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Various Artists - The Big Four Live From Sofia (2-DVD/BluRay)

Various Artists - The Big Four Live From Sofia (2-DVD/BluRay)
Stil: Thrash Metal
VÖ: 29. Oktober 2010
Zeit: DVD 1: ca. 180 Min. - DVD 2: ca. 165 Min.
Label: Universal Records

Lange Zeit war es ein Gerücht, doch dann irgendwann letztes Jahr ließen vier Bands die Bombe platzen. Denn die vier großen Vertreter des Thrash Metal werden auf einer Bühne zu sehen sein und in der bisherigen Geschichte der Menschheit ist es noch nie passiert, dass Anthrax, Megadeth, Slayer und Metallica dies getan haben. Viele Fans waren verwundert, denn eigentlich waren Parteien wie Dave Mustaine, James Hetfield und Kerry King total verstritten, doch anscheinend wurden alle Differenzen überwunden, hierzu folgt an späterer Stelle mehr!

Anthrax:

Die mittlerweile zu Lachnummer verkommen Anthrax sind verkaufstechnisch die kleinste Band der Big Four und bilden somit den Anfang des Konzertabends. Zumindest hatten sie Glück mit dem Wetter, denn als sie die riesige Bühne in dem noch riesigeren Stadion des Sonisphere Festivals im bulgarischen Sofia betreten, scheint noch die Sonne. Die Band um Frontmann Joey Belladonna startet dann recht amtlich mit "Caught In A Mosh" und jedem Old-School-Thrasher sollten hier nostalgische Gefühle beflügeln, denn Joey hat einfach das Bild von Anthrax geprägt; nichts gegen John Bush, der auch einen hervorragenden Job bei den Amis geleistet hat. Dass an dem Tag keine neuen Songs gespielt werden würden, war von Anfang an klar und so bestimmen Hits wie "Got The Time", "Antisocial", "Metal Thrashing Mad" und "I Am The Law" die Setlist. Ein kleines Schmankerl hat man auch in die Spielzeit eingebaut und lässt den Bandhit "Indians" in die Dio-Hommage "Heaven And Hell" übergehen, bei der das komplette Stadion aus vollen Kehlen mitgrölt. Man kann heutzutage über Scott Ian und seine Truppe denken, was man will, aber auf dem Sonisphere haben sie zu begeistern gewusst.

Megadeth:

Mit knapp 20 Millionen verkauften Scheiben belegen Megadeth Rang drei der Big Four und müssen dementsprechend als Zweites auf die Bretter. Doch Dave Mustaine und seine Mannen zeigen sich in Bestform und legen mit "Holy Wars... The Punishment Due" gleich mal amtlich los. Das Publikum dankt es dem Quartett und geht ordentlich steil. Damit die Leute heiß bleiben, wird mit "Hangar 18" und "Wake Up Dead" ordentlich nachgelegt und die ersten Moshpits entstehen. Leider haben Megadeth nicht so viel Glück wie Anthrax und so fängt es ab dem ersten Song richtig an zu schütten, so dass Chris Broderick bei seinen Solo-Einlagen ordentlich durchgeweicht wird. Der Band ist das aber herzlich egal und sie zocken sich motiviert durch ihr einstündiges Set. Mit "Head Crusher" hat sich auch ein aktueller Song eingeschlichen, der aber hervorragend zum Kontext der anderen Songs passt. Sogar "A Tout Le Monde" gelingt dem Rotschopf heute und so können auch Megadeth ihren Gig als vollen Erfolg ansehen. Dieser wird dann amtlich mit "Symphony Of Destruction" und "Peace Sells" abgeschlossen und hinterlässt eine glückliche Meute.

Slayer:

