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Black Tractor - The Wonders Of The Invisible World

Black Tractor - The Wonders Of The Invisible World
Stil: Stoner Metal
VÖ: 14. August 2020
Zeit: 39:51
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.facebook.com/BlackTractorOfficial

Allein das Cover der neuen Black-Tractor-Scheibe ist schon eine Marke für sich: im Hintergrund ein sinkendes Schiff, am Strand eine purpurfarbene Wildsau, die mit dämonischen Augen auf den Betrachter zu marschiert, daneben ragt der Arm eines Gestrandeten mit einem mysteriösem Schlüsselbund in die Szenerie und als ob das alles nicht schon genug wäre, wird das beschriebene Geschehen auch noch von einer fliegenden Untertasse beobachtet. Kryptischer geht es wohl nicht. Oder doch? Schließlich wirft manch ein Songtitel auf The Wonders Of The Invisible World, dem dritten Dreher des Cincinnati-Kollektivs, weitere Fragen auf. Ein kurzer Blick auf die Pseudonyme der Musiker und man kann erahnen, dass hier nicht alles bierernst genommen wird. Wenn man sich schon Buzz E. McBeerbringer oder Johnny Potatoes nennt, dann ist wohl nicht nur bei der Namenswahl, sondern auch bei den Liedtexten und eben auch beim Coverdesign eine ordentliche Portion Humor im Spiel.

Das muss natürlich nicht bedeuten, dass die Mucke von Black Tractor quasi in logischer Konsequenz auch irgendwie ulkig rüber kommt. Das Gegenteil ist stattdessen der Fall: "I Can't Seem To Wake My Wife" eröffnet das Geschehen mit einem fetten Riff und meterdickem Groove. Wenn dann noch Johnny Potatoes sein dreckiges und brachiales Organ erklingen lässt, vergeht einem das Lachen ganz schnell. "Just Like Fay Wray" setzt in Sachen Heavyness sogar noch einen oben drauf, wenn im Refrain fast schon Hardcore-mäßige Gangshouts zum Einsatz kommen, ehe bluesig-coole Slidegitarren den Song besiegeln. Dieser Abstecher in Richtung Southern Rock wird schließlich in "The Peckerwood Sway" noch vertieft und rückt Black Tractor an dieser Stelle in die Nähe der Texas Hippie Coalition. Doch zuvor wird munter und heavy drauf los gewütet in formidablen Stücken, wie "The Devil's Waterfall" und dem ironischen "What God Made Pockets For". "The Things We Learned In New Jersey" zeigt die Band von einer etwas melodischeren Seite, auch Johnny Potatoes versucht etwas mehr Harmonie in seine Stimme zu legen und steuert ein paar klar gesungene Passagen bei. Grundsätzlich hat der Herr mit dem Singen aber nicht so viel am Hut, wie die schummrige, fast schon hypnotische Country-Ballade "Hosanna" enthüllt. Einen letzten Überraschungseffekt platzieren Black Tractor schließlich in "The Third One", wenn dessen heftiger Auftakt von psychedelischem Pianospiel abgelöst wird und das Outro "And To Mary, A Sweet Goodnight" dann nur noch aus verstörenden Geräuschen besteht, die einem Horrorfilm entnommen sein könnten.

Damit schaffen Black Tractor auf The Wonders Of The Invisible World den Twist zwischen schwarzem Humor, Ernsthaftigkeit und Grusel-Feeling. Freunde von richtig deftigem Stoner Rock und Bands wie Orange Goblin, Alabama Thunderpussy oder Gypsy Chief Goliath sollten hier ein Ohr riskieren, müssen sich aber auf ganz schön schwere Kost einstellen, die hier und dort durchaus etwas mehr Eingängigkeit hätte vertragen können.

Dagger

4 von 6 Punkten


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