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Solefald - Norrøn Livskunst

Solefald - Norrøn Livskunst
Stil: Avantgarde Black Metal
VÖ: 15. November 2010
Zeit: 54:04
Label: Indie Recordings
Homepage: -
MySpace: www.myspace.com/solefaldofficial

Wenn es ein Eindruck nordischer Lebenskunst (Norrøn Livskunst) sein soll, den uns das Duo Solefald auf ihrem bereits siebten Studio-Album vermitteln will, und wenn diese Lebenskunst zugleich als Spiegel der hiesigen Gesellschaft verstanden sein will, so bleibt dem Hörer nur die eine Schlussfolgerung: die spinnen, die Norweger. Denn Norrøn Livskunst ist ein verrücktes und unberechenbares Album geworden. Aber jeder, der Solefald seit Mitte der 90er kennen und lieben gelernt hat, erwartet von dieser Band auch gar nichts anderes. Und Genie und Wahnsinn liegen ja ohnehin sehr nahe beieinander.

So verflechten die beiden Ausnahmemusiker Lazare und Cornelius ein weiteres Mal urtümlichen Black Metal mit allerhand avantgardistischen und experimentellen Klängen, Rock und Popmusik in einer exklusiven Produktion. Über das Resultat mit seinen zehn Kompositionen ließe sich vermutlich ein Aufsatz schreiben, ich fasse mich jedoch so kurz wie möglich.
Die klangliche Odyssee beginnt mit der erhabenen Nummer "Song Til Stormen", die durch ihr folkloristisches Flair, großartige Chöre und eine liebliche Frauenstimme den Einstieg noch sehr angenehm gestaltet. Doch schon beim folgenden Titeltrack werden ganz andere Saiten aufgezogen, es wird in bester Schwarzwurzel-Manier darauf losgewütet und ein verzerrtes Abbild der Apokalypse geschaffen. Richtig verrückt erwartet uns im Anschluss "Tittentattenteksti", in dem Gastsängerin Agnete Kjølsrud mit ihrem hysterischen Beitrag den Eindruck einer geifernden, wild gewordenen und von allen guten Geistern verlassenen Göre erweckt, die nicht bekommt, was sie gerade unbedingt haben will. Diesem verstörenden Element werden schließlich unglaublich harmonische Melodien und Chöre zur Seite gestellt, so dass der Song unweigerlich einen besonders tiefen Eindruck hinterlässt. "Stridsljod (Blackabilly)", wieder sehr schwarzmetallisch, ist dann eine Ecke gefälliger geworden und pendelt zwischen wilder Raserei und trollischen Rhythmen, während sich Keifen und Gesang die Waage halten.

"Eukalyptustreet" heißt schließlich der beinahe zehnminütige Mammutsong des Albums. Eine sehr ruhige Nummer, in der Piano und Saxophon die angenehmen Gesänge begleiten, ehe sich gegen Ende eine ungeahnte Epik entfaltet. Ganz großes Klangkino, muss man gehört haben! Zum Ausgleich ist "Raudedauden" wieder um einiges ruppiger und auch kantiger ausgefallen, und: dieser Song besitzt sogar ein Gitarrensolo! Hymnisch wird es im folgenden "Vitets Vidd I Verdi", das dank seiner Pop-Note, den psychedelischen Momenten und dem vielseitigen Gesang - die Göre ist auch wieder dabei - in gar keine Schublade passen will. Daran knüpft "Hugferdi" im Grunde nahtlos an, ist vielleicht einen Tick eingängiger. Es folgt der einzig englischsprachige Song und zugleich dritter Teil von Solefalds Icelandic Odyssee "Waves Over Walhalla", bei dem ein jeder Viking-Fan auf seine Kosten kommt. Mit "Til Heimen Yver Havet" endet das Album wieder ähnlich erhaben, wie es auch begonnen hat mit opulenten Chören und einem andächtigen Erzähler.

Nach dieser kurzen Ausführung lässt sich vermutlich erahnen, wie viel auf Norrøn Livskunst erlebt werden kann - ein faszinierendes Werk, das erschlossen werden will und vor allem Freunde von Enslaved, Borknagar oder Solstafir ansprechen dürfte.

Dagger

5 von 6 Punkten


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