Nun ist der Act an der Reihe, der die geringsten Soundwechsel vollzogen hat und immer noch astreinen Thrash Metal fabriziert! Die Rede ist natürlich von Slayer und diese haben dann wieder Glück, denn die Regenwolken haben sich komplett bei Megadeth entladen, so dass Slayer auf dem Trockenen zocken dürfen. Mit "World Painted Blood" zu Beginn bricht man mit einer kleinen Tradition und eröffnet das Konzert erstmals nicht mit "Disciple". Macht aber auch gar nichts, denn der Song haut live auch ordentlich rein. Auch der nächste Song gehört der jüngeren Vergangenheit an und stammt vom Christ Illusion-Album, es handelt sich nämlich um "Jihad", welcher in meinen Augen nicht ganz in die Setlist passen will. Dafür wird man aber mit dem folgenden Doppelschlag "War Ensemble" und "Hate Worldwide" mehr als ordentlich entschädigt. Dann folgen recht früh zwei Bandklassiker nämlich "Seasons In The Abyss" und "Angel Of Death", bei denen das Publikum extrem steil geht. Slayer ziehen ihre gewohnte, bewegungsarme Show ab und überzeugen alleine durch Soundgewalt und Songs. Tom Araya hat auch einen besseren Tag erwischt und scheint nicht so von Rückenschmerzen geplagt zu sein wie sonst. Aber alle schönen Dinge gehen irgendwann mal zu Ende und so beenden Slayer ihr einstündiges Set mit "South Of Heaven" und "Raining Blood". Die Fans, die sie hinterlassen sind zwar glücklich, wissen aber auch, dass nun der Auftritt der Meister Metallica ansteht.

Metallica:

Was soll man noch über die Megaseller Metallica sagen, denn alles wurde in tausendfacher Ausführung bereits getan. Sie sind unangefochten die größte Metalband des Planeten, haben ein paar der besten Songs ever geschrieben und sind live ungeschlagen. Als die Lichter des Sonisphere Festivals ein letztes Mal ausgehen, ist es gerammelt voll vor der Bühne und das Geschrei unerträglich laut. Es ertönt das klassische Intro "Extasy Of Gold" von Ennio Morricone und man erblickt ein Meer aus Pommesgabeln. Dann stürmt das Quartett die Bühne und legt augenblicklich mit "Creeping Death" ordentlich los. Das Publikum ist nicht mehr zu halten und es entstehen Moshpits, man sichtet Stagediver und es herrscht ein unheimliches Gedrängel, denn jeder möchte einen Spitzenplatz ergattern. Die Jungs auf der Bühne sprühen die reinste Spielfreude aus und das Grinsen in den Gesichtern kann man nur operativ entfernen. Es geht mit "For Whom The Bell Tolls" gleich fulminant weiter und teilweise hört man James Hetfield nicht mehr, weil die Massen so laut mitsingen. Es folgen Gassenhauer wie "Fuel", "Harvester Of Sorrow" und "Fade To Black" bevor der erste neue Song aus den Boxen erklingt. Hierbei handelt es sich um "That Was Just Your Life" und im Gegensatz zu den St. Anger-Sachen passt dieser Song hervorragend zu den anderen Nummern. Auch das anschließende "Cyanide" lebt von diesem Effekt und ist nebenbei auch ein grandioser Song, so dass alle Beteiligten ordentlich Spaß an der Sache haben. Ein Hit jagt den anderen und es kommen nacheinander "Sad But True", "Welcome Home", "One", "Master Of Puppets", "Blackened", "Nothing Else Matters" und "Enter Sandman" bevor man sich dem Höhepunkt der Show zuwendet. Dieser ist die Cover-Nummer "Am I Evil?" von Diamond Head, welche man von diversen Konzerten der Band schon kennt, aber dieses Mal wird sie von (fast) allen Beteiligten der Big Four intoniert. Das heißt, dass Dave Mustaine neben James Hetfield auf der Bühne steht und beide umarmen sich auch noch! Sowas hat es noch nie gegeben und dementsprechend steil gehen die Fans, denn 17 Musiker stehen auf der Bühne und spielen "Am I Evil?". Danach sind die zwei Stunden Spielzeit auch schon fast vorbei und mit "Hit The Lights" und "Seek And Destroy" folgt die Zugabe. Dann ist endlich Schicht im Schacht und der historische Event ist vollbracht. Ein Abend, an den man noch lange denken wird!

Fazit:

Wer nach fünf Stunden Konzert immer noch nicht genug hat, findet auf der zweiten DVD auch eine 45-minütige Dokumentation, welche alles "Behind-the-stage" behandelt. So sieht man alle 17 Musiker im Proberaum "Am I Evil?" zocken, Dave Mustaine und Lars Ulrich über die Kinder reden und Anthrax beim Nähen.
Insgesamt ein fettes Package, was einem hier geboten wird. Die Bild- und Tonqualität ist überwältigend.
Diese DVDs muss man unbedingt sein Eigen nennen und deswegen habt ihr jetzt genau 30 Minuten euch das zu holen, ABER FLOTT!!!

Basti

6 von 6 Punkten


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