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Obscenity - Atrophied In Anguish

Obscenity - Atrophied In Anguish
Stil: Death Metal
VÖ: 14. September 2012
Zeit: 37:16
Label: Apostasy Records
Homepage: -

Ein Szene-Urgestein meldet sich nach sechsjähriger Studiopause zurück. Mit stark veränderter Besetzung wollen Obscenity es 2012 noch einmal wissen und haben dafür mit Atrophied In Anguish ein vielversprechendes Langeisen am Start. Aber viel versprochen ist ja schnell mal was, ob die Versprechen auch gehalten werden, was ganz Anderes.

Allerdings sollte jedem, der auf Ami-Death steht, dieser Rundling runterlaufen wie Öl. Komplexe Songstrukturen, Blastbeats en masse, unerwartete Rhythmuswechsel, alles ist da, was man von einer Mischung aus einem großen Teil Malevolent Creation und etwas Cannibal Corpse erwarten kann. Das ist ein Gebräu, das gar vorzüglich mundet und sogar mit einigen sehr melodiösen Leads als Sahnehäubchen garniert wird, die aber nicht als "Weichmacher" fungieren, sondern als notwendiger Gegenpol zum sonst allgegenwärtigen Aggressionslevel dienen. Dadurch wird auch die leicht störende Eindimensionalität, die ich beispielsweise bei Malevolent Creations Doomsday X angemeckert hatte, meist vermieden, ohne das Gesamtwerk als unnötig zerfahren zu präsentieren. Die Niedersachsen haben da eine richtig gute Balance gefunden, welche die Scheibe durchgehend interessant bleiben lässt. Zwar ist nicht jeder Song eine Granate vor dem Herren, aber selbst die nicht ganz so hervorstechenden Tracks dürften immer noch als überdurchschnittlich einzuordnen sein.

Obwohl die Band auf vier Positionen neu besetzt wurde, klingt der Output keineswegs nach dem Werk einer zusammen gewürfelten Truppe. Gut, mit Drummer Sascha Knust hat sich ein Ex-Mitglied wieder auf dem Stuhl eingefunden, aber auch die anderen Neuzugänge integrieren sich nahtlos ins Konzept, was ein absolut tight eingezimmertes Album zu Folge hat. Besonders Sänger Jeff Rudes, der immerhin schon seit zwei Jahren seine Stimmbänder für die Band quält, ist als Glücksgriff zu bezeichnen, er klingt wie eine Mischung aus Brett Hoffmann und einem jungen George Fischer, womit wir wieder beim Mix aus den beiden oben genannten Bands wären.

Klanglich gibt's auch nichts zu meckern, der Rundling klingt authentisch, drückend und an den richtigen Stellen roh, eben wie Death Metal zu klingen hat. Auch das Artwork ist ein Hingucker geworden, nur ein wenig kurz ist die Freude an dieser Neuerscheinung.

Atrophied In Anguish ist eine Death Metal-Scheibe ohne großen Fehl und Tadel. Freunde gepflegten Ami-Deaths können hier ohne Bedenken zugreifen.

Hannes

5 von 6 Punkten


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