6 Headbänga online
29.09.2021 Tribulation
29.09.2021 Queen Machine
30.09.2021 Parasol Caravan
30.09.2021 Mad Sin
01.10.2021 Fewjar
01.10.2021 Tanzwut
Reviews (10268)
Navigation
Artikel des Tages
Review:
Svarrogh

Interview:
Blutmond

Live-Bericht:
Die Happy

Video:
Manegarm
RSS RSS
Atom Atom
 

Review

CDs von Nekromantheon kaufenZur Druckversion dieses ArtikelsDiesen Artikel als PDF speichern

Nekromantheon - The Visions Of Trismegistos

Nekromantheon - The Visions Of Trismegistos
Stil: Blackened Thrash Metal
VÖ: 30. April 2021
Zeit: 33:00
Label: Indie Recordings
Homepage: nekromantheon.bandcamp.com

Vielleicht haben die ja was im Trinkwasser - da oben in Norwegen. Denn eine so technisch brillant derb rausgerotzte Thrash-Abreibung haben zuletzt womöglich Nocturnal Breed mit We Only Came For the Violence vom Stapel gelassen. Nach neun Jahren Schaffenspause setzen deren Landsmänner Nekromantheon in Sachen Vehemenz sogar noch einen drauf.

Wir kennen die Klage: Pleasure To Kill, Darkness Descends, natürlich Reign In Blood - warum gibt es eigentlich im Thrash diese richtig fies unpolierten mit fast asozialer Aggression ausgestatteten Schlachtplatten nicht mehr? Schon gar nicht von Slayer (bzw. Tom & Kerry). Nun, es gibt sie, wie Nekromantheon auf Album Nummer drei unter Beweis stellen. In gerade mal einer halben Stunde Spielzeit (Reign In Blood anyone?) ballert uns das norwegische Trio eine dezent angeschwärzte Thrash-Attacke um die Ohren, die allen Old School-Fanatikern die Freudentränen in die Augen treiben dürfte.

Nimm die Rhythmik von Beneath The Remains, die Leads früher Destruction, dazu ein bisschen Hell Awaits-Chaos sowie die grobmotorische Urgewalt von Dark Angel und du hast eine ungefähre Vorstellung dessen, was dich hier erwartet. Wobei diskret eingestreute klassische Metal-Harmonien erkennen lassen, dass hier technisch versierte Musiker zu Gange sind, die einfach keinen Bock haben, technisch versiert rüberzukommen.

Das ist wahrscheinlich das Grandiose an The Visions Of Trismegistos. Das Understatement. Drei Vollprofis, die enthusiastisch drauflosprügeln wie blutige aber leidenschaftliche Anfänger, deren Songs zwar derb aber aber nie stumpf, straight aber nie flach klingen. Einzelne Titel hervorzuheben ergibt hier keinen Sinn. Vielleicht fehlt so etwas wie ein richtiger Hit. Dafür sind alle Stücke begeisternde Prachtexemplare von urwüchsigem, inbrünstigem Thrash, wie ihn die meisten Altvorderen einfach nicht mehr zustande bringen (können oder wollen). Phänomenal!

Dr Drümmer

6 von 6 Punkten


© www.heavyhardes.de