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Interview

Interview mit Misanthropic (09.09.2003)

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Als ich das Debut der deutschen Todesmetaller in den Player-Schacht schob, wußte ich noch nicht, was mir da gleich aus den Boxen entgegen kommen würde. Was dann meine Lauscher zu hören bekamen, versetzte meine dunkle Seele in wahres entzücken. Brachialgenialer Death Metal! Grund genug, mehr über diese noch relativ junge Combo zu erfahren.

HH: Erzähl doch mal etwas über die Geschichte von Misanthropic, bring mal unseren Lesern euren Werdegang näher. Warum kam es zu einer Namensänderung?

Thorsten: Wir haben 1999 zu dritt angefangen. Unser damaliger Sänger hat dann keine Lust mehr gehabt, weil ihm das alles zu soft war. Als wir dann neue Mitstreiter gefunden hatten, haben wir uns erst mal einen neuen Namen zugelegt und neue Songs geschrieben. Da aber alle irgendwie nicht so motiviert waren und Misanthropic eigentlich nur als Nebenprojekt laufen sollte (wir haben zu dem Zeitpunkt alle noch in anderen Bands gespielt, die uns wichtiger waren), ging es nur sehr schleppend voran. Richtig reingehängt haben wir uns eigentlich erst ab 2002, kurz bevor wir das Demo aufgenommen haben. Ich denke, dass es Misanthropic seit dem erst so richtig gibt. Die meisten Songs auf dem Album wurden auch erst ab diesem Zeitpunkt geschrieben.

HH: Was war für euch das "Schlüsselerlebnis", Musik zu machen?

Thorsten: Ein gemeinsames Konzert mit unseren damaligen, anderen Bands und jede Menge Whiskey.

HH: Ihr habt euch ja 1999 gegründet, durch diverse Besetzungswechsel hat's aber bis 2002 gedauert, bis ihr mit eurem Demo ein erstes Lebenszeichen von euch gegeben hat. Wo wurde es aufgenommen? Ist das Demo noch erhältlich ?

Thorsten: Das Demo 2002 haben wir im Ultra Ton-Studio aufgenommen. Unser Schlagzeuger hat da zuvor mit Nocte Obducta, einer anderen Band in der er trommelt, aufgenommen, und kannte den Studiomenschen sehr gut. Das Demo gibt es als CD-R mit einem gedruckten Cover... deswegen wird es das auch immer über uns zu beziehen geben.

HH: Wie seit ihr mit Xtreem Music in Kontakt gekommen? Seid ihr mit der bisherigen Zusammenarbeit zufrieden?

Thorsten: Das war sehr ungewöhnlich. Ich habe Avulsed was ins Gästebuch geschrieben und Dave Rotten, deren Sänger, und der Mann hinter Xtreem ist so über den Link auf unsere Homepage gekommen. Er hat sich dort die Songs zum Downloaden angehört und war anscheinend sehr begeistert. Er hat uns eine Email geschrieben, ob wir Interesse hätten, unser Demo über seinen Mailorder zu vertreiben. Nach ein paar Mails kam es dann zu dem Deal. Xtreem ist sehr kooperativ, und trotz der Tatsache, dass das Label noch sehr klein ist, bekommt es doch schon einiges gebacken... wir können also nicht meckern. Ist nur nicht so toll, dass der Vertrieb in Deutschland nicht der Beste ist, aber da konnte Xtreem trotz Bemühungen leider nichts ändern.

HH: Wie schaut euer musikalischer Background aus? Auf eurer Homepage ist ja nachzulesen, dass einige von euch früher schon in anderen Bands gespielt haben. Wie lange seit ihr schon musikalisch tätig?

Thorsten: Wir hören natürlich alle überwiegend Metal. Aber jeder von uns bevorzug eigentlich eine andere Richtung. Die Mischung aus dem ganzen ist dann Misanthropic. Wir haben alle so mit 15/16 Jahren angefangen Musik zu machen. Natürlich konnten alle seit dem einige Erfahrungen in allen möglichen Bands sammeln.

HH: Was treibst ihr sonst so, wenn ihr nicht mit Misanthropic beschäftigt seid. Welchen Berufen geht ihr nach?

Thorsten: Drei von uns spielen ja noch in anderen Bands und bis auf einen, studieren alle noch und arbeiten neben her. Dann sind da natürlich noch die Freundinnen. Da bleibt eigentlich nicht mehr so viel Zeit für anderen Dinge, außer halt am Wochenende, wenn wir nicht gerade live unterwegs sind, mal weggehen und einen saufen.

HH: Ich bin ja von eurem Debüt "Soulreaver" mehr als begeistert. Euch ist es wirklich gelungen, brachiale Härte mit eingängigen Melodien abseits der typischen Göteborg-Schiene zu verbinden. Wie ist das Album entstanden? Welche Einflüsse hat jeder von euch? Mich erinnert euer Sound stellenweise an die alten Gorefest. Oder ist dieser Vergleich unberechtigt? Wer sind eure musikalischen Vorbilder?

