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Gwydion - Ynis Mön

Gwydion - Ynis Mön
Stil: Pagan Metal
VÖ: 08. Februar 2008
Zeit: 41:13
Label: Trollzorn
Homepage: www.gwydion.org

Gwydion - noch nie gehört? Na dann wird's aber Zeit, das zu ändern! Die sechs Portugiesen legen nach einigen in Eigenregie entstandenen Demo-Veröffentlichungen nun ihr erstes Full-Length-Album beim deutschen Label Trollzorn vor: Ynis Mön. Zäumen wir das Pferd mal von hinten auf und beginnen mit dem letzten Satz des Promozettels: "At last we have to say, put the CD in your player, let it turn around several times and enjoy the music like we did it..." Ja, genießen kann man die Musik, sofern man auf epischen Schwarz/Folkmetall steht. Allerdings braucht's auch einige Durchläufe bis die Scheibe so wirklich gut wird - dann wird sie aber auch immer besser. Und besser. Und noch besser.

Aber es ist nicht so, dass die Musik von Gwydion nun schwerer Stoff wäre. Die Mucke ist im Gegenteil eingänglich und durchaus zum Nebenbei-Hören geeignet. Der Grund, warum es einige Respins braucht liegt meines Erachtens an der Stimme von Sänger Ruben. Finde ich sie zwar gut - und erfreue mich nebenbei immer wieder am knuffigen Akzent - so ist sie doch sicherlich nicht jedermanns Sache. Aber auch in meinem Fall drängte sie sich beim ersten Hören von Ynis Mön stark in den Vordergrund und es dauerte eine Weile, bis ich dann die anderen Instrumente auch voll wahrgenommen habe. Die Vokals sind dunkel, dabei teilweise leicht näselnd und haben - vor allem in den narrativen Passagen (die recht häufig sind) immer einen leicht ironischen Anklang - zumindest kommt es mir so vor. Teilweise erinnert mich der Klang der Stimme an "Lord" Byron Roberts von Bal-Sagoth.
Die Gitarren und der Bass machen fetten Viking-Sound, meist in recht flottem Tempo und dazu erklingt das Keyboard sehr oft im Akkordeon-Outfit. Ich habe ein paar mal nachgeschaut, ob sich da nicht doch ein Akkordeon irgendwo versteckt. Beginnend mit einem sehr stimmigen Intro "Arrival" bringt einen "Rebirth" gleich richtig in (Tanz)Stimmung, der Vergleich mit Enisferum, Turisas und Thyrfing, der auf dem Promozettel angegeben ist, ist hier wohl angebracht; flott, schmissig, abwechslungsreich - definitiv eines meiner Lieblingsstücke auf der Scheibe. "Viking's Horned Parody" beginnt dann mit Geräuschen eines Saufgelages (??) und Gitarre, um danach aber richtig loszufetzen. Hier kommt die oben bereits erwähnte Ironie im Gesang sehr schön zum Tragen. Alle Titel sind sehr druckvoll, und auch etwas ruhigere wie "Descendent Of Don" sind keineswegs langweilig oder seicht. Auch einen Durchhänger sucht man vergeblich. Neben "Rebirth" wäre als Anspieltipp noch "Turning Of The Wheel" zu erwähnen - aber eigentlich sind alle Titel zum Reinhören geeignet.

Fazit: Eine tolles Pagan-Album, bei dem es auch an der Produktion nichts zu mäkeln gibt. Eventuell muss sich der geneigte Leser ein wenig Zeit nehmen, um wirklich rein zu finden, aber der Aufwand lohnt sich! Also: Zuschlagen!

Tarnele

6 von 6 Punkten


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