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Interview

English VersionInterview mit Anubis Gate (03.10.2007)

Logo Anubis Gate

Anubis Gate können inzwischen auf drei Alben zurückblicken, die sie innerhalb von drei Jahren veröffentlicht haben. Andromeda Unchained ist dabei der neueste Output, knüpft da an, wo der Vorgänger A Perfect Forever aufgehört hat und setzt diesem qualitativ definitiv eins drauf. Über Anubis Gate und das neue Album gab Kim Olesen Auskunft.

HH: Erstmal herzlichen Glückwunsch zu eurem neuen Album Andromeda Unchained. Wie geht es euch jetzt, wo das Album draußen ist?

Kim: Hallo, hier ist Kim Olesen von Anubis Gate. Ich fühle mich immer wie ein Ballon aus dem man die Luft herausgelassen hat, wenn wir ein Album veröffentlicht haben. Ich habe so lange an diesem Album gearbeitet, genauer gesagt, seitdem wir A Perfect Forever aufgenommen hatten, dass es jetzt sehr schön ist, einfach mal loszulassen und für eine Weile nicht dermaßen kreativ zu sein. Vor der Veröffentlichung eines Albums zweifelt man außerdem innerhalb der Band an sich selbst... man fragt sich, wie die Zuhörer auf die Scheibe reagieren werden und ob die Reviews dazu gut ausfallen oder ob sie völlig zerrissen wird.

HH: Bist du mit Andromeda Unchained immer noch zufrieden, jetzt, nachdem du ein wenig Abstand gewonnen hast? Was würdest du besser machen wollen?

Kim: Ich muss sagen, dass wir darauf wirklich stolz sind. Aber ich schätze, es gibt immer wieder kleinere Sachen, die man ändern könnte. Ich versuche über sowas nicht nachzudenken, weil man eh nichts mehr ändern kann, es gibt also keinen Grund, nochmal zurückzuschauen. Wir werden jetzt bald live auftreten und bei den Proben dazu haben wir immer kleine Ideen, wie wir den Live-Auftritt gestalten könnten. Wir nehmen unsere Lieder immer zuerst einfach mal auf und wenn dann live etwas nicht funktioniert, dann machen wir kleine Änderungen. Manchmal denken wir uns dann: "Hey, das ist eigentlich noch ein Stück cooler als auf dem Album". Ein Beispiel wäre "Resurrection Time", das ein ganz neues Ende hat, wenn wir es live spielen. Aber das ist auch ein Teil des Spaßes, den wir haben, wir treffen uns im Proberaum und ändern einige Kleinigkeiten, aber wir nehmen keine wirklich drastischen Änderungen vor. Wir haben fast alle Möglichkeiten durchgespielt, bevor wir die Arbeiten am Album beendet haben.

HH: Um mit Andromeda Unchained richtig warm zu werden, muss man das Album einige Male hören, erst dann zünden die meisten Songs richtig. Könntest du dir vorstellen, dass die Komplexität von Andromeda Unchained ein Grund für die Leute ist, das Album nicht zu kaufen?

Kim: Auf einige mag das sicherlich zutreffen. Aber wir schreiben das, zu was wir uns inspiriert fühlen und wenn die Leute das mögen, freut uns das, wenn sie es nicht mögen ist das schlecht... für sie! ;-) Wenn wir anfangen würden, darüber nachzudenken, ob die Leute etwas lieber mögen könnte, wenn wir es anders machen würden, würde unsere Musik uninspiriert klingen. Wenn du aber etwas Geduld mitbringst, hast du kein Problem mit unserer Musik. Trotzdem ist sie wohl eher nichts für Leute, die sich nicht lange darauf konzentrieren können oder wollen...

HH: Andromeda Unchained ist meiner Meinung nach sehr viel härter und auch ein wenig progressiver als A Perfect Forever. Wie denkst du darüber?

Kim: Das ist witzig, weil ich da mit dir nicht einer Meinung bin. Es ist sicherlich progressiver, aber ich denke A Perfect Forever ist heavier. Aber vielleicht denke das auch nur ich. A Perfect Forever war ein sehr "lautes" Album. Vielleicht wollten wir damit ausdrücken: "Nehmt von uns endlich Notiz!" Das neue Album hat mit den scharfen Gitarrenriffs immer noch unser Trademark, aber es klingt sehr sauber. Man kann wirklich alles hören, was darauf passiert.

HH: Was ist dann der größte Unterschied zwischen den beiden Alben deiner Meinung nach?

Kim: Die saubere Produktion. Wir sind da sehr viel sorgfältiger geworden. Und natürlich der neue Sänger. Außerdem sind wir jetzt plötzlich vier Songwriter, seitdem wir Jacob ins Team aufgenommen haben. Das bedeutet für uns, dass der einzelne weniger schreiben muss, aber gleichzeitig konnten wir die Qualität erhöhen. Für jeden von uns hieß das "Qualität vor Quantität".

HH: Wie schreibt ihr bei Anubis Gate Songs?

Kim: Wir tauschen uns über das Internet aus. Jeder von uns hat sein eigenes Aufnahmewerkzeug. Es läuft so, dass vielleicht Jesper etwas schreibt. Anschließend schickt er uns alles als mp3. Ein anderer ergänzt das schließlich und irgendwann haben wir dann einen kompletten Song. Anubis Gate wären ohne Internet nicht denkbar, weil wir einfach zu weit auseinander wohnen, um im Proberaum zu schreiben. Während andere Bands im Proberaum schreiben, handhaben wir das auf unsere Weise. Das ist auch ein Grund dafür, dass wir uns in eine progressivere Richtung entwickelt haben. Viele Ideen auf dem Album wären nie im Proberaum entstanden, weil man doch eher dahin tendiert, den Song schnell zu Ende zu bringen und danach ein Bier zu trinken, haha! Wenn wir daheim arbeiten, haben wir tagelang für eine Idee Zeit und wir können sie immer noch verwerfen, ohne uns von den anderen anhören zu müssen: "Shit, jetzt haben wir tagelang daran gearbeitet und es ist immer noch nicht gut genug".

HH: Im Review habe ich geschrieben, dass ihr progressiven, eingängigen, epischen, klassischen und melodischen Heavy Metal spielt. Wir würdest du eure Musik für jemanden beschreiben, der nicht weiß, wie ihr klingt?

Kim: Eigentlich ist deine Beschreibung ziemlich gut. Wir haben die üblichen Einflüsse, Queensryche, Crimson Glory etc., aber auch viele verschiedene Blickwinkel auf Musik. Deshalb ist Anubis Gate eine Art Schmelztiegel für verschieden Stile. Aber am Ende klingt es immer nach uns. Ich würde sagen, dass unsere Musik eine Mischung aus folgenden Bands ist: Queensryche, Crimson Glory, Iron Maiden, Fates Warning, Genesis (mit ihrem 70er Sound), King Crimson, etwas alte Testament und vielleicht noch ein Schuss Rammstein. Es ist ziemlich schwer zu beschreiben, man muss es gehört haben, um Bescheid zu wissen. Irgendjemand hat geschrieben "retro ohne retro zu sein".

HH: Soweit ich das mitbekommen habe, habt ihr für Andromeda Unchained ziemlich gute Kritiken eingefahren. Wie wichtig sind euch Reaktionen von Fans und Presse?

Kim: Solche Meinungen sind uns in Punkto Schreiben und Produzieren nicht wichtig, weil wir das machen, zu was wir uns inspiriert fühlen, wie ich vorher schon gesagt habe. Was aber die Verkäufe angeht, sind Reviews natürlich sehr wichtig. Eine große Band wie Megadeth weiß, dass viele Leute ihr Album kaufen werden, auch wenn es unterdurchschnittlich ausgefallen ist. So groß sind wir leider nicht. Wenn wir ein schlechtes Album schreiben, stehen wir sofort ohne Käufer und damit auch ohne Plattendeal da. Es freut uns sehr, wenn unsere Fans das mögen, was wir tun.

HH: Wie kamt ihr zum Bandnamen Anubis Gate?

Kim: Ich glaube, unser alter Sänger Torben hatte die Idee für diesen Namen. Er ist ein großer Tim Powers-Fan, deshalb hat er vorgeschlagen, die Band nach einem seiner Bücher zu benennen. Ich war zu dem Zeitpunkt noch nicht in der Band, deswegen bin ich da nicht ganz sicher.

HH: Ich schätze mal, dass ihr euch auch ein wenig für ägyptische Mythologie interessiert? Wenn dem so ist, welchen Einfluss hat das auf eure Texte?

Kim: Das Buch Anubis Gate ist eigentlich ein Sci-Fi-Buch, der Bandname ist also nicht aus Interesse an ägyptischer Mythologie entstanden. Als wir aber den Namen hatten, hat das ziemlich gut zum Konzept und den Songs unseres ersten Albums Purification gepasst hat. Die Scheibe hat sich mit dem Befreien unserer Seele von den inneren Dämonen beschäftigt. Das Ganze haben wir dann mit drei Instrumentalstücken verknüpft, die die Reise vom Tod zum Nachleben beschreiben, so wie es in der ägyptischen Mythologie erzählt wird. Danach ist es wie mit jedem Namen, du hängst daran fest! ;-)

HH: Wie sieht es dann zur Zeit im Anubis Gate Camp aus? Werdet ihr Andromeda Unchained live vorstellen?

Kim: Ja, das werden wir. Wir haben schon geprobt und sind bereit, live zu spielen. Wir werden vielleicht nicht touren, aber einige Festivals spielen, weil wir an unser Alter und an unsere Jobs denken müssen. Jacob kann sein Studio nicht eben für zwei Monate ungebucht lassen. Henrik und ich spielen in vielen Bands und hängen von dem Geld ab, das wir als Profimusiker verdienen. Wenn wir auf Tour gehen würden, müsste man uns als Opener für Maiden oder sowas engagieren, wobei wir aber wissen, dass das nie passieren wird. Auf kleinen Touren muss man oft zahlen, um dabei zu sein. Und manchmal ist das ziemlich teuer. Im Endeffekt sind es also die Supportbands, die die Rechnungen für den Headliner bezahlen!! Ich weiß nicht, ob du das wusstest... Und wenn es eine Sache gibt, die ich nie tun werde, dann ist das Geld dafür bezahlen, um Musik zu spielen.

HH: Was kann man sich dann von einer Anubis Gate Live-Show erwarten?

Kim: Eine musikalische Erfahrung dreht sich nicht um Bilder, sondern um Musik. Wir gehen nicht auf die Bühne und versuchen böse und gemein auszusehen. Wir lieben es, Musiker zu sein und vielleicht siehst du uns mehr lächeln als andere Bands im Metal-Bereich. Musik ist wunderschön und Anubis Gate sind nichts anderes als Musik.

HH: Stell dir vor, Anubis Gate wäre eine Art Computer-Software. Was könnten die Leute mit dieser Software tun?

Kim: Es wäre wohl sowas wie das Google-Earth deiner Vorstellungskraft. Der Soundtrack dazu stammt von uns.

HH: Danke für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg. Zum Abschluss noch ein paar Worte?

Kim: Ja, danke für das Interview und danke an alle, die unsere Scheibe mögen. Schaut doch mal auf unsere Homepage www.anubisgate.com oder besucht unsere MySpace-Seite www.myspace.com/anubisgate. Als kleinen Zusatz kann ich euch dies noch mitgeben: Wenn sich jemand fragt, wie die Story zu Andromeda Unchained aussieht, die wird in ein paar Wochen auf unserer Homepage erscheinen.
(auf Deutsch) Beste Grüße aus Dänemark, Kim.

Lord Obirah


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