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Interview

Interview mit Grave Digger (03.08.2005)

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Kurz vor ihrem Gig auf dem Earthshaker stand mir Obergrabschaufler Chris Boltendahl Rede und Antwort. Dabei zeigt er sich als bibelfest und vor allem brennend interessiert an altem Material aus "Live aus dem Alabama"...also, wenn das jemand für ihn findet...

HH: Wie gefällt es Euch bislang auf dem Earthshaker Festival? Läuft alles zur Zufriedenheit?

Chris: Keine Ahnung, ich bin seit fünf Minuten hier und bin gleich zum Interview gerauscht...

HH: Wie fühlst Du Dich, vor ein so großen Kulisse zu spielen? Wie bereitest Du Dich auf einen solchen Gig vor?

Chris: Genau wie wenn du vor 300 Leuten spielst, ich mache da keinen Unterschied. Mir macht das genau so Spaß, ich habe auch keine Ahnung wie viele da jetzt draußen vor der Bühne sind, ich lasse mich da einfach überraschen...

HH: ...es sind schon ein paar da...

Chris: ...ok!

HH: Chris, Du bist in der Szene eine Institution und eine der großen Konstanten in einem sehr wechselhaften Geschäft. Seit 25 Jahren bist Du dabei. Wenn Du auf Deine ganze Karriere zurückblickst, was waren die absoluten Highlights und die absoluten Tiefschläge, die Dir im Gedächtnis sind?

Chris: Es gab so viele Highlights. Gern verzichten können hätte ich auf den Break 87, aber da habe ich natürlich auch viel draus gelernt, der Ärger mit meinem ehemaligen Gitarristen hätte vermeidbar sein können - das sind so die Sachen, die man nicht vergisst und auch nicht verdrängt. Aber wichtig ist das hier und heute, wie viele Alben verkaufen wir, wie sind wir live, das ist wichtiger als in der Vergangenheit zu wühlen, ich bin ein Mensch der nach vorne schaut.

HH: Trotzdem nochmal der Blick zurück - ich kann mich noch gut erinnern, wie ihr bei Live aus dem Alabama gespielt habt, zusammen mit Doro, das ist eine ganze Ecke her. Vor dem Hintergrund: In der Metal-Szene gibt es derzeit ein großes Revival der alten Helden und des klassischen Stils, was man ja auch am Line-up dieses Festivals sieht. Metal wird auch gesellschaftsfähig - Maiden und Slayer spielen bei Rock am Ring. Wie seht ihr diese Entwicklung, da ihr ja auch eher klassischen Hard Rock spielt?

Chris: Im Vergleich zu 1993 gibt es eine kontinuierliche Steigerung bei Grave Digger, wir sind aber nicht so sehr trendabhängig oder angewiesen darauf, ob True Metal jetzt gerade angesagt ist. Wir haben unsere feste Käuferschicht, es kommen ein paar dazu, es gehen ein paar, aber grundsätzlich verkaufen wir immer unsere Platten, und unsere Live Shows sind immer gut besucht, von daher würde ich nicht von einem Trend sprechen. Aber 1985, da kann ich mich noch gut dran erinnern, im Alabama. Ich suche händeringend dieses Video...

HH: ...es wurden damals ja immer nur drei Songs live gezeigt, von Euch war glaube ich Witch Hunter dabei. Du hast weiße Handschuhe angehabt und einen kurzen Mikroständer geschwungen...

Chris: ...ja, wir sind direkt mit Witch Hunter eingestiegen, wir hatten diese neuen Stimmgeräte, die Gitarren waren total verstimmt...

HH: ...die ganze Sendung hat sich um Heavy Metal gedreht...

Chris: ...ja, da war auch Bonfire mit dabei, wie hießen die damals noch - Cacumen... und dann war da noch Doro.

HH: Ja, der Konzertpart bestand aus zwei Acts, ihr und Doro mit Warlock, und Bonfire haben während der Diskussion gespielt, als darüber gesprochen wurde, dass Cindy Lauper ja wohl nicht so gut ist...

Chris: ...oh Gott, ja so war das!

HH: Kommen wir mal zum aktuellen Album. Mit The Last Supper verlasst ihr den Weg der Konzeptalben, den ihr mit einigen vorigen Scheiben wie Rheingold eingeschlagen habt. Gibt es dafür einen speziellen Grund, und wie unterscheidet sich das Einspielen eines "normalen" Albums von einem Konzeptalbum?

Chris: Uns ist nichts Gescheites eingefallen! Wir haben uns zusammengesetzt und ein paar Themen rausgesucht, aber da war nichts vernünftiges dabei. Da haben wir die Idee gehabt, wieder mal ein richtiges Metal Album zu machen - dann haben wir uns hingesetzt und Songs geschrieben und die Texte. Ganz einfach.

HH: Zufrieden mit dem Ergebnis und dem Erfolg?

Chris: Ja, kann mich nicht beklagen.

HH: Die Inhalte auf Last Supper sind durchaus politisch ("Black Widows"). Warum geht ihr weg von eher fantasy-lastigen Texten hin zu realen und kritischen Aspekten?

Chris: Selbst als Heavy Metal Musiker hat man das Bedürfnis, ab und an für sich verschiedene Sachen abzuklären, und mal nicht über Drachen, Schotten und Könige nachzudenken. Wenn Du Dir die Nachrichten anschaust, dann wirst Du ja verfolgt von solchen Szenen, die Dich einfach beschäftigen. Last Supper ist für uns dafür eine Symbolik, für das ganze Elend, das in der Welt herrscht. Man kann die Texte natürlich aber auch anders lesen, man kann einfach nur Spaß haben mit der Scheibe, alles andere ist davon unabhängig.

HH: Ist die Anspielung auf die Bibel beabsichtigt (Last Supper: Letztes Abendmahl)?

Chris: Ja, die Bibel ist ja eigentlich eine recht spannende Geschichte. Sie spiegelt die menschliche Entwicklung, die Weltentwicklung mit Krieg, Verrat, Terror, Mord und Totschlag, das ist ja alles in der Bibel niedergeschrieben worden. Manchmal könnte man meinen, die Menschen handeln einfach nach der Bibel, aber da steht ja noch etwas mehr als nur das drin...

HH: ...ja, man meint, es gibt nur das Alte Testament und nicht auch das Neue. Gibt es schon Pläne für das nächste Album? Wird das ein Konzeptalbum?

Chris: Ja, es steht schon fest, dass es ein Konzeptalbum werden wird, aber worum es geht ist noch nicht klar. Es wird aber definitiv kein neues Excalibur, es wird definitiv anders. Musikalisch werden wir uns mehr in die Richtung von Last Supper bewegen...

HH: ...also etwas getragener..

Chris: ...ja, wir haben in unserer Karriere so viele schnelle Songs geschrieben. Das wird auch wieder dabei sein, aber nicht mehr in dem Ausmaß wie vor 20 Jahren.

HH: Freust Du Dich heute auf eine ganz bestimmte Band beim Festival?

Chris: Ich sehe mir die anderen nur selten an, nach der Show fahre ich meistens wieder zurück. Als Musiker ist man auch nicht so oft zu Hause, da freue ich mich dann schon, wenn ich mal zu Hause sein kann.

HH: Kommt ihr demnächst wieder selbst auf Tour?

Chris: Ja, im Januar 2007. 2006 haben wir eine Live-Auszeit.

HH: Danke und viel Spaß gleich.

Chris: Ja, ich hoffe den hast Du auch!

Holgi

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