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Steve Harris - British Lion

Steve Harris - British Lion
Stil: Rock
VÖ: 21. September 2012
Zeit: 52:50
Label: EMI Music
Homepage: www.steveharrisbritishlion.com

Hui na das ist mal eine Erwartungshaltung: der Chef der unbestritten besten Band der Welt wirft uns sein erstes Solo-Album auf die Füße. Das ist gleich mehrfach aufgeladen. Zum einen lieferte ein gewisser Captain Bruce auf Solopfaden mit Accident Of Birth und The Chemical Wedding deutlich bessere Maiden-Alben ab als Maiden selbst, die zu der Zeit ja in der musikalischen Wüste wandelten (Virtual IX, wir erinnern uns mit Grauen). Geht also. Und zum anderen zeichnet Sir Harris als Songschreiber für einige der größten Klassiker des schwermetallischen Universums überhaupt verantwortlich, nicht zuletzt für die großen Epen, die eine Maiden-Scheibe traditionell beschließen.

Also ungezügelte Freude am britischen Löwen, den der Maestro nach eigenem Bekunden mit einer ausgewählten Schar mit Mitstreitern in den vergangenen zwei Jahren zwischen Touren und Studiozeiten mit der Heimmannschaft Maiden zusammengezimmert hat? Die Antwort ist ein ganz entschiedenes vielleicht. Denn British Lion ist so derartig vom Versuch gekennzeichnet, eben nicht nach der eigentlichen Heimat des Fußballfanatikers Harris zu klingen, dass man sich stilistisch teilweise sehr weit vom angestammten Territorium (oder, wie Nadine the Brain sagen würde: Terrarium) entfernt. Natürlich fällt es schwer, bei solch einem musikalischen Erbe nicht in die Versuchung zu verfallen, eben zehn weitere "traditionelle" Harris-Nummern und somit das fünfte "Hallowed Be Thy Name" abzuliefern, aber die Scheibe nimmt mit dem eher sperrigen "This Is My God", dem wenig begeisternden "Lost Worlds" und vor allem dem schlichtweg nervigen "Karma Killer" alles andere als einen guten Auftakt. Klar können die Jungs spielen, Shouter Richard Taylor ist meilenweit von Mr. Dickinson weg, aber der Bass ist nur gleichberechtigt hörbar, das größte Kennzeichen des Maiden-Sounds erscheint somit ganz bewusst untergraben. Aber nun gibt es für stilistisch halbwegs Aufgeschlossene noch Besseres zu vermelden: ab "Us Against The World" bietet der Cheffe - man höre und staune - durchaus brauchbaren AOR, kommerziellen, amerikanisch angehauchten Radio Rock also, der ganz sparsam einige Trademarks der Jungfrauen verarbeitet (zweistimmige Gitarrenläufe, Harmonien), aber teilweise deutlich mehr nach Journey oder Survivor klingt als nach "Murders In The Rue Morgue". Das sind dann bisweilen richtig gute Songs, "A World Without Heaven" und vor allem "Judas", die härteste Nummer, wissen zu gefallen, "Eyes Of The Young" gerät deutlich zu kommerziell, bevor dann "These Are The Hands" zwar keineswegs Heavy Metal, aber dennoch einen Schlusspunkt mit epischer Schlagseite bietet und "The Lesson" ein nachdenkliches Outro kredenzt.

Wenn man sich vor Augen hält, dass dieser Herr uns fast schon ungezählte Sternstunden beschert hat, kommt man allerdings an einer gewissen Enttäuschung nicht vorbei. Steve, es ist nicht schlimm, so zu klingen wie die beste Band der Welt, wenn die Songs passen - dein hassgeliebter Sänger hats doch vorgemacht. Also, das ist nicht schlecht, aber für einen Komponisten dieser Kajüte wäre deutlich mehr drin gewesen. 2013 kommt er wieder. Mit dem Original. Wir legen uns wieder vor die Ticket-Häuschen.

Holgi

3 von 6 Punkten


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