Thorsten: Danke für die Blumen! Wie schon erwähnt, sind unser Geschmäcker recht verschieden. Die einen hören mehr Death und Grind, unser Drummer z.b. steht mehr auf Black Metal und die anderen stehen mehr auf Thrash oder Frauenmetal a la Crematory (*lol* - Anm. d. Red.). Durch diese verschiedenen Geschmäcker kommt dann unser Stil und unsere Songs zustande.
Ich finde nicht, dass wir uns wie Gorefest anhören, aber mir fällt auch sonst keine Band ein, mit der ich uns vergleichen würde... was ja eigentlich auch sehr positiv ist. Vorbilder im eigentlichen Sinne hat keiner von uns.

HH: Ihr habt ja bislang durch die Bank nur gute Kritiken bekommen. Habt ihr so eine euphorische Reaktion erwartet? Oder haut euch das Ergebnis aus den Socken? Oder gab es sogar negative Äußerungen?

Thorsten: Naja, so euphorisch finde unsere Kritiken, zumindest was Soulreaver betrifft, garnicht. (haha) Aber sie sind überwiegend sehr positiv und für ein Debüt ist das schon klasse. Wir würden zwar niemals aufgrund von Kritiken irgendetwas an unserer Musik ändern, aber es freut uns natürlich schon, wenn Soulreaver den Leuten gefällt. Die ein oder andere Kritik gab es natürlich schon, aber das ist ok... jeder hat einen anderen Geschmack, und so lässt sich das halt nicht vermeiden. Und es wäre ja auch langweilig, wenn die Kritiker nur der Band zu liebe alles toll finden würden.

HH: Wodurch war denn der nach hinten verschobene Veröffentlichungstermin bedingt? Was waren die Probleme?

Thorsten: Xtreem wollte Soulreaver mit einem anderen Album zusammen veröffentlichen, und die hatten wohl Probleme mit dem Artwork der CD.

HH: Wie entstehen eigentlich eure Songs? Wer von euch ist für die Texte zuständig? Nachdem mir leider eure Texte nicht vorliegen: wovon handeln sie? Die "typischen" Death-Metal Lyrics oder eher persönlicher Natur?

Thorsten: Unsere Songs entstehen erst in den Köpfen der beiden Gitarristen. Danach kommt der Rest. Was natürlich nicht bedeutet, dass die anderen nicht ihren Teil dazu beisteuern. Es wird auch öfters mal etwas im Nachhinein geändert. Für die Texte ist der Steffen zuständig. Er schreibt, was in bewegt, was in seinem Kopf so vorgeht... geprägt von seinem Leben (wie bedeutungsschwanger).

HH: Laut eurer Hompage seid ihr ja schon des öfteren Live zu sehen. Wie kann ich mir einen Gig von euch vorstellen? Was erwarten uns bei Misanthropic live? Wie schauen eure Pläne für die Zukunft aus? Werdet ihr auch in der Nähe von München livehaftig zu sehen sein? Ich hoffe doch!

Thorsten: Wir versuchen immer alles zu geben, was nicht immer sehr einfach ist, wenn kaum ein Schwein da ist, was leider auch mal vorkommt. Aber wer unsere Musik mag, wird auf keinem Fall enttäuscht sein, da wir nicht wie viele andere Bands die ganze Zeit auf einem Fleck stehen und uns kaum bewegen. Wir planen natürlich auch in Zukunft so viele Gigs wie möglich zu spielen. Ob wir in der nächsten Zeit in München spielen, kann ich gar nicht sagen, aber über kurz oder lang wird sich das bestimmt nicht vermeiden lassen (haha).

HH: Habt ihr in euren bisherigen Live-Aktivitäten Gigs, die euch in Erinnerung geblieben sind, positiv wie negativ?

Thorsten: Also unser geilster Gig bis jetzt war in Zürich im Dynamo. Da war's super voll, und die Menschen sind schon bei der ersten Band richtig abgegangen. Überhaupt waren die Leute dort sehr nett und gastfreundlich. Ansonsten kommt es schon öfters mal vor, dass einige von uns froh sind, wenn sie sich am nächsten Tag überhaupt noch an den Gig erinnern können, denn die, die nicht fahren müssen, trinken dann immer ganz gerne Bier, und die schlechten Gigs (weil z.B. kaum einer das war) verdrängen wir dann ganz schnell wieder (haha.)

HH: Was könnt ihr mir über den Underground bei euch erzählen?

Thorsten: Ich finde ihn jetzt nicht so bewegend. Zumindest in unserer Gegend gibt es kaum Läden, in denen Metal läuft. Viele Metaller hängen dann immer in irgendwelchen Gothic und Darkwave-Discos herum. Irgendwie geht da nicht mehr so viel, wie es früher einmal der Fall war. Es gibt zwar viele Menschen, die solche Musik hören, aber eine wirklich Szene gibt es bei uns nicht, und wenn, dann habe ich davon nichts mitbekommen. Das ist leider so, und sehr schade.

HH: Leider haben ja in letzter Zeit immer weniger Leute Lust, Geld für einen Underground-Gig auszugeben. Statt dessen pulvern sie das Geld für überteuerte Tickets der "großen" Bands raus. Was habt ihr für Erfahrungen damit gemacht?

Thorsten: Es kommt immer auf die Region und den Laden drauf an, aber überwiegend haben wir die gleichen Erfahrungen gemacht.

HH: Gibt es irgendetwas, was ich vergessen habe zu fragen und was ihr noch unbedingt loswerden wollt? Last words?

Thorsten: Ja, Dir danke für das Interview (!) und Death Metal rules.

Ray

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