweise Geld, was ich leicht ironisch in "Millionaire" verarbeitet habe. Im negativsten Fall aber auch Drogen und Alkohol wie z.B. "bei "Somewhere Someday". "I Don't Want To Know" und "Crying" handeln beide vom Verlust einer Beziehung, im ersteren um die Gefühle, die entstehen, wenn man jemanden wiedertrifft und andererseits bei "Crying" um die Erkenntnis der eigenen Fehler, die man nicht mehr rückgängig machen kann. Letztendlich bedeutet auch die Aufgabe einer Beziehung den Verlust eines orts- und gefühlsbezogenen Zuhauses. "Why Do I" erzählt mit einem Augenzwinkern von zwei Menschen, die einfach nicht voneinander lassen können und beschreibt ein bisschen das "With Or Without You"-Syndrom. Bei "Higher Than Me" habe ich Fragen an eine Person formuliert, die sich einfach nicht selbstreflektiert und fest davon überzeugt ist, alles Tun ihrerseits wäre richtig. Meistens sind das Menschen, die davon überzeugt sind, auf der Evolutions- und Intelligenzskala weiter oben zu stehen als du, was sie überheblich und mitunter auch gefährlich macht. "Lay All Your Love On Me" ist eine ruhige Liebeserklärung an jemanden, der aufgrund von vergangenen Erfahrungen Angst davor hat, sein Herz zu öffnen, sich fallen zu lassen und sich auch davor scheut, sich auf jemanden zu verlassen und Vertrauen zu entwickeln.

HH: Um noch mal ein bisschen in der Vergangenheit zu wühlen, was verbindest du mit den Begriffen Avantasia, Genius und auch At Vance?

Oliver: Avantasia war die erste Rockoper, bei der ich mitgewirkt habe und ich hätte nie gedacht, dass sie so durchstartet. Neben der Tatsache, dass Tobi ein echt netter Kerl ist, habe ich dem Erfolg von Avantasia auch selbst viel zu verdanken. At Vance war natürlich auch wichtig und wir haben zusammen vier wirklich gute Scheiben gemacht, nur leider ging das Ganze sehr unschön auseinander, so dass ich dazu heute ein sehr zwiespältiges Gefühl habe. Einige rechtliche Sachen sind leider immer noch in der Schwebe, so dass ich mich, ob ich nun will oder nicht, heute immer noch damit auseinandersetzen muss. Nun ja. Genius war die erste Zusammenarbeit mit Frontiers und Daniele Liverani, wodurch auch der Kontakt zu meinem jetzigen Drummer Dario Ciccioni entstand. Genius ist definitiv eine klasse Konzeptgeschichte mit sehr gutem Songmaterial und vielen großartigen Sängern.

HH: Könntest du dir vorstellen noch mal in diese härtere Richtung zu tendieren?

Oliver: Als Gastsänger mache ich durchaus noch hier und da etwas, wie z.B. Chöre für die letzte Hammerfall oder das Duett mit Andrea auf der letzten Lunatica. Ansonsten versuche ich allerdings, mich voll auf das zu konzentrieren, was ich jetzt mit Hartmann mache, d.h. viel Zeit für andere Sachen bleibt eh nicht übrig.

HH: Von den Balladen gefällt mir besonders gut "Crying", hat was, finde ich jedenfalls, etwas von The Commodores, war das Absicht? :-)

Oliver: Schön, dass dir der Song so gefällt, zumal er auch einer meiner eigenen Favoriten ist. Der Song selbst ist eigentlich schon etwas älter und war vor ein paar Jahren als Unplugged-Version mit Gospelchor schon mal auf einem Sampler vertreten. Allerdings hatte ich bis jetzt nicht die Möglichkeit, den Song genau so aufzunehmen, wie er ursprünglich gedacht war und genau das habe ich jetzt nachgeholt. Dass er sehr sehr soulig klingt, war meine Absicht und ich denke man hört auch, dass speziell in "Crying" sehr viel Herzblut drinsteckt.

HH: Auf deinem ersten Album befand sich mit "Brazen" eine äußerst gelungene Skunk Anansie-Coverversion, da hätte es sich doch für Home auch angeboten ein Cover aufzunehmen, oder kam das von vornherein nicht in Frage?

Oliver: Die Idee dazu gab es, allerdings waren meines Erachtens genug eigene Songs vorhanden, so dass ich diesmal darauf verzichtet habe. Ich bin auch nicht unbedingt ein Freund von Coverversionen, die nur als Füller auf der Scheibe sind und in der Regel gegen das Original abfallen. Wenn ich aber zu irgendeinem Song eine spezielle Idee habe und sie als wirklich passend für Hartmann empfinde, dann ja.

HH: Was sind deine Pläne in der näheren Zukunft? Hast du Tourpläne?

Oliver: Neben der Releaseparty in Aschaffenburg am 1. Februar wird es demnächst noch einige weitere einzelne Termine geben, u.a. ein Unpluggedspecial am 17. Februar in Bensheim. Des Weiteren planen wir natürlich noch Festivals für den Sommer und möglichst bald auch eine Supporttour, allerdings kann ich da jetzt inoffiziell noch nix Konkretes sagen. Ich hoffe aber, dass einige Sachen in den nächsten Wochen bestätigt werden.

HH: Danke für das Gespräch und die Zeit! Hast du noch ein paar Worte zum Schluss?

Oliver: Vielen Dank auch an euch und eure Leser. Ich hoffe, den ein oder anderen vielleicht mal bei einem der nächsten Livetermine zu sehen.

Andi

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