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Interview

English VersionInterview mit Kalmah (26.04.2006)

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Eine Menge großartiger Metalbands sind in den letzten Jahren den Sümpfen und Seen Finnlands entstiegen und haben der europäische Szene einen neuen Anstrich verpasst. Eine davon hat sich seit ihrer Gründung konstant weiterentwickelt und liefert mit ihrem vierten Album ein wahres Meisterwerk finnischen Todesstahls ab. Die Rede ist von Kalmah. Was der schwarze Walzer mit Fight Club zu tun hat, verrät Saitenhexer Antti.

HH: Hi Antti. Eure neue Scheibe - The Black Waltz - ist nun seit ein paar Wochen auf dem Markt. Wie war das Feedback bisher? Seid ihr mit den Reviews und dem fertigen Album zufrieden?

Antti: Ja, das ganze Paket ist perfekt geworden. Auch das Feedback ist umwerfend.

HH: Wenn man The Black Waltz mit älteren Alben vergleicht, erkennt man eine leichte Stilveränderung. Ihr klingt viel düsterer, bedrohlicher und wütender als je zuvor. Waren diese Änderungen gewollt oder ist das reiner Zufall?

Antti: Ich glaube, das ist einfach so passiert. Schon der härtere Gitarrensound, den wir verwenden, sorgt dafür, dass das Album dunkler und drückender wirkt. Auch die Veränderungen im Gesang hatten positive Auswirkungen. So kommt noch eine gute Portion Ärger in die Kompositionen und alles passt perfekt zusammen. Letztlich waren diese Änderungen aber ganz natürlich. Schließlich sind seit dem letzten Album drei Jahre vergangen und wir konnten uns ohne Eile mit The Black Waltz beschäftigen.

HH: Beschreib doch eure Musik mal mit einem Wort.

Antti: Swampmetal.

HH: Ihr wurdet oft mit Eternal Tears Of Sorrow oder auch Children Of Bodom verglichen. Ist das für euch eher ein Kompliment oder stört euch das?

Antti: Ich finde beide Bands großartig und habe ja schon mit Eternal Tears Of Sorrow auf A Virgin And A Whore gespielt. Ich fasse das also eher als Kompliment auf, auch wenn der Vergleich etwas weit hergeholt ist. Menschen wollen nun mal Dinge in Schubladen stecken. Da kann ich nun mal nichts dagegen machen.

HH: Der Gesang auf The Black Waltz ist wesentlich dunkler und voluminöser als früher. Wie kam es dazu?

Antti: Eigentlich ist das eine Rückkehr zu unseren Wurzeln. Bei Ancestor haben wir zwischen 1991 und 1998 tiefe Growls auf jedem Demo verwendet. Hohe Schreie kamen nur hier und dort einmal dazu. Der Grund für die Änderung zum jetzigen Zeitpunkt ist ziemlich nahe liegend. Wir haben vor zwei Jahren zwei Songs aufgenommen und den alten Gesangsstil verwendet. Nachdem sich das einfach genial angehört hat, haben wir das beibehalten.

HH: Der Swamplord ziert auch dieses Mal das Cover des Albums. Inwiefern hat das eine tiefere Bedeutung oder ist das nur ein Maskottchen?

Antti: Er ist der Herr der nordfinnischen Natur, unser spiritueller Führer.

HH: Wie schreibt ihr einen neuen Song? Was geschieht bis er auf Band gebannt ist?

Antti: Also, in knapp 90% aller Fälle habe ich ein Riff oder eine Melodie. Damit fange ich dann an den Song zu schreiben und wenn dieser einen gewissen Reifegrad erreicht hat, entwickeln wir ihn bei einer Probe weiter. Dieses Mal hat Marco drei Lieder geschrieben, die schon ziemlich fertig waren, als wir sie uns angehört haben. Aber generell entsteht einer unserer Songs zuerst auf der Gitarre.

HH: Wie wichtig sind die Texte für euch und wovon handelt The Black Waltz? Liegt euren Scheiben ein Konzept zugrunde oder erzählt jeder Song seine eigene Geschichte?

Antti: Jedes Lied erzählt eine eigene Geschichte. Mich interessiert zwar die Musik am meisten aber diese ist ohne Text immer unvollständig. Erst Gesang und Text geben dem Lied eine Seele. Für Pekka, der die Texte schreibt, sind diese natürlich die Hauptsache. Meistens handeln sie von seinem Leben und seinen Erfahrungen.

HH: Da Lordi in diesem Jahr am European Song Contest für Finnland an den Start geht, werden wohl einige Leute im Pop Business ein wenig schockiert sein. Wie denkst du über diese Veranstaltung und würde es dir in den Sinn kommen, je daran teilzunehmen?

Antti: Wir müssten wohl etwas bekannter sein um da mitzumachen und unsere Musik dürfte für solch eine "Clown" Veranstaltung doch etwas zu hart sein. Die Lieder bei diesem Wettbewerb sind sowieso für'n Arsch. Für Lordi stellt das aber eine gute Möglichkeit dar, um auf sich aufmerksam zu machen. Ich wünsche ihnen, dass sie Erfolg haben auch wenn ich den Song, der irgendwie im Alice Cooper Stil gehalten ist, nicht sonderlich gut finde.

HH: Was ist an Musik das Wichtigste für dich?

Antti: Ich mag es zu spielen und so meine künstlerischen Gedanken auszudrücken. Und es ist super, dass den Fans die Musik mittlerweile genauso gefällt wie mir.

HH: Leider hatten wir bisher nicht die Möglichkeit euch in Deutschland live zu bewundern. Gibt es diesbezüglich irgendwelche Pläne für dieses Jahr?

Antti: Wir werden einen Gig hier in Tuska/Finnland spielen und auch auf dem schottischen Ragnarok auftreten. Ich hoffe, dass wir auch auf einigen Festivals in Deutschland spielen werden aber bisher haben wir über noch nichts gesprochen.

HH: Wie würdest du dich auf Tour fit halten und dich entspannen? Existiert vielleicht ein Geheimrezept?

Antti: Bisher waren wir ja noch nicht auf Tour und ich kann mir nicht vorstellen, wie Bands, die ein halbes Jahr auf Tour sind, das durchhalten. Vielleicht hilft es, wenn du sechs Monate lang betrunken bist...

HH: Was können wir von Kalmah in der Zukunft erwarten? Wo denkst du, werdet ihr in fünf Jahren stehen?

Antti: Ich schätze, dass wir in fünf Jahren wenigstens zwei weitere Alben aufgenommen haben und eventuell etwas mehr Erfolg haben, als heute. Alles in Allem ist es schon großartig Alben einspielen zu können und solange uns das Spaß macht, machen wir weiter.

HH: Wenn euch jemand bitten würde, eine metallische Version der Kalevala zu schreiben, was würdet ihr sagen? Wie würde das Endergebnis aussehen?

Antti: Heh. Ich denke, dass wäre eine lange Show bzw. Album. Dafür bräuchten wir ein Theater und Schauspieler und das Ganze würde mindestens drei Stunden dauern. Die Verbindung mit Kalmah existiert ja, vor allem dort wo Väinämöinen Joukahainen in die Sümpfe singt.

HH: Wenn du The Black Waltz mit einem Film vergleichen müsstest, welcher käme der Sache am Nähesten?

Antti: Das ist knifflig. Ich schätze mal Fight Club, da wir eine Menge Lieder über den Kampf mit den eigenen Dämonen haben.

HH: Danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Die letzten Worte sind die deinigen.

Antti: Ich danke auch und hoffe, dass euch das neue Album gefällt.

JR

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