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Interview mit Disbelief (09.12.2003)

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Disbelief sind ja zur Zeit der Abräumer in der Metal Szene und werden mit Lob nur so überschüttet. Wir wollten da natürlich auch ein wenig mitmischen und haben den Jungs ein paar Fragen gestellt, die der Olly auch gerne beantwortet hat. Zumindestens lassen seine ausführlichen Antworten darauf schließen... ;-)

HH: Erstmal Glückwunsch zu eurer neuen Scheibe. Wie seid ihr bisher mit den Resonanzen zufrieden. Interessiert euch das überhaupt. Und, wie geht ihr mit den bisherigen Lobhudeleien um?

Olly: Ja, vielen Dank. Wir sind natürlich überglücklich. Mit diesen unglaublichen Resonanzen hätte ich im Leben nicht gerechnet. Wir haben im Grunde nur positives gehört und sogar gleich zwei mal Platte des Monats, wer wäre da nicht zufrieden.
Andererseits sehen wir das alles auch recht gelassen, wir haben jetzt nicht gleich eine riesige Party gefeiert und es hat auch noch keiner von uns den Job gekündigt. Wir freuen uns natürlich riesig, werden weiterhin unser Ding durchziehen und mal abwarten.

HH: Wohin und an wenn wollt ihr eure Wut denn verbreiten/weitergeben?

Olly: In den Texten wird viel Wut verarbeitet zum Beispiel über Ungerechtigkeiten aus dem täglichen Leben und an solche Leute geht das dann wohl.

HH: Seid ihr persönlich genauso depressiv wie eure Mucke oder ist das nur eine Art Selbsttheraphie?

Olly: Von uns ist keiner depressiv veranlagt, nicht im geringsten, ganz im Gegenteil. Wir sind doch eher recht lebenslustige Gesellen, ab und zu wird sogar mal ein Späßchen gemacht.
Es ist schon so eine Art Selbsttherapie, über die Musik kann mann vieles an "schlechter Energie" abbauen, sich den Kopf wieder freipusten lassen.

HH: Mit welchen Bands würdet ihr euch vergleichen? Was sagt ihr zu den Vergleichen mit Neurosis? Waren die ein Einfluss oder welche Einflüsse gibt's überhaupt?

Olly: Uns mit andern Bands vergleichen, da tue ich mich schwer. Man ist ja doch immer bemüht, dass man einen nicht mit anderen Bands vergleichen kann.
Einflüsse kommen bei uns aus allen Richtungen, was den Musikgeschmack betrifft sind wir sehr offen. Neurosis geht für mich in Ordnung, eine tolle Band.

HH: Wie beurteilt ihr eure früheren vier Alben jetzt und in wie fern waren sie für die Entwicklung der Band entscheidend?

Olly: Die erste Scheibe war ganz klar der Startschuß und von daher schon mal sehr wichtig, noch eher Death Metal lastig, mit eingen Demo Songs.
Infected ist da doch etwas experimenteller ausgefallen, hier muß man sich etwas Zeit nehmen um sich rein zu hören.
Die wichtigste Scheibe ist für mich Worst Enemy gewesen, ab hier mit dem immer noch atuelle Line up, wir haben unsere Linie gefunden, die man bis heute verfolgen kann.
Shine, im Grunde auch sehr wichtig. Allein schon wegen des anderen Studios hat das Album uns erfahrungstechnisch sehr viel weiter gebracht.

HH: Gibt es schon Live-Pläne (auch mal in München????) ?

Olly: Ja, jetzt nach der Death Angel Tour stehen erst mal wieder ein paar Einzelshows an.

05.12.2003 Weil der Stadt - JH Kloster
11.12.2003 Aachen - Musikbunker
12.12.2003 Salzgitter - Forellenhof
18.12.2003 Kiel - Tucholski
19.12.2003 Gunzendorf - Tanzpalast Sauer
20.12.2003 Coburg - Gag
10.01.2003 Annaberg - Alte Brauerei
16.01.2003 Hannover - Faust
18.01.2003 Wuppertal - Pavillion
07.02.2003 Berlin - Knaack

Weitere Termine werden folgen, also Augen aufhalten.
Für den Sommer hoffen wir natürlich auf den ein oder anderen Festival Auftritt, hier ist allerdings noch nichts spruchreif.

HH: Macht ihr zur neuen CD ein Video?

Olly: Die erste Auflage von "Spreading..." ist als Doppel-CD erschienen, auf der sich auch ein Videoclip zu "To The Sky " befindet. Das Teil ist im Großen und Ganzen in ca. 3 Std. gedreht worden, hier bei uns um die Ecke im Wald bzw. im Proberaum. Das ganze fügt sich recht gut ins Coverkonzept ein und war auf jeden Fall eine spaßige Angelegenheit. Mehr will ich allerdings nicht verraten, schaut halt mal rein.

HH: Plant ihr für die Zukunft vielleicht mal 'ne Live-CD/DVD (evtl. mit Bonus Material). Was wäre da was denkbar?

Olly: Mit solchen Gedanken haben wir schon ab und zu mal herumgespielt, mehr aber auch nicht. Für solch ein Projekt fehlt uns im Moment einfach die Zeit und die Mittel.

HH: Mit welchen Bands geht ihr gern auf Tour, mit welchen weniger?

Olly: Bisher hatten wir es nur mit ausgesprochen netten Zeitgenossen zu tun, mit denen ich jederzeit wieder losziehen würde. Im der Vergangenheit haben sich da z.B. Obscenity oder auch Noise Forrest besonders hervorgetan. Oder ganz aktuel war natürlich auch die Death Angel Tour ein Traum.

HH: Wie beurteilt ihr die heutige Metal-Szene und ihren Zusammenhalt? Seht ihr euch als Teil davon oder ist das nur so eine Schublade für euch?

Olly: Naja, des ist halt alles net mehr so wie früher. Trotzdem bin ich immer wieder überrascht, wenn ich sehe was viele Leute so nebenher in ihrer Freizeit alles auf die Beine stellen. Ich finde die Szene ok und sehe mich auch gerne als Teil von Ihr.

HH: Erzählt mal ein bisserl zu euren Texten, die lagen mir leider nicht vor. Aber welche sind vielleicht am interessantesten/persönlichsten. Wollt ihr generell eine Message rüberbringen oder sind sie nur Beiwerk sind?

Olly: In den Texten greift Jagger gerne Dinge aus dem täglichen Leben auf, oder aber er versucht sich in Leute hineinzuversetzen, die in irgendwelche Extremsituationen geraten sind.
To The Sky handelt zum Beisiel von dem Columbia Unglück, bei dem alle Insassen ums Leben gekommen sind.
In Ethic Instinct geht's um die ganzen Arschlöcher, die man immer wieder im Leben trifft und die sich anscheinend auf die Fahnen geschrieben haben anderen Leuten das Leben schwer zu machen.
In God Given dreht es sich um fanatischen Glauben.
Eine großartige Massage wollen wir alledings nicht rüber bringen, das ganze ist dann eher als kleine Hinweis zu verstehen.

HH: Plaudert mal aus dem Nähkästchen - gabs in der Vergangenheit lustigste Tour-Erlebnisse? Was war eurer schechtester/peinlichster Liveauftritt und welcher vielleicht der für euch Beeindruckenste?

Olly: Lustig war auf jeden Fall unser Dynamo Einsatz, wo wir um das ganze Fest so richtig zu genießen extra einen Tag früher angereist sind. Allerdings war das wohl etwas zu fruh, denn die haben uns einfach nicht auf das verdammte Gelände gelassen. Dadurch waren wir gezwungen die ganze Nacht, im strömenden Regen vor dem Backstage Eingang am Auto zu stehen und uns unserem Biervorat zu widmen.
Natürlich hatten wir dann auch bis zu unserem Auftritt im Grunde keine Sekunde geschlafen, was dazu geführt hat, dass einer von uns wärend des letzten Liedes auf die Bühne kotzen mußte. Wobei, wenn ich mir das jetzt so überlege war das eigentlich gar nicht so lustig.
Der beeindruckenste Gig war mit Sicherheit der auf dem Summer Breeze. Ein wunderschönes Open Air mit phantastischen Fans und toller Atmosphäre.

HH: Inwiefern spielen Drogen und/oder Alk bei euch beim Komponieren eine Rolle ?

Olly: Ihr wärt wahrscheinlich alle entsetzt wie erschreckend nüchtern das alles abläuft.

HH: Der Harry hat in seiner Review den Kommentar "Häßliche Musik mit häßlichen Texten von häßlichen Typen für häßliche Typen" losgelassen. Ich fand das ziemlich cool ;-) ... was sagts ihr dazu ?

Olly: Ja, super! Nur ist halt bei uns kein einziger häßlicher Typ dabei.

HH: So, das wars. Nochmal danke für eure Zeit und viel Erfolg in der Zukunft - jetzt noch die berühmten letzten Worte eurerseits....

Olly: Auch ich danke recht herzlich.

Thorsten

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