10 Headbänga online
Reviews (10076)
Navigation
Artikel des Tages
Review:
Type O Negative

Interview:
Trick Or Treat

Live-Bericht:
Meshuggah

Video:
Concept Chaos
RSS RSS
Atom Atom
In eigener Sache

Valid XHTML 1.0 Transitional

Valid CSS!

Valid RSS

Valid Atom 1.0

 

Interview

Interview mit Illdisposed (02.02.2005)

CDs von Illdisposed kaufenZur Druckversion dieses Artikels

buy, mail, print

Logo Illdisposed

Die dänische Death Metal Institution Illdisposed hat mit neuem Label und einer starken Platte namens 1-800 Vindication eine grandiose Wiederauferstehung erfahren. Doch nichts müssen diese Jungs rechtfertigen. Sie überzeugen wiederum mit ihrer eigenen Einstellung ohne Klischees, mit Ausnahme des Biervernichtens. ;-) Gitarrist Jakob Batten gibt einen kleinen Einblick in die Belange der Band, die im Februar/März die deutschen Hallen unsicher machen wird.

HH: Illdisposed ist ein Markenzeichen im Death Metal Underground seit eurem ersten Album von 1992. Warum aber Underground und nicht - sagen wir mal - "Champions League"?

Jakob: Wir wollten bisher nicht wirklich in die "Champions League". Ich denke, wir standen immer über dem dänischen Underground und wir genossen diese Situation, in einem kleinen Gebiet sehr groß zu sein. Wir hatten das Potential groß zu werden, aber ich bin froh, dass wir bis jetzt gewartet haben. Wir haben die Erfahrung und den Willen, jetzt durchzustarten.

HH: Wieviele Alben habt ihr bisher verkauft?

Jakob: Mit Ausnahme des There's Something Rotten…-Albums, das sich 20.000 mal verkaufte, setzten die meisten unserer Alben zwischen 10-15.000 Stück um. Leider haben wir keine genauen Zahlen, da die beiden Labels Serious Entertainment und Pavement Music Bankrott gingen.

HH: Was passierte nach dem Release Eures letzten Albums Kokaiinum (2001)?

Jakob: Wir hatten die bitterste Zeit unserer Karriere und nahmen eine kleine Auszeit. Danach hatten wir einige Lineup-Wechsel und fanden wieder Gefallen an der Musik. Wir schauten in den Spiegel und sahen fünf fette Jungs, die definitv keine Zukunft mehr bei Die Hard (damaliges Label - Siebi) hatten. Deshalb nahmen wir ein Demo auf und suchten ein neues Label. Es nahm längere Zeit als erwartet in Anspruch, aber wir sind auf dem richtigen Weg, soviel ist sicher.

HH: Ihr habt sechs Alben auf Die Hard veröffentlicht und jetzt seid ihr bei Raodrunner. Wie kam es zu diesem Deal und was erwartet ihr davon? Für wieviele Alben habt ihr unterschrieben?

Jakob: Wir kamen über einen ihrer Talensichter in Kontakt. Wir haben uns in ganz Europa bewährt und dies führte zu einem Angebot von Roadrunner, das wir annahmnen. Wir haben für vier Alben unterschrieben. Da Roadrunner über einen grossen Vertrieb verfügen, erwarten wir mehr als doppelt so viele Alben wie unser bisher bestverkauftes abzusetzen, und es sieht so aus, dass dies durchaus möglich ist.

HH: Euer neues Album ist seit einiger Zeit erhältlich. Was bedeuetet der Titel? Verfolgt das Album ein bestimmtes Konzept bzw. von was handeln die Texte?

Jakob: Das Wort "Vindication" (dt.: Rechtfertigung - Siebi) bedeutet, dass wir nach dem Kokaiinum-Trip wieder zurück im Geschäft sind. Die 1-800 ist eine dieser lächerlichen amerikanischen Telefonhotlines, das geht so "wähle 1-800-blablabla und ich mach's dir schnell" oder so ähnlich. Die Texte entstammen hauptsächlich Bo's Kopf und seine Sicht, was um uns herum passiert. Tägliche Probleme mit denen wir uns herumschlagen. z.B. Beziehungen, Drogen, Sex und so weiter.

HH: Thema Songwriting. Was steht zuerst? Die Riffs und Melodien oder die Texte?

Jakob: Die Riffs und Melodien sind immer zuerst. Bo schreibt die Texte während der Studioarbeit. Die meiste Zeit sitzt er alleine auf der Toilette und schreibt den Stoff nieder.

HH: Ihr habt in einem Interview erwähnt, "Jeff" wäre von Filmen wie Wayne's World inspiriert. Nehmt ihr oft Filme als Vorlage?

Jakob: Nicht wirklich. Jeff ist nur ein "bad ass" Name; er ist nicht wirklich von diesem Film beeinflusst. Wir nennen unseren Produzenten Jeff.

HH: Die Platte hat einen sehr brutalen Sound. Gratulation! Ihr habt mit einem Typ namens Ziggy aufgenommen und das Mischen und Mastern in die Hände von Tue Madsen gelegt. Seid ihr mit dem Resultat zufrieden?

Jakob: Wir sind absolut zufrieden mit dem Ergebnis. Am Anfang wollten wir, dass Ziggy auch den Mix vornimmt, aber nach einigen Probemixes dachten wir, dass der Sound etwas offener und breiter sein könnte und gaben den Mix an Tue weiter. Nicht dass Ziggy diesen Job nicht machen konnte, wir dachten einfach, dass es gut wäre, ein paar "frische Ohren" hinzuzuziehen.

HH: Neben den fetten Riffs sind einige elektronische Soundspielereien auf dem Album zu hören. Habt ihr das bewusst eingesetzt? Von wem stammte diese Idee und wer hat sie eingespielt?

Jakob: Das ist etwas, was wir seit dem Rotten-Album machen wollten, aber wir hatten bis dato nicht die Möglichkeit, da wir immer alles analog aufgenommen haben. Jetzt nehmen wir alles mit dem MAC Pro Tools System auf, das gibt dir eine Menge Möglichkeiten. Wir spielten alle Samples live über einen Sequencer ein.

HH: Bo's Vocals sind gedoppelt, das macht den Sound tiefer und dunkler. In "Now We're History", "In Search Of Souls" und "Still Sane" sind klare Vcalparts eingebaut. Hat Bo alles alleine eingesungen?

Jakob: Nur die Growls and Schreie sind von Bo. Ziggy übernahm die klaren Vocals. Wenn wir live spielen, haben wir diese klaren Vocalparts auf dem Sequencer.

HH: Die Leadgitarren erinnern mich an Iron Maiden. Sehr melodischer Stoff. Das gibt den Songs mehr Melodie und Variabilität. Was sagst Du dazu?

Jakob: Ja, absolut. Wir mochten diese Heavy Metal Gitarrenleads schon immer mehr als den typischen Death Metal- oder Bluessound.

HH: Ich sah auch auf dem UFTG 2004 und ihr habt mich regelrecht umgeblasen. Dazu noch diese witzigen Deutschansagen von Bo wie "Kokaiinum für 100 €" und "Herr Meier hat ja gar keine Eier". Wie seid ihr zu diesem Gig gekommen?

Jakob: Wir haben bereits auf dem vorjährigen UFTG mit viel Erfolg gespielt. Der Organisator Heiko ist ein cooler Typ und als er uns erneut fragte, sagten wir sofort zu. Es war wirklich ein fantastisches Festival, mit Ausnahme des Schlamms. Und unglücklicherweise wurden wir mit fortlaufender Dauer immer betrunkener. Wir kamen gegen zehn Uhr am Morgen an und es regnete ständig, so blieb uns nichts anderes übrig als zu trinken. Trotzdem haben wir den Gig geschafft.

HH: Wie steht es um livehaftige Umsetzung? Habt ihr schon bestätigte Tourdaten? Wann bekommen die deutschen Fans eure "Vindication"?

Jakob: Wir sind gerade dabei, eine Tour auf die Beine zu stellen. Ich denke, im Februar sollte es losgehen. Wir wurden für Death Angel im Dezember vorgeschlagen, jedoch wurde die Tour abgesagt.

HH: Mit welchen Bands tourt ihr am liebsten?

Jakob: Ich weiss nicht, die meiste Zeit kümmern wir uns um uns selbst und diejenigen, die unserer Party beiwohnen. Viele Bands nehmen sich zu ernst und verstehen nicht, dass wir einen Scheiß darauf geben und nur Spaß und Party haben wollen. Aber ich erinnere mich an den Bassisten von Grave auf einem Festival, das war ein spaßiger Kerl.

HH: Erzähle doch etwas über die dänische Metalszene? Gibt es da eine spezielle Zusammengehörigkeit oder Freundschaften?

Jakob: Nochmals, wir schauen auf uns. Auch die dänischen Bands nehmen sich sehr ernst. Dänemark ist ein kleines Land, so kennt jeder jeden, aber ich würde es nicht als Freundschaft bezeichnen. Während die anderen Bands sich selbst promoten, indem sie Aufkleber und Poster an Toilettenwänden anbringen, sitzen wir lieber vor der Glotze und werfen uns Hotdogs rein.

HH: Zwei andere Thenmen zum Schluss. Tattoos und Sport. Bo hat riesige Tätowierungen auf seinen Unterarmen. Auch Du bist tätowiert. Ist das immer derselbe Künstler und bevorzugt ihr bestimmte Symbole oder Malereien?

Jakob: Bo und ich haben denselben Tattoo Künstler. Er machte den ganzen Kram bei uns beiden. Ich habe meinen kompletten Rücken zugekleistert und bin gerade dabei, meine Arme schmücken zu lassen. Er ist ein Freihand-Künstler und wir sagen ihm, er soll einigen kranken Kram einritzen. So habe ich einen Penis auf meinem Rücken, aus dessen Kopf Pistolenkugeln schiessen. (wirklich "sick" - Siebi)

HH: Sport - besser gesagt: Fussball, denn wir sind ja ein Münchenr Metalmag. Seid ihr interessiert und was denkst Du, wird "Danish Dynamite" 2006 erreichen?

Jakob: Oh ja... wir sind Bayernfans, natürlich. (Schöne Scheisse. Das wollte ich so nicht wissen - der blaue Siebi) und die Dänen werden unter den Top fünf sein, absolut.

HH: Danke für deine Statements. Noch irgendwelche berühmten letzten Worte an unsere Leser und Biertrinker?

Jakob: Genießt die Party... sie wird bald zu euch kommen.

Siebi

Zur Übersicht
Zur Hauptseite

Weitere Berichte und Infos

© www.heavyhardes.de