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Wormed - Exodromos

Wormed - Exodromos
Stil: Technical Death Metal
VÖ: 26. März 2013
Zeit: 34:18
Label: Hammerheart
Homepage: www.wormed.net

Die spanische Band Wormed wurde 1998 gegründet, ist also schon eine geraume Zeit im Geschäft. Wer jetzt aber glaubt, dass in diesen 15 Jahren einige Veröffentlichungen der Iberer erschienen sind, der sieht sich beim Blick in die Band-Diskografie doch sehr überrascht. Bei Exodromos handelt es sich nämlich erst um das zweite Album der Spanier und das erscheint schlappe zehn Jahre nach deren Debüt. So könnte man auf die Idee kommen, dass es sich bei Wormed um eine eher gemütliche Truppe handelt, aber auch hier sieht man sich getäuscht.

Denn auch wenn sie von der sonnigen Halbinsel kommen, machen Wormed doch alles andere als fröhliche Party-Mucke. Brutal Tech Death im Fahrwasser von Cryptopsy, Origin oder Brain Drill ist das Motto der guten halben Stunde. Dabei klingen die Spanier aber keineswegs wie ein Abklatsch einer der genannten Bands, denn sie entwickeln im doch recht engen Korsett dieses Genres einen beachtlichen Wiedererkennungswert. Das hat vor allem damit zu tun, dass sie ihr textliches Konzept sehr geschickt in ihre Musik integrieren. Keine Spur der üblichen Blut- und Eiter-Thematik, Exodromos ist ein Konzeptalbum mit Science Fiction-Hintergrund, bei dem es um die futuristische Reise des letzten menschlichen Wesens namens Krighsu geht. Das kann man durchaus in die Stimmung hineininterpretieren, die Wormed mit ihrer Musik erschaffen: Kalt, dunkel, distanziert, mit deutlich spacigen Untertönen und dennoch brutal, komplex und fordernd. Es ist ganz großes Kino, wie Galaxien, Sterne und andere kosmische Objekte vor dem geistigen Auge des Hörers vorüberziehen und wie ihn dieses Kopfkino die Reise von Krighsu miterleben lässt. Nur selten lassen sich die Iberer dazu hinreißen, den weit verbreiteten Fehler vieler Tech Deather zu machen und stellen den Song in den Dienst ihrer technischen Fähigkeiten, meist gehen diese beiden Komponenten Hand in Hand. Die paar Stellen, an denen es ihnen doch passiert, sind so häufig nun auch wieder nicht.

Die Umsetzung des Materials ist, wie nicht anders zu erwarten, exzellent gelungen. Die Produktion klingt kalt, scharf und wuchtig, vielleicht sogar ein wenig steril, aber genau das passt auch zur Musik der Band. Ihr Instrumentarium beherrschen die vier Herren genauso überzeugend wie Fronter Phlegeton seine Stimmbänder. Ein wenig kurz ist der Output vielleicht doch geworden, dafür passt das Artwork wie die Faust aufs Auge.

Exodromos ist keine leichte Kost und erfordert eine Menge Aufmerksamkeit, sogar ein wenig Durchhaltewillen. Aber das wird belohnt mit einer der abgefahrensten Reisen, die in letzter Zeit im Hartwurst-Sektor zu haben waren. Gut.

Hannes

5 von 6 Punkten